Loyalität

 

 

Loyalität ist eine psychologische Art der Versklavung.“

– Osho

 

Der an die Loyalität Glaubende nimmt diese Versklavung aber selber vor! Er bewirkt sie selbst, er nimmt die (An-)Bindung selber vor. Er selbst strickt an den engen Maschen seiner Unfreiheit.

 

Loyalität ist Falschgeld.

Wie Pflicht, wie Treue.

 

Ihre tiefere Wurzel ist... Angst.

 

Liebe, Vertrauen, innere Freiheit liegen auf der gegenüberliegenden Seite der Angst.

 

 

"Ein Sklave ist loyal. Aber glaubst du, daß ein Sklave, der in seiner Menschlichkeit reduziert worden ist, dessen ganzer Stolz und seine Würde genommen wurden, die Person lieben kann, die ihn so tief geschädigt hat?"

– Osho

 

Ja, es ist möglich. Es wird vielleicht nicht oft vorkommen, denn: Das setzt eine große Stärke und eine hohe Geistige Reife dieses „Sklaven“ voraus! Es setzt eine hohe („königliche“) Verständnisfä-higkeit, also Liebesfähigkeit voraus, aber:

 

Liebe ist nicht an Vor-

Bedingungen geknüpft.

 

Es ist möglich.

 

 

  

 

Umkehrung

z

  

Mische ein bisschen Torheit

in dein ernsthaftes Tun und Trachten!

Albernheiten im rechten Moment

sind etwas ganz Köstliches.

 

Horaz

 

Das gilt für den einen. Für den anderen gilt womöglich die Umkeh-rung... 

Mische ein bißchen  Weisheit

in dein albernes Tun und Trachten!

Ernsthaftigkeit im rechten Moment

ist etwas dem Menschen Würdiges.

 

                                                                              – Nirmalo

  

 

 

Was andere...

z

  

"Die Aufgabe der Politik liegt in der möglichst richtigen Voraussicht dessen, was andere Leute unter gegebenen Umständen tun werden.

 

– Otto von Bismarck

 

Daß das, was du hier sagst, eine wichtige Richtschnur deiner Arbeit war, weil sie über Erfolg und Mißerfolg entschied, kann ich sehr wohl sehen und verstehen, lieber Otto. Dennoch...

 

Diese Art zu arbeiten erinnert mich an Handwerker, die reaktiv etwas tun oder auf Grund einer Vermutung, daß der Handwerks-kollege etwas Bestimmtes tun könnte – ohne sich auch nur im Ansatz um die Gesamt-Architektur zu scheren.

 

Damit weist du uns deutlich darauf hin, daß im politischen Handeln derzeit zwar der Praktiker gefragt ist, aber intelligente architektoni-sche Konstruktionen nicht gefragt sind.

 

Wollen wir es dabei belassen, oder  alternativ, mal eine intelligente Politik probieren?

 

 

Wir sind es den Menschen der jeweiligen Gesellschaft und ihrer Würde schuldig, daß wir die erforderlichen Herausforderungen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit im Willen zur bestmöglichen Lösung angehen. Und das wiederum gebietet das Einsetzen größtmöglicher Intelligenz in die Planung und Weisheit im ihr folgenden Handeln!

 

 

 

 

Hurz

z

  

„Nur am Widerspruch zwischen dem, was etwas zu sein bean-sprucht, und dem, was es wirklich ist, läßt sich das Wesen einer Sache erkennen.“ 

– Theodor W. Adorno 

Hurz.

 

Einwand: "...ist sicher ein höchst bemerkenswerter und nachdenkens-werter Ansatz." 

 

Mit der Bitte um Aufklärung:

 

  • Was ist das... „was es wirklich ist“?

  • Und wo, bitte, ist hier ein Ansatz? Und...

  • Was, bitte ist an diesem Häufchen Buchstaben des Theodor „bemerkenswert“?

  • Was rechtfertigt die Steigerung in „höchst bemerkenswert“?
  • Was ist „das Wesen einer Sache“?

  • Und was ist hier des „Nachdenkens wert“?

 

Keine Antwort, keine Aufklärung. Aber irgendwo... wird der Mann mit Geschenk Gottes im ersten Vornamen, auch Geistreiches gesagt haben. I hope so.

 

 

  

 

Europa und die Reife

J

  

"Die Vokabel „altes Europa“ zu benutzen, das ist, als würde man sagen, die Bürgerrechte sind alt, Jesus ist alt, die Philosophen sind alt – und genau das ist der Punkt. Noch mal: Geschichte ist dazu da, aus ihr zu lernen. Europa ist da in einem höheren Reifestadium. Das ist nicht eure Schande, sondern eure Ehre."

Harry Belafonte

 

Die Ehrerbietung eines sympathischen Vertreters des jugendlichen Amerika an das schon etwas ältere (erwachsenere?) Europa. Eine Verneigung vor den höheren Werten, als denen des Egos.

 

Harry Belafonte sagt: „Geschichte ist dazu da, aus ihr zu lernen.“

 

Dieser Illusion ist schon so mancher aufgesessen. Aber nicht der Inder Mahatma Gandhi und auch nicht der deutsche Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Dieser sagt (mit viel mehr Worten natürlich): 

Geschichte lehrt:

Sie lehrt nichts.

 

Man beobachte kleine Kinder in einem Sandkasten. Dann beobachte man das Treiben in genau dem selben Sandkasten ein Jahr später und dann nochmal, zehn Jahre später. Man wird feststellen:
 
Die Kinder haben gar nichts
aus ihrer Geschichte gelernt.

 
Sie spielen immer noch die selben Spiele. Die Spielsachen waren vielleicht mal aus Holz, dann aus buntem Plastik und später wieder biologisch abbaubar, aber die Spiele sind die selben. Die selben Kratzer, die selben Tränen, die selbe Freude, die selbe Wichtigkeit. Diese Gene-ration Kinder will so ziemlich genau das selbe Potpourri an Erfahrungen erleben, wie die der Kollegen vor und nach ihnen.

 
Daß die Geschichte etwas lehre, ist eine Wunsch-Idee, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Das Mahnen, Gedenken, Beklagen, Erinnern lenkt uns bloß von der klaren Sicht auf die aktuellen, die real existierenden Konstellationen und den uns nicht bewußten, aber dennoch unbewußt wirkenden kollektiven Stimmungen ab.

 

Harry Belafonte sagt: „Das ist nicht eure Schande, sondern eure Ehre.“

 

Klingen ein bißchen von vorgestern: Ehre & Schande :-) Diese bei-den Elemente einer äußerst rigiden Moral. Und passen so gar nicht zusammen mit dem freundlichen Hinweis auf die fast vergessene Geistige Reife und die Unterschiedlichkeit ihrer Stadien:

 

Harry Belafonte: „Europa ist da in einem höheren Reifestadium.“

 

Selbst die Anwärter auf die wichtigsten Staatsämter wählen wir immer noch mittels diffuser Regungen aus dem individuellen und kollektiven Unbewußten und lassen dabei das wichtige Kriterium der Geistigen Reife großzügig außen vor!

 

So, als wäre sie uns nichts wert.

  

 

 

 

Vergangenheit / Zukunft

z

 

Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“

 

– Wilhelm von Humboldt

 

Das ist dummes Zeug. Unsere persönliche "Vergangenheit" besteht aus einem mickerigen Rudiment von Erinnerung. Und das wird durch die Brille unserer Vorstellung vom Leben auch noch "ver-fälscht" – sagt die Neurowissenschaft. Das kollektive Erinnern funktioniert natürlich genau so... rudimentär und ist ebenfalls ge-färbt.

 

Es gibt also nicht nur eine ("objektive") Geschichte, sondern genau so viele Geschichten, wie es Menschen gibt (Von ein paar wenigen "Schnittmengen" mal abgesehen). 

 

Aus der Geschichte lernen wollen?

Eine nette Idee – mehr aber nicht.

 

Die Vorauschauung oder Vorhersehung ist ähnlich problematisch. Wir können nicht weit vorausschauen – von den Wenigen, die etwas weiter blicken können, mal abgesehen – und selbst dafür müssen wir schon sehr viel an Intelligenz nutzen.

 

Außerdem sind die heutigen Gegebenheiten und Konstellationen völlig andere als die in irgend einer Vergangenheit.

 

 

"Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern."

 

– André Malraux

Der selbe Blödsinn.

 

 

 

 

Wunder

z

 

Wer die Welt nicht von Kind auf gewohnt wäre, müsste über ihr den Verstand verlieren. Das Wunder eines einzigen Baumes würde genügen, ihn zu vernichten.“

Christian Morgenstern

 

Dieser Christian ist einer von denen, die

oft zitiert, aber selten verstanden werden.

 

Hier noch ein Beispiel...

 

Was für ein träges, ungeistiges Tier ist doch der Mensch, und wie sehr bedarf er großer und größter Schrecken und Trübsale, damit er nicht immer wieder in Schlaf versinke.“

Christian Morgenstern

 

 

 

 

Wert der Sprache

J

 

Wie ist jede, aber auch jede Sprache schön, wenn

in ihr nicht nur geschwätzt, sondern gesagt wird!

 

Christian Morgenstern

Denn Sprache ist

kein Wert an sich.

 

Sie ist ein Vehikel. Der Wert liegt in dem, was wir mit ihr transpor-tieren. Sprache wird nicht durch die Anordnung von Wörter schön, sondern durch den Inhalt, durch ihren Wahrheits-Gehalt.

 

Ein Blödsinn oder etwas Verachtendes in Reime gesetzt, wird dadurch nicht schön – auch dann nicht, wenn es schön klingt. 

 

Etwas Erhabenes, Wahres, ist dagegen bereits aus sich selbst heraus schön. Auch dann, wenn es nicht in eine musikalische Form ge-bracht wurde.

 

 

 

 

Verstandes-Grenzen

z

 

„Keines Menschen Kenntnis kann über seine Erfahrung hinausgehen.“

 

  John Locke

  

Den Möglichkeiten von Erfahrung sind Grenzen gesetzt – durch den begrenzten Erfahrungsraum des Körper und dessen Sinnen-Spektrum.

 

Den Möglichkeiten von Integration von Erfahrung durch den Ver-stand sind Grenzen gesetzt – durch die Begrenztheit des Verstandes und dessen Glaubens-System.

 

Mit „Glaubens-System“ ist hier kein religiöses gemeint, sondern unser individuell eingestelltes, mal etwas weitere und mal etwas engere Vorstellungs-Vermögen, das wesentlich, aber nicht nur durch unsere Konditionierung bestimmt ist.

 

Äußerungen wie: „Das kann ich mir nicht vorstellen, „das ist unlo-gisch“, „das ist unmöglich“... k ö n n e n … erste Indizien für selbst gesetzte Begrenzung sein.

 

Auch Vorurteile sind beliebte Module der Grenzziehung

gegen unsere erweiterten Fähigkeiten der Wahrnehmung. 

 

Hier die gute Nachricht:

 

   • Wir sind nicht nur „unser Körper“,

   • wir sind auch nicht nur „unser Verstand“

   • und wir sind nicht nur „unser Emotional-Kosmos“.

 

Wir selbst hören nicht an den Grenzen

unserer Verstehensmöglichkeiten auf.

 

Ganz egal, wie eng wir unser Glaubenssystem gestrickt haben.

 

 

Unterscheidungen

 

 

 

 

Ein bißchen Freundschaft

z

 

Ein bißchen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.“

– Otto von Bismarck

 

A – Auf einer etwas reiferen Ebene wird sich uns die Freundlich-keit als einen höheren Wert darstellen als die „Freundschaft“ mit einer eng begrenzten Anzahl von Menschen.

 

B – Für die „Bewunderung der ganzen Welt“ interessieren sich nur Menschen, die sich bereits mit einem noch sehr kindlichen Grad (2) an Geistiger Reife zufrieden geben. 

 

In den Parlamenten benötigen wir Menschen mit etwas weniger Bescheidenheit bezüglich ihrer Geistigen Reife. Die erforderliche Reife (mindestens (4) zeigt, wer die nachfolgenden Eignungskrite-rien erfüllt:

 

 

01. Das Gemeinwohl ist das einzige Ziel seines politischen Handelns

02. Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit – gegenüber Jedermann

03. Kooperationsfähigkeit

04. Achtung vor sich selbst – impliziert die Achtung vor anderen

05. Permanente Offenheit für Intelligenz

06. Engagement und Leistungswillen

07. Befähigung zur Annahme von Verantwortung – jenseits von Eigeninteressen

08. Fähigkeit zur kreativen Organisation von Kompetenz

09. Geistige Autonomie – Kapazität für verantwortungs-bewußtes Entscheiden

       aufgrund offenen Zugangs zur eigenen Weisheit

10. Ausreichende Abstandswahrung zur eigenen Emotionalität und zum Ego

11. Stärke: Zuversicht, Entschlossenheit und Stehvermögen

 

 

Skizze der Geistigen Reife: 

https://www.dropbox.com/s/padhuhfmunwrkhx/Reife-Stufen%20%20%281-7%29.PNG?dl=0

 

 

 

 

Wandel

z

 

Alles in der Welt ist vergänglich, nicht aber die seelische Kraft der Verbindung mit Gott“

– Emil Zátopek

 

Alles, was zur 3D-Welt, zur "Erde" gehört, ist dem Wandel unter-worfen.

 

Das Spirituelle...

gehört nicht dazu.

 

 

 

 

Gesundheitswesen

z

  

Mehr Liebe und weniger Valium sollten im Gesundheitswesen der Republik herrschen.“

– Ellis E. Huber (deutscher Mediziner, *1949)

 

Gegen deinen Wunsch, Ellis E. Huber, stehen zwei Herrschaften: 

  • u n s e r  (nach wie vor) mechanistisches Weltbild

  • u n s e r e  Präferenz für wirtschaftliches Wachstum

  

Wohlgemerkt..., es sind nicht uns fremde Mächte, die den status quo bestimmen, es ist unser Denken.

 

Valium steht für Ordnung, für die Angst vor Chaos; aber auch für den wirtschaftlich generierten Gewinn über alle möglichen Artikel für den wachsenden „Gesundheits“-Betrieb.

 

Liebe steht für die Anerkennung der Tatsache, daß wir erstens Geistwesen sind und erst zweitens einen Körper haben. Das Zitat weist auf die Wirkung, die eine geistige Kraft wie die Liebe auf unser geistiges Feld und damit auch auf den Körper ausüben kann.

 

Die Geisteswissenschaft*  wurde von

der Wissenschaft noch nicht erkannt.

 

Die Ausrichtung unserer Wissenschaft erinnert an die Zeit der Erfindung der Dampfmaschine. – In Sachen Mechanik macht uns niemand was vor.

 

Der Mensch ist

keine Maschine.

 

Es wird Zeit, daß sämtliche (!) Formen von Heilung – und zudem auch alle anderen, die Gesundheit fördernden Praktiken – von unserer Wissenschaft

 

1. anerkannt,

2. aufgenommen,

3. studiert und

4. gelehrt werden.

 

 

________________________________________________________

*) Die Wissenschaft dessen, welches das Körperliche erst formt, eine des  Geistes  

 

 

 

 

Fairness & Liebe

z

 

Die Forderung nach gleichen Rechten ist gerecht und fair; letzt-endlich ist jedoch das wichtigste Recht das Recht auf Liebe und darauf, geliebt zu werden.“ 

Emma Goldman

 

Dein Ansinnen und deine Art in allen Ehren, liebe Emma, aber weder das von dir geforderte RECHT auf Liebe, noch das darauf, geliebt zu werden, ist möglich. Hier befinden wir uns in phantasti-schen Märchen-Welten.

 

Selbst beim „Recht auf Arbeit“ wird es schon schwierig :-)

 

Der Liebe sind wir ausgeliefert. Hier ist keine Kontrolle möglich. Auch nicht die bestgemeinte. Zum Trost: Es ist immer (!) genug Liebe da. Oft oder gar meistens... wird sie übersehen.

 

Danke dafür, daß du hier mal auf die wirklichen Werte aufmerksam machst. 

 

 

 

 

Sympathie

 

 

Es ist nicht deine Aufgabe...,

mich zu mögen, es ist meine. 

 

Byron Katie

 

 

 

 

Menschlichkeit

z

 

„Unsere Selbstsucht ist nicht mehr als ein animalischer Instinkt. Wahre Menschlichkeit beginnt für den Menschen erst mit der Selbstaufgabe.“

– Henri-Frédéric Amiel

 

Henri-Frédéric: "Unsere Selbstsucht ist nicht mehr als ein animalischer Instinkt."

 

...und der basiert auf Angst. 

 

Henri-Frédéric: "Wahre Menschlichkeit beginnt für den Menschen erst mit der Selbstaufgabe."  

 

Quatsch. Mitgefühl und Fürsorge für andere schließt mitfühlendes und fürsorgliches Verhalten in Bezug auf uns selbst nicht aus.

 

Altruismus & Egoismus...

Beide (!) haben einen pathologischen Anstrich.

 

 

 

 

Höhere Form der Intelligenz

z

 

Die Vernunft spricht leise, deshalb wird sie so oft nicht gehört.“

 

– Jawaharlal Nehru

 

Wenn du Edward Teller fragst, sagt er dir, daß es die reine Vernunft war..., die ihn in seiner Arbeit antrieb.

 

Die Vernunft ist sehr laut.

Die Logik rattert sehr laut.

Unser Denken ist sehr laut. 

 

Die Gaben, die uns aus den höheren Ebenen erreichen, klingen sehr leise. Die Intuition, aus der auch die Weisheit gespeist wird, ist im Lärm des Verstandes... kaum zu hören.

 

 

 

 

Die Wahrheit sagen  

z

   

Man soll die Wahrheit heiter sagen, denn dem Clown hört man lieber zu als dem Prediger.“

– John B. Priestley

  

Nicht jeder kann oder mag den Clown machen und nicht jedem liegt der Gestus des Predigers, aber wir alle haben das Potenzial zur Wahrhaftigkeit. 

 

Wie man die Wahrheit sagt, John B. Priestley, ob mit Papp-Nase, im Ornat oder wie auch immer bekleidet, ist wurscht. Entscheidend ist, DASS man sie sagt..., die Wahrheit.

 

 

 

 

Paasst scho

z

 

Das Leben wäre vielleicht einfacher wenn ich dich nicht getroffen hätte. Es wäre nur nicht mein Leben.“

Erich Fried

 

Die Frage nach dem "einfach" oder "nicht einfach" ist hier nicht relevant:

 

Wir leben das Leben,

wie es sich uns zeigt.

 

Hier haben wir gar keine Wahl, das scheint uns manchmal bloß so.

 

Einfach oder nicht: Wir treffen die Leute, die wir

treffen sollen; mit dem Beipack, der dazu gehört.

 

  

 

 

Nobody

z

 

"Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt."

– Erich Fried

 

Erich, glaubst du eigentlich selbst an das, was du da schreibst??

 

Warum solltest du (oder ich) für irgendjemanden "die Welt" sein? Warum diese Armseligkeit? 

 

Und wo ist das "Problem", ein Nobody zu sein ? ?

 

 

 

 

Beleidigung

z


Beleidigung mit Beleidigungen zu vergelten ist die Art des Pöbels.“

 

– Friedrich der Große

 

Es ist die Vergeltung selbst, die anzeigt, auf welcher Ebene der Reife wir uns gerade befinden und ebenso handeln – nämlich auf der des Kleinkindes (2). Das ist also keine Frage des Pöbels oder des Adels, sondern eine der Geistigen Reife.

 

Vergeltung entspringt einem

unbewußten Reaktionsschema. 

 

Einen höheren Reifegrad zeigen wir mit einer Antwort bei vollem Bewußtsein. In diesem Fall haben die Emotionen keine Macht über uns, sie bestimmen nicht die Antwort. Eine solche Antwort ist nicht vorhersehbar; mit ihr ist nicht zu rechnen. Sie ist frei. 

 

 

 

 

Strukturveränderung

z

 

"Weltverbesserer gibt es genug, aber einen Nagel richtig einschla-gen können die wenigsten."

...klagt Henrik Ibsen

  

Zu deiner Zeit mag das so gewesen sein, lieber Henrik, zu meiner Zeit und in meiner Umgebung ist es genau umgekehrt: Die Bau-märkte sind voll von Menschen, die handwerklich gut drauf sind.

 

Aber man sieht und findet kaum jemanden, der bereit ist, sich auch nur gelegentlich mal ein paar Gedanken zu machen, wie man „die Welt verbessern“ könnte.

 

Damit ist natürlich nicht die „Welt“ gemeint, die dreht sich perfekt nach ihren Gesetzen, sondern gemeint ist die menschengemachte Rahmenstruktur für das nähere und weitere Miteinander.

 

Hier könnten wir gut ein paar Leute gebrauchen, die auf Grund ihrer Herzensbildung befähigt sind, mit dem Handwerkszeug „eigenständiges Denken“, den Nagel auf dem Kopf zu treffen.

 

Ja, es sollten eher Praktiker sein, die die Fähigkeiten der Theoreti-ker zu schätzen wissen, aber auch willens und in der Lage sind, die Dinge umzusetzen.

 

 

Eignungskriterien

 

 

 

 

Kultur

z

  

"Die Kultur der Menschheit besitzt nichts Ehrwürdigeres als das Buch, nichts Wunderbareres und nichts, das wichtiger wäre."

 

– Gerhart Hauptmann

  

Einwand: "Ob diese "Dekor-Objekte" wohl jemals gelesen wurden?"

 

– Es ist nicht wichtig, ob die schönen Bücher gelesen wurden. 

B  Es ist überhaupt nicht wichtig, daß Bücher gelesen werden. 

 

Man kann dich verstehen, Gerhard: Du bist halt ein Schreiberling. Aber wenn du Recht hättest und das Buch wirklich das Zentrum, also das Wichtigste der menschlichen Kultur wäre..., wie armselig!

 

Das Buch ist – zu seiner Zeit* – so wichtig wie ein Telefon, nicht wichtiger: Das Gesagte hat seinen Wert (oder halt auch nicht). Ob Buch oder Telefon, sie haben ihren Wert nur als Medium, als Über-mittler, aber nicht aus sich selbst heraus.

 

Und wenn alle Büchereien auf der Erde  wie damals in Alexan-dria  in Feuer und Rauch aufgingen...., es wäre nichts verloren.

 

Die „Kultur“ des Menschen wird

durch seine Reife repräsentiert. 

 

Ein Buch kann ein Indiz dafür sein  muß aber nicht.

 

Siehst du nicht auch, daß Liebe, Achtsamkeit und Dankbarkeit, daß Freude und Bewußtheit, daß die Kreativität des Menschen ehr-würdiger, wunderbarer und wichtiger sind, als  j e d e s  Buch der Erde?

 

Auf die Bücher können wir verzichten, 

nicht aber auf all das... eben Genannte. 

 

 

 

 

Technokratie

z

 

"Die grauenvollste Aussicht ist die der Technokratie – einer kon-trollierenden Herrschaft, die durch verstümmelte und verstüm-melnde Geister ausgeübt wird."

Ernst Jünger

 

Ob das bereits „die grauenvollste Aussicht ist“, weiß ich nicht, aber grauenvoll ist sie schon. Und sie ist – in ihren Anfängen – bereits Realität. (GeHeimDienste und die mit ihnen verknüpften Institutio-nen, z.B.)

 

Verstümmelte Geister“ würde ich die in einer solchen Maschinerie beteiligten Menschen nicht nennen wollen. Es sind ganz normale Menschen mit ihren kleinen Wünschen nach einem guten Leben für sich und ihre Lieben und der Fähigkeit, die leisen Gesten der Intu-ition und der eigenen Wahrnehmung verdrängen zu können und vielleicht auch zu wollen.

 

Die Alternative... Vertrauen, Transparenz, Freude, Wahrhaftigkeit, Bewußtheit, Mitgefühl.

 

 

 

 

Verstehen wollen

z

 

Das Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden zu leben, besteht in der Kunst, jeden seiner Individualität nach zu verstehen.“

 

– Friedrich Ludwig Jahn

 

Bereits der Versuch, den anderen in seiner Individualität verstehen zu wollen, kann sehr hilfreich sein. Ein weiteres Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden leben zu können, ist die totale Annahme von uns selbst. Das ist (etwas) schwieriger :-) Diese beiden Geheim-nisse bleiben uns verborgen und deshalb ein Geheimnis, solange wir den Versuch des Verständnisses unterlassen.

 

 

 

 

Selbst-Erziehung ?

z

 

„Jeder Mensch ist einem Tierbändiger ähnlich und zwar sind die Tiere – seine Leidenschaften. Ihre Hauer und Klauen herauszurei-ßen, sie zu bezwingen, zu zähmen, in gehorsame (wenn auch brül-lende), Haustiere – und Diener, umzuwandeln, – darin besteht die Selbsterziehung.“ 

Henri-Frédérik Amiel

 

Das gilt vielleicht für Menschen auf den unteren Ebenen der Geisti-gen Reife. Sie benötigen Moral & Gesetz als Mittel zur Eindämmung „ihrer wilden Natur“.

 

Wenn du sagst: „Jeder Mensch“, dann zählst du dich wohl ebenfalls dazu ?

 

Aber... Überraschung ! Es gibt auch noch

die höheren Bereiche der Geistigen Reife.

 

 

 

 

Achtsamkeit

z

 

"Du kannst dein Leben nicht verlängern und du kannst es auch nicht verbreitern.  Aber du kannst es vertiefen!" 

Gorch Fock

 

Segeln verlangt erhöhte Aufmerksamkeit.

 

So weit es in unserer Hand liegt, unserem Leben Tiefe zu verleihen, ist es vor allem die Achtsamkeit, die wir dafür nutzen können. Sie können wir in ausnahmslos jeden Moment unseres Lebens einbrin-gen.

 

In jedes Tun,

in jedes Wort,

in jeden Satz,

in jeden Blick.

 

Einwand:"Das Zitat sagt alles über die dritte und wichtigste Dimension des Lebens aus."

 

Könnten wir denn auf eine verzichten?

Falls "Nein", gibt es keine "wichtigste" Dimension des Lebens.

 

 

 

 

Wertigkeiten

 z

 

Wenn ich in Gott vergeh,

so komm ich wieder hin,

wo ich von Ewigkeit

vor mir gewesen bin.

 

Angelus Silesius

 

Ja, das Leben ist nur eine kleine, eine sehr kleine Episode von Inkarnation in diese (materielle) Form. Wir machen ein paar Erfahrungen, die ohne Körper und damit auch ohne den Emotio-nalkörper nicht möglich sind – mehr nicht.

 

 

   Es ist ein bißchen wie das bekannte Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel:

   Alle Beteiligten wissen: Es ist ein kurzes Spiel, in dem wir den Willen

   und die Emotionen einsetzen können, und das  zufällige  Glück und

   Unglück zudem auch noch eine Rolle spielen. Ein kleines Vergnügen.

   Und dennoch wird das sehr schnell vergessen und es wird ernst! Das

   Spielerische und das Heitere... gehen in Nullkommanichts flöten.

 

 

Der Ernst und das Engstirnige könnten in unserem Leben gar nicht greifen, würden wir uns gelegentlich daran erinnern, daß wir in die-sem Spiel nur einen kurzen Gastauftritt haben.

Also wird sich der bewußte Mensch nicht lange in einen Streit begeben können. Denn Streit und viele andere Dummheiten sind nur in tiefer Unbewußtheit möglich.

 

Der bewußte Mensch stellt sich schon eher die Frage: "Wer bin ich wirklich?" und kalibriert so, au passant, die Wertigkeiten.

 

 

 

 

Poesie & Wahrheit

z

 

Viele suchen ihr Glück,

wie sie ihren Hut suchen,

den sie auf dem Kopf tragen.

 

Nikolaus Lenau 

 

Zwar habe ich von diesem Nikolaus bis auf drei Zitate nichts weiter gelesen, aber bis hierher scheint er mir ein sympathischer Ausnah-me-Typ zu sein, der die Poesie, also schöne Worte und Sprachfor-men, mit inhaltlicher Weisheit verschmelzen läßt. 

 

Das ist eine Seltenheit.

 

Die meisten „Schriftsteller“ scheinen bloß in ihre Plots und Wort-Arrangements vernarrt und an Wahrheit... nicht sonderlich bis gar nicht interessiert zu sein.

 

 

 

 

Bildung oder Weisheit ?

 z

 

"Bildung kann man nicht downloaden."

Günther Jauch

 

Doch, Günther, wer das unbedingt will, kann das meiste von dem, was er an "Bildung" zu brauchen glaubt, downloaden.  Extern.

 

Vielleicht meinst du aber gar nicht Bildung, sondern Weisheit? Ja, auch Weisheit kannst du "downloaden".  Intern.

 

In einer wissensfreien, willensfreien und gedankenleeren Zone dei-nes Wesens. Also ausschließlich intern und in einer empfänglichen Haltung.

  

 

 

 

Vernunft schlägt Ratio

z

 

Gewiß ist alle Wissenschaft, die diesen Namen verdient, rational. Aber vernunftgemäß ist Wissenschaft nur, wenn sie vernunftgemä-ßen Zielen dient.“

Georg Picht

 

Georg, du unterscheidest die Vernunft von der Ratio. Von Vielen werden die beiden als das Selbe angesehen. Wenn wir mal von der Besetzung der Vokabeln absehen, sind wir im Grunde einig:

 

Die Wissenschaft muß sich, wenn auch nicht nur, der Ratio als ein wichtiges Werkzeug bedienen. Aber man darf die Ratio keinesfalls allein und sich selbst überlassen!

 

Schon die Ideen kommen aus Regionen, die weit oberhalb der Mög-lichkeiten des Verstandes beheimatet sind. Denn der Verstand kann immer nur in der selben ihm bekannten Suppe rühren.

 

Des weiteren benötigt die Wissenschaft auch alle Fähigkeiten, für die die andere Hälfte unseres Gehirns steht, sonst bleibt sie auf der Stelle stehen. Wissenschaft braucht die Neugierde des Kleinkindes (2), die Kreativität des Jugendlichen (3), aber auch und nicht zuletzt (!) die Verantwortung des Erwachsenen (4). Und aus der Einsicht zur Verantwortung geboren, muß auch noch die Weisheit (6) ihren anerkannten Platz einnehmen.

 

Wissenschaft...

darf nicht alles!

 

Wissenschaft, die sich vorwiegend auf die Ratio stützt, entwickelt sich zum Schaden von Mensch und übriger Natur. Kleinkindern (2) lassen wir zu Recht nicht alles durchgehen.

 

Entsprechend müssen wir auch die Wissenschaft (2) kontrollieren.  

 

Einwand: "Gesellschaftlich deuten folgende Eigenschaften auf eine inte-gre Persönlichkeit hin: Aufrichtigkeit, Humanismus, Gerechtigkeits-streben, Vertrauenswürdigkeit, Zivilcourage." 

 

Wenn du dir wirklich erlaubst, aufrichtig zu sein, erfüllst du das, was du hier eine "integere Person" nennst. Alles weitere von dir genannte und noch mehr entwickelt sich ganz natürlich aus dem... Mut zur Wahrhaftigkeit.

 

Aufrichtigkeit genügt. 

 

 

 

 

Bedeutung

z

  

Jedes Stück unseres Tuns oder Erfahrens trägt eine doppelte Be-deutung: Es dreht sich um den eigenen Mittelpunkt, es hat so viel an Weite und Tiefe, an Lust und Leid, wie sein unmittelbares Erlebtwerden ihm gibt; und es ist zugleich der Teil eines Lebens-verlaufes, nicht nur ein umgrenztes Ganzes, sondern auch Glied eines Gesamtorganismus.“

Georg Simmel

 

Es gibt da noch ein Drittes: Sofern wir in jedes Stück unseres Tuns oder Erfahrens die totale Aufmerksamkeit bringen, ist jedes Stück unseres Tuns oder Erfahrens bedeutungslos.

 

Sind wir total bei der Sache, ist der intellektuelle Teil unseres Ver-standes inaktiv. Und genau dieser Teil des Verstandes ist es, der erst jedem Stück unseres Tuns oder Erfahrens Bedeutung zuspricht.

 

Die Bedeutung liegt also nicht im Tun oder Erfahren selbst. Von sich aus hat weder das eine, noch das andere... eine Bedeutung.

 

 

 

 

Ignoranz

v

 

Eine Gesellschaft bekommt die Kriminellen, die sie verdient.

 

Emma Goldman

 

Was heißt das? Wenn uns (der Gesellschaft) die Zusammensetzung, ein mögliches Auseinanderdriften, eine stärkere Ungleichentwick-lung, die Aus-/Bildung der Kinder und Jugendlichen, die Möglich-keiten der Teilhabe vieler Menschen völlig wurscht ist, dürfen wir uns nicht über die Folgen wundern, die lediglich ein Indiz, ein Ausdruck für unser Unvermögen – oder noch schlimmer, für die fehlende Bereitschaft – zur Gestaltung einer befriedeten und zufrie-denen Gemeinschaft ist.

 

Das gewalttätigste Element der Gesellschaft ist die Ignoranz.

 

– Emma Goldman

  

 

 

Schutzlos

z

 

Der Empfindsame ist der Waffenlose unter lauter Bewaffneten.“

 

Berthold Auerbach

Bewaffnet sein oder waffenlos

ist nur relevant für jemanden, der sich selbst

im Krieg stehen sieht. Für alle anderen ist beides irrelevant.

 

Beide „Zustände“ beruhen auf Angst. Je mehr oder je tiefer wir in die Liebe fallen, desto dünner... wird die Angst. 

 

Die Liebe...

weiß nichts von Waffen.

Sie kennt weder Schutz noch Angriff.

 

 

 

 

Kennbares

z

 

Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an, interessant zu wer-den, wo sie aufhört.“ 

Justus von Liebig

 

Ja, so ist es. Genau da, wo wir mit unseren stochernden Stöckchen (dem Verstand) nicht mehr hin langen können, wird eigentlich erst die kindliche Neugierde (2) so richtig geweckt.

 

Ohne diese Neugierde gäbe es keine Forschung. Ihr haben wir einen Großteil unseres Wohlstands zu verdanken.

 

Wir unterscheiden zwischen:

 

A – Bekanntem

B – Unbekanntem

C – Unkennbarem

 

Es bedarf einer gewissen Reife, um mit Ehrfurcht auf die 99,99% des Unkennbaren blicken zu können, auf das, was existiert oder geschieht, dessen „Motor“ wir aber niemals werden auseinander nehmen und somit auch nicht begreifen können.

 

Wir ziehen den Hut und... werden still.

 

 

 

 

Nebelwand

z

 

Ein jeder Aberglaube versetzt uns in das Heidentum.“

– Justus von Liebig

 

 

Den Begriff "Aberglaube"

gibt es nur für einen Gläubigen,

der glaubt, sein Glaube sei der wahre.

 

Tatsächlich ist "Glaube" per se unwahr. Unsere (oder eine von wem auch immer übernommene) "Vorstellung" von etwas bleibt was sie ist: eine Vor-Stellung. Ein Glaube steht wie eine Nebelwand zwi-schen mir und der Wirklichkeit.

 

 

 

 

Effizient funktionierende... Prothesen

z

 

27.09.2016 Jubiläum! Google ist 18 Jahre alt geworden. Manchmal sind selbst Halbstarke... schon ziemlich stark ! 

 

Eines Tages werden Maschinen vielleicht denken können, aber sie werden niemals Phantasie haben.“

– Theodor Heuss

 

Die Maschinen werden immer genau so bereichernd oder schädlich für die Menschen und andere Wesen sein, wie es der Reifegrad des Konstrukteurs, des Auftraggebers und des Nutzers ermöglicht.

 

Ja, komplizierte Verstandesmechanismen können wir ihnen schon einpflanzen, aber zur Intelligenz... haben sie keinen Zugang; den haben nur wir lebende Wesen.

 

Die Verantwortung bleibt immer beim Menschen:  

  • Intention des Auftraggebers

  • Arbeit des Programmierers

  • Absichten des Anwenders

 

...bilden das Feld der Verantwortung in Bezug auf die Wirkung des Tuns der scheinbar (!) autonom agierenden Maschinen.

 

Frage: "Was bedeutet diese rasante Entwicklung der künstlichen Intel-ligenz für unser Leben, unsere Arbeitswelt und unser Menschsein?"

 

Es wäre fein, wenn mehr Fragen selber beantwortet würden. ("Ei-genständiges Denken")

 

Wir müssen den Begriff Fortschritt neu definieren, wir müssen ihm Menschlichkeit einhauchen. Albert Einstein formulierte es mal gnadenlos radikal folgendermaßen:

 

Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte,

solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.

 

So weit würde ich nicht gehen wollen. Das ist eine utopische Formulierung – jenseits all dessen, was wir „Realität“ nennen in dem, was wir schaffen können.

 

Meine heutige Definition:

 

Fortschritt bemißt sich an der Zunahme des Denkens in Mitmenschlichkeit und in der Folge am aufrichtigen Arbeiten daran, das Leid der Menschen und anderer Wesen lindern und die allgemeine Zufriedenheit in allen möglichen Bereichen heben zu wollen.

 

Chauvinismus, Patriotismus, Nationalismus, all diese und andere praktizierte Formen des Egoismus sind mit dem Begriff „Fort-schritt“ nicht vereinbar.

 

Einwand: "Intelligente Software?"  

 

Die gibt es nicht. Was im Bereich des Möglichen liegt: Intelligenz nutzende Programmierer ;-)

 

Einwand: "Algorithmen, intelligente Software und Roboter können immer mehr Dinge."

 

Algorithmen können“, „Software kann“, "Roboter können" suggeriert eigenständige Persönlichkeit und ein bißchen auch, als könnten sie aus sich selbst heraus wachsen. Aber... sie können gar nichts.

 

Es ist allein der Mensch, der den Zweck eines Algorithmus genau bestimmt. Seine Fähigkeit, die Intelligenz zu nutzen, seine Absichten, seine Weisheit, seine Reife (oder auch Unreife) bestim-men Wirkung und Ergebnis seiner Formeln.

 

Das selbe gilt für jede Software.

 

Und auch jeder Roboter bewegt sich immer nur im Rahmen der durch Intelligenz und Reife bestimmten Intention des Konstruk-teurs.

 

Maschinen sind

bloß Prothesen.

 

Ein effizient funktionierender Roboter ist

.eine effizient funktionierende Prothese.

 

Griechisch: Prósthesis = Anfügung

 

Wie nützlich, unterstützend und faszinierend diese Prothesen auch sein mögen, sie sind immer nur Handlungs-Verlängerungen, oder Erweiterungen, eben Anfügungen.

 

Im Idealfall sind Roboter intelligent ausgeklügelte 

Werkzeuge in der Hand von reifen Menschen.

 

 

 

 

Das Böse

z

 

Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.“

– Edmund Burke

 

„Den Bösen“ und „den Guten“ gibt es aber doch gar nicht, lieber Edmund. Es gibt nur den Menschen. Da wir Menschen sehr an der Unversehrtheit unsere Körper und deren Freiheit interessiert sind, unterscheiden wir zwischen bösen Taten und guten Taten – je nach dem, was uns gut und was uns nicht gut tut. Aber wegen dieser Unterscheidung der Taten, müssen wir nicht den ganzen Menschen anhimmeln oder... verdammen.

 

Es genügt,

die TATEN zu bewerten. 

 

Je weniger Hass, desto weniger Böses. 

 

Ein Rabbi wurde gefragt: „Wann genau in tiefer Nacht wissen wir denn, daß die Dunkelheit weicht und der Morgen beginnt?“

Der Rabbi antwortete: „Die dunkle Nacht neigt sich dem Ende, wenn dir ein Mensch begegnet und du sehen kannst, daß er dein Bruder ist.“

 

 

 

 

Drama

 z

 

Die dramatisch wirksamste Schuld eines tragischen Helden ist die Untreue, begangen an seinem obersten Grundsatz.“

– Jakob Bosshart

QUIZFRAGE:

Ist Treue irgendwie mit der Weisheit verwandt?   Natürlich nicht.

Und oberste Grundsätze?   Die sind es genau so wenig.

Treue ist nicht frei.  Treue wird erwartet und/oder gefordert. 

 

Untreue wird in irgend einer Weise geahndet. Nur sehr selten wird sie mit Liebe vergolten. 😉 Ja, in diesem Fall geschähe... Weisheit.

Das Konstrukt „Schuld“ ist hier an die Untreue gebunden. Mit dem Wegfall von Treue/Untreue verschwinden auch Schuld & Unschuld.

 

Treue, Untreue, Schuld, Unschuld, untere und oberste Grundsätze, alles das sind Zutaten der Dramaturgie auf der sozialen Ebene des Menschen, auf der die regelnden Konstrukte noch den Ersatz für Reife und Bewußtheit bilden, welche aber erst... die Freiheit ermög-lichen.

 

 

 

 

Geld

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Geld, hatte sich herausgestellt, war genau wie Sex. Du hast an nichts anderes gedacht, wenn du's nicht gehabt hast, und du hast an andere Dinge gedacht, wenn du es hattest.“

– James Baldwin

 

Das, was du hier sagst, was du beobachtet hast, liegt nicht am Geld und auch nicht am Sex.

 

Es ist der Verstand,

der so funktioniert.

 

Der Verstand kann weder den augenblicklichen Moment ertragen, noch kennt er die Zufriedenheit. Er kann die Dinge nicht nehmen, wie sie gerade sind.

 

Wenn wir im gegenwärtigen Moment, also total präsent sein wollen oder wenn wir die Zufriedenheit kennenlernen wollen, müssen wir den Verstand mal für eine gewisse Zeit beiseite lassen.

 

Er wird es uns schon nicht verübeln, wenn wir mal nicht... seinen Automatismen aufsitzen.

 

 

 

 

Stützen der Gesellschaft 

z

 

"Tugend besteht nicht aus der Abwesenheit der Leidenschaften, sondern in deren Kontrolle.“

– Josh Billings

  

Auf den unteren Stufen der Reife bedarf es...

1. der Tugend,
2. der Moral,
3. des Gesetzes.

 

Auf den oberen Ebenen, im Feld der Bewußtheit, werden diese äußeren Hilfs-Strukturenals Krücken für ein ungefähr reibungs-loses Funktionieren der Gesellschaft – hinfällig.

 

 

 

 

Veränderung ?

 

 

Gestern

war ich schlau.

Also wollte ich die Welt ändern.

Heute bin ich weise, also ändere ich mich selbst.

 

Rumi

 

Heute lasse ich die Idee, mich selber ändern zu wollen, 

los und nehme mich genau so, wie ich gerade jetzt bin. 

 

Nirmalo 

 

Wir müssen hier zwischen zwei verschiedenen Ebenen unterschei-den: Auf der spirituellen Ebene ist keine Veränderung möglich und auch nicht nötig, dort gibt es nichts, das verbessert werden könnte. Dort, wenn wir uns also in unserer Mitte befinden, ist alles perfekt.

 

Auf der sozialen Ebene aber macht die Idee, 

etwas verändern zu wollen... durchaus Sinn.

 

 

 

 

Vertikale

 

 

In den Bildungsanstalten wird uns die Leistung nahegebracht, aber nicht die Weisheit. Wir haben sie aus den Augen verloren und müssen uns dringend wieder auf sie besinnen: Die Vertikale.

 

Denn wir benötigen beides, wenn wir als Menschen überleben und die Natur um uns herum erhalten wollen: Kompetenz auf der horizontalen, auf der sozialen Ebene und die nötige Geistige Reife in der Vertikalen.

 

Geistige Reife = ist als spiegelndes Maß ein unverzichtbares geis-tiges Hilfsinstrument.

 

Wir alle verhalten uns ausnahmslos und unentwegt entweder in einer geistig reiferen oder in einer eher unreifen Weise – ganz unabhängig davon, ob wir den Begriff „Geistige Reife“ als nützliches Vergleichs-Maß gebrauchen oder nicht. Es ist intelligent und praktisch, also sinnvoll, ihn zu verwenden, so wie es sinnvoll weil praktisch ist, eine vorhandene Luftpumpe zu verwenden, wenn wir Luft in einen Fahrradschlauch blasen wollen: Es vereinfacht die Sache.

 

Durch die Verwendung des Maßstabs „Geistige Reife“ bleiben wir nicht auf der Horizontalen stecken, sondern beziehen auch die Vertikale ein. Solange wir diese (ignorant) nicht einbeziehen und somit auf der Ebene verbleiben, können wir vieles (noch) gar nicht verstehen. 

 

Die Geistige Reife spiegelt sich in den meisten unserer willkürli-chen Aktionen, also im Handeln des Menschen, aber auch in seinen Intentionen, in seinem Denken, in seinem Sprechen, und natürlich auch... im Schreiben.

 

Eine erste Hilfe oder Einführung kann sein, wenn wir zunächst nur unser eigenes Verhalten, unser eigenes Denken, unsere eigenen Absichten beobachten und begutachten, indem wir dieses verein-facht entweder der Reife oder der Unreife zuordnen. Die nuancie-renden (sieben) Abstufungen können dann später erfolgen.

 

Die Hilfsstruktur „Geistige Reife“ dient uns also als Referenz zur Problemlösung.

 

  • Die 6 Schulnoten dienen der Bewertung.

  • Die 7 Stufen der Geistigen Reife dienen dem Verstehen.

 

Der ParameterGeistige Reife“ dient nicht der (Ab-)Wertung und selbstverständlich auch nicht der Pathologisierung, sondern aus-schließlich dem besseren Verstehen von Phänomenen, die ohne diese Vergleichskonstruktion nicht verstanden (und folglich auch nicht die weiteren sachlich richtigen Konsequenzen gezogen, bzw. eingeleitet) werden können, denn:

 

Ein Fehler kann erst behoben werden,

wenn er als ein solcher erkannt wurde.

 

Ein Problem kann erst dann gelöst werden, wenn

seine Struktur differenziert gesehen werden kann.

 

Die gute Nachricht: Dieser Maßstab steht uns allen und zwar jeder-zeit und aufwandslos zur Verfügung.

 

Es gibt Bereiche im gesellschaftlichen Schaffen, in denen der Grad der Geistigen Reife nahezu keine und andere, in denen sie eine bedeutende Rolle spielt.

  

Ein Zugführer braucht eine gute Ausbildung und trägt eine hohe Verantwortung in Bezug auf sein Fahrzeug und die mitreisenden Personen. Dennoch ist es für seine Tätigkeit unerheblich, ob er eher ein unerträglicher Zeitgenosse oder ein vorwiegend mitfühlendes Wesen ist, ob er täglich ein Massenblatt liest oder eher den Philo-sophen gibt.

  

Für den Job des Schullehrers ist diese Frage schon nicht mehr so unbedeutend, auch dann nicht, wenn er seine Ausbildung cum laude abgeschlossen hat. Von ihm werden (unausgesprochen!) Formen von Nutzung der Intelligenz erwartet, die wir weder von einem Zugführer, noch von einem Flugzeugpiloten erwarten.

  

Die Fachkompetenz liegt auf der Horizontalen, die Geistige Reife in der Vertikalen.

  

Bezüglich des Politikers verhalten wir uns ein bißchen schizo-phren: Einerseits betonen wir, daß die Zusammensetzung der Parlamente den Durchschnitt der Bevölkerung wiedergeben soll, andererseits erwarten wir von ihm vorwiegend weise Entscheidun-gen zum Wohl des Gemeinwesens.

  

Das geht nicht zusammen. Wir müssen uns mit der Unzulänglich-keit der Volksvertreter abfinden oder uns von der romantischen Idee verabschieden, daß jeder Bürger für ein solches Amt geeignet ist.

  

Diesen Grad an Fahrlässigkeit leisten

wir uns... in keinem anderen Bereich!

  

Mit blendendem Aussehen, anständigem Verhalten, mainstreamge-rechten Meinungen, elaborierter Rhetorik, guter Bildung, umfang-reichem Wissen, starker Energie, leuchtendem Charisma, über-durchschnittlicher Klugheit, brennendem Ehrgeiz, klarem Durch-setzungsvermögen... hat die Geistige Reife nichts zu tun. All dies sind Elemente, noch auf der Horizontalen.

 

Die Weisheit wir nirgends gelehrt, aber
wir müssen sie vom Politiker erwarten!

 

 

Geistige Reife

 

 

 

 

Hoffnung ? 

z

  

"Zwei Wahrheiten, die die Menschen nie glauben werden: Daß sie nichts wissen und daß sie nichts sind. Man füge eine dritte hinzu: Daß es nach dem Tod nichts zu hoffen gibt." 

– Giacomo Graf Leopardi

  

"Daß es nach dem Tod nichts zu hoffen gibt." 

 

Der Satzteil ist sehr lustig, weil Hoffnung ausschließlich Sache des Verstandes ist und der ist nach dem Tod des Körpers wohl nicht mehr gut zu gebrauchen.

  

Hoffnung ist ein Kind der Angst und die stammt aus einer Produk-tions-Abteilung des Verstandes. Wohlgemerkt: Auf dieser Seite, also vor dem Tod.

  

Die Angst (im Mantel der Hoffnung) erscheint, wenn Liebe, Ver-trauen und Hingabe mal kurz abwesend sind. 

 

"Daß sie (die Menschen) nichts wissen und daß sie nichts sind." 

 

Ja, das ist für den Verstand unmöglich, zu akzeptieren – er ist dafür nicht gebaut.

 

Das kann nur in Momenten, in denen wir uns außerhalb des Ver-standes befinden, gesehen werden.

 

 

 

 

Verwandtschaft

z

 

Die Leute werden weiterhin morgens aufstehen, ins Auto steigen und ins Büro fahren - aber in ihren Köpfen geht etwas Gefährliches vor sich. Denn sie leiden unter der bürgerlichen Langeweile. Nichts passiert. Die Politik kann man nicht ernst nehmen. Unsere Monarchie hier in England ist ein Witz. Woran sollen die Leute noch glauben? Alles Aufregende geschieht in ihren Köpfen. Das ist ein gefährlicher Ort. [...] Es ist wie im Zoo mit den Schimpansen. Wenn man ihnen den Tisch deckt, sitzen sie eine Weile still und trinken eine Tasse Tee. Aber urplötzlich fangen sie an, alles zu zertrümmern, weil sie die Langeweile, die Ereignislosigkeit nicht ertragen. Da greifen sie lieber zur Gewalt. Ich fürchte, wir sind noch immer sehr eng mit den Schimpansen verwandt.“

– James Graham Ballard

 

Ja, auf der einen Seite sehen wir unsere Verwandtschaft mit den Tieren. Auf der anderen Seite können wir unser EinsSein mit dem Göttlichen sehen. Es kommt also ganz darauf an, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken: Auf das Tierische in uns, oder auf das Göttliche.

 

Einwand: "Londoner Unruhen, Vandalismus in Berlin, steuern wir auf den "Planet der Affen" zu?" 

 

Du schaust wohl viel fern?

Schau mal nach innen und antworte selbst.

 

 

 

 

Glück im Vergleich ?

z

  

"Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind." 

Charles-Louis de Montesquieu

 

Wie, lieber Charles-Louis, solltest du auch glücklich sein können, wenn du dich – selbst im Glück – noch im Wettbewerb zu anderen Menschen befindest?

 

Glücklich kannst du erst dann sein,

wenn du das Vergleichen bleiben läßt.

 

 

 

 

Auslenkung

z

  

„Glück mißt man nicht nach der Länge, sondern nach der Tiefe.“

 

– Carl Sandburg:

Du hast dabei eine Amplitude vor Augen?

 

Dann sprichst du von der – als Glücks-Moment empfundenen – Auslenkung in die Höhe. Die andere Seite der Medaille wäre der (als Unglück empfundene) Ausschlag nach unten.

 

Die Glück/Unglück-Amplitude hat noch etwas Drittes, die Mittel-Linie. Sie repräsentiert die Zufriedenheit. Wer diese bevorzugt, wird von den glücklichen und unglücklichen Auslenkungen nicht (mehr) besonders stark berührt.

 

Er bleibt mehr... 

in der Balance.

 

 

 

 

Würde

z

 

Das Leben eines Entwurzelten scheint mir viel weniger verächtlich, als das Leben eines Menschen, der sich mit der Tyrannei des Durchschnitts abfindet.“

James Joyce

 

Was willst du uns damit sagen? Es ist doch egal, ob sich jemand mit der Tyrannei seiner Frau oder der seiner Regierung abfindet, ob sich jemand mit der „des Durchschnitts“ (?) abfindet und ob dir jemand als „entwurzelt“ oder als „verwurzelt“ erscheint...

 

Was auch immer das heißen soll: Du unterscheidest zwischen mehr und „weniger verächtlich“, aber offenbar verachtest du.

 

Es gibt Gründe,

eine Handlung zu mißbilligen,

aber es niemals nötig, einen Menschen zu verachten!

 

Ob du jemandes Verhalten magst

oder nicht: Er behält seine Würde.

 

 

 

 

Persönlichkeit

J

  

It is quite possible – overwhelmingly probable, one might guess – that we will always learn more about human life and human personality from novels than from scientific psychology.“

 

"Es ist durchaus möglich, überwältigend wahrscheinlich, könnte man vermuten, dass wir über das Leben und die Persönlichkeiten von Menschen stets mehr aus Romanen lernen werden, als von der wissen-schaftlichen Psychologie." 

– Noam Chomsky

Ja, es ist durchaus möglich. Warum?

 

Weil die Wissenschaft nicht so intelligent vorgeht, wie es der Mainstream gerne glauben möchte.

 

Da erlauben sich die Romanschreiber schon eher – wie zufällig – ihrer Intelligenz zu folgen, da von ihnen weit weniger an geordneter (letztlich intelligenz-blockierender) Struktur erwartet wird, denn von einem „Wissenschaftler“. Dem Schriftsteller läßt man seine unbeweisbaren Erkenntnisse schon mal als "kreative Unordentlich-keit" durchgehen. Er ist – anders als der sich als Wissenschaftler verstehende – frei.

 

Ob es und wie bedeutend es für uns ist, „über das Leben und die Persönlichkeiten von Menschen“ zu erfahren, steht hier auf einem anderen Blatt. 

 

 

 

 

Einheit

z

 

Jeder Charakter ist durch zwei teilbar,

da Gut und Böse beisammen sind.

 

~ Erich Kästner

 

Gut“ & „Böse“ liegen so nahe beisammen, daß sie bequem in eine Person passen.

 

Nichts Menschliches ist uns fremd  

ob wir das sehen können (wollen), oder nicht.

 

 

 

 

Stagnation

z

 

Menschheit: Einige wenige Vorläufer, sehr viele Mitläufer und eine un-übersehbare Zahl an Nachläufern.“

– Jean Cocteau

 

Auch hier wird wieder mal – ohne daß sie direkt angesprochen wird – auf die Geistige Reife verwiesen.

 

Ja, es scheint so, als ob das Verhältnis der Menschen in ihren jeweiligen scheinbar "eingefrorenen" Reifestufen, gleich bleibt:

 

- Wenige Vordenker

- Kaum mehr Mitdenker

- Die meisten... Nachdenker

 

  

Geistige Reife

 

 

 

 

Gewohnheit

z

 

Wer keine üblen Gewohnheiten hat, hat wahrscheinlich auch keine Persönlichkeit.“

– William Faulkner

 

Gewohnheiten sind nichts als gelernte Wiederholungen. Wenn sie dir nicht gefallen, kannst du sie gegen andere austauschen. Oder du gibst Bewußtheit in dein Tun, dann können sich Gewohnheiten als solche nicht lange halten.

 

Persönlichkeit ist die Summe

antrainierter Gewohnheiten.

 

Die „Persönlichkeit“ ist eine Idee mit praktischer Funktion, die aber darüber hinaus keinen Wert hat. Sie ist banal, oberflächlich, ein Konglomerat antrainierter Gewohnheiten. Gewohnheiten und Persönlichkeit sind unbedeutende Randerscheinungen.  

 

Das Wesentliche, nämlich das, was uns die Würde verleiht, ist allen Menschen gleich.

 

Einwand: „So richtig was anderes ist das aber nicht, als das, was der William sagte.. oder?“

 

Den Unterschied macht, daß der William "eine Persönlichkeit haben" scheint´s für etwas Edles hält.

 

Wir sollten statt dem Äußeren, der Fassade (Persona = Maske), lieber den Kern, also das innere Wesen des Menschen würdigen.

  

 

 

 

Paradies

z

 

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.“

– Dante Alighieri

 

Da gibt es aber noch Einiges mehr, Dante Alighieri. Die Liebe, die Freude, das Vertrauen, die stille Heiterkeit, die Musik, die Intelli-genz, die Bewußtheit, das Staunen, die Harmonie, die Kreativität, die Wahrheit, das Berührtsein . . .

 

 

 

 

Draußen-Drinnen

J

 

"I only went out for a walk, and finally concluded to stay out till sundown, for going out, I found, was really going in."

 

"Ich ging bloß hinaus zu einem Spaziergang und beschloß dann, bis zum Sonnenuntergang draußen zu bleiben, denn ich stellte fest, daß Hinausgehen in Wirklichkeit Hineingehen war."

– John Muir

  

Jemand läuft so lange und so weit im Außen, bis er das Innen ent-deckt. Dann geht er immer noch nach Draußen, aber er weiß jetzt, daß dort nichts zu holen ist.

 

 

 

 

Begegnungen

z

 

Laß niemals zu, daß du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“

– Mutter Teresa

 

Das riecht nach viel Anstrengung! Sie könnte genau so gut sagen: „Laß niemals zu, daß dir jemand begegnet, und du anschließend nicht glücklicher bist!“ Der selbe Streß. Ich lasse es lieber offen; das ist für alle Beteiligten... viel entspannter :-)

 

Ein "guter Mensch" sein wollen, puh, das ist anstrengend. So etwas nennt man eine "Lebensaufgabe" oder eine "never ending story". Warum es sich so schwer machen? Warum nicht einfach du sein, so wie du bist? Ist bestimmt keine große Katastrophe für die Anderen. 

 

Einwand: "Das wäre egoistisch."

 

"Mutter Teresa" steht für Altruismus. Ob egoistisch, oder altruis-tisch, beides... ist pathologisch.

 

Der Egoist mag die Idee: Ich bin wichtiger als irgend jemand sonst. Der Altruist bevorzugt die Idee: Jeder andere ist wichtiger als ich selbst.

 

In der Mitte ist es viel gesünder; alle sind gleich gültig:

Niemand ist wichtiger oder unwichtiger als ich selbst. 

 

Was immer uns an der Oberfläche auch unterscheidet, ob "reicher" oder "ärmer", was auch immer..., es ist immer das selbe Selbst.

 

Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand. Blaise Pascal

 

 

 

 

Wahre Bildung

z

  

"Wahre Bildung besteht darin, zu wissen, was man kann und ein für alle Mal zu lassen, was man nicht kann."

– Hermann Bahr

 

Hermann, du sprichst hier nicht von Bildung (was immer das auch sein soll), sondern von Lernen durch Erfahrung.

 

Du nimmst einen Hammer und ein paar Nägel. Je nachdem, ob in den nächsten Minuten ein Daumen blau anläuft oder nicht, weißt du, ob du hier etwas kannst oder nicht.

 

Wer von „wahrer“ Bildung spricht, weiß auch von „unwahrer“ Bil-dung. Andernfalls macht das Adjektiv keinen Sinn. Was bitte ist also „wahre“ und was ist „unwahre“ Bildung?

 

 

 

 

Vollständig

z

  

Jeder von uns ist ein Engel mit nur einem Flügel. Und wir können nur fliegen, wenn wir uns umarmen.“

Luciano De Crescenzo

 

Luciano, das klingt ein bißchen so, als wären wir allesamt amputiert

😊Dem ist nicht so. Die Zweigeschlechtlichkeit unserer Körper kann schon mal eine solch eigenartige Idee aufkommen lassen; ebenso unsere – unterschiedlich verteilten – emotionalen Defizite. Dennoch:

 

Wir alle...

sind vollständig.

 

Unsere Leichtigkeit (oder „Schwere“) hängt ganz davon ab, wie sehr wir im Verstand sind: Je mehr wir uns erlauben, unseren Verstand nicht ganz so ernst zu nehmen, desto leichter können wir uns be-gegnen und desto leichter fallen uns Berührungen.

 

Im ernsten Zustand? So gut wie unmöglich.

 

F r e u d e

schenkt Leichtigkeit.  

Auch Meditationen... können helfen.

 

 

 

 

Grenzen der Ideen

z

 

Je populärer eine Idee, desto weniger denkt man über sie nach und desto wichtiger wird es also, ihre Grenzen zu untersuchen.“

 

Paul Karl Feyerabend

 

Die Finanzkrise wird besprochen, wie eine Flutkatastrophe. Sie ist aber kein Schicksal, sondern eine menschengemachte Idee. Eine Idee, die dem Ganzen nicht förderlich ist, kann man kippen und gegen eine bessere austauschen.

 

Geld ist ein/das Tauschmittel. Es sollte uns und die Wirtschaft reibungslos unterstützen. Ich halte nicht viel von Verboten. Aber wenn erwiesenermaßen die Gier regiert, sollte jeglicher Handel mit Geld schlicht verboten werden.

 

Eine Idee sollte die Gesellschaft unterstützen und nicht die Gesell-schaft eine Idee.

 

Feyerabend !  

 

Einwand: "Außerdem wird es immer noch genauso viel Gier geben."

 

Ja klar, die Gier ist wie ein schwarzes Loch, verleibt sich Unmengen ein, ohne jemals zu einer Sättigung zu gelangen.

 

Ich kenne das vom Eisessen: Wenn, dann 6 Kugeln. Aber selbst die 7. würde mir vielleicht Magenschmerzen bereiten, aber... keine Sättigung.

 

Gier ist eine psychologische Krankheit, die letztlich auf Angst ba-siert. Wer von ihr befallen ist, sollte sich in einer Eisdiele austoben, aber nicht in einer Bank.

 

In der Eisdiele schadet er nur sich selbst, in der Bank auch anderen.

 

Ein paar Bankräuber sind auch kein Problem, aber diese Schwärme von Brokern... Und in den Medien wird noch fleißig dafür gewor-ben, es möge sich doch jeder einelne reichlich betätigen oder zu-mindest Börsenspekulationen für voll normal halten!

 

Will dir aber nicht das Vergnügen am Malaga rauben ;-) 

 

 

 

 

In Frieden kommen

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"Der Schmerz, der uns zugefügt wird, ist nicht die schwerste Last des Lebens. Viel schwerer legt sich eines Tages auf unsre Schultern der Schmerz, den wir den anderen zugefügt haben.“

Herman Bang

 

Ja, es ist eine Frage von Bewußt-sein. Oft wissen wir nichts von den Schmerzen, die wir anderen zufügen, weil wir so sehr mit unserem eigenen Wohlstand beschäftigt sind, daß wir gar keine Zeit haben, die Zusammenhänge zu erkennen.

 

Es ist z.B. die Idee von "Eigentum", die zwar einerseits Wohlstand schafft, aber andererseits – auf Grund von (Existenz-)Angst – Gemeinwohl verhindert.

 

Jesus soll das mal viel einfacher ausgedrückt haben:

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." So einfach!

 

"Das, was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr MIR getan."

 

Alle Menschen sind seine Brüder.

Alle Menschen sind meine Brüder.

Alle Menschen sind deine Brüder

 

Ob wir das sehen können, oder nicht. Daß es mindere als mich gibt, ist nicht die Wahrheit, das ist allenfalls mein Denken.

 

Wenn du lange genug an einem Platz wartest, schwimmen die Lei-chen deiner Feinde an dir vorüber.“

Chinesische Weisheit

 

Wer aber keine Feinde kennt, kann fröhlich pfeifend seines Weges ziehn.

 

Einwand: „Das scheint mir das Risiko am unerkannten Altruismus zu sein: Dass wir andere lieben und annehmen wie sie sind...und uns doch dabei endlos selbst weh tun, wenn wir nicht erkennen, dass wir uns selbst vergessen haben.“

 

Der Altruismus ist so faul wie der Egoismus. Die Selbstfürsorge, die Achtsamkeit gegenüber der eigenen Person sollte nicht auf der Strecke bleiben. So, wie niemand unbedeutender ist als du, so ist auch niemand bedeutender als du.

 

Einwand: „...wird genaues Hinschauen ins eigene Innere unumgäng-lich.“

 

Im frühen Alter ist das Nach-außen-gehen von großem Nutzen für das Wachstum des Menschen. Ab einem gewissen Stadium der Reife ist das Nach-innen-schauen unumgänglich.

 

Wir basteln uns die Probleme im Außen; 

Die Lösungen finden wir nur im Inneren.

 

 

 

 

Kleinigkeiten ?

z

 

"Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzu-heben versteht, hat ein Vermögen."

– Jean Anouilh

 

Zu versuchen, das Leben mit dem Portemonnaie zu beschreiben, ist schon ein bißchen wunderlich, lieber Jean. Aber vielleicht hast du in deinem Leben ja auch noch was anderes gesagt ;-) ?

 

 

Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.“

 

...druckst Charles Dickens.

  

Der gewöhnliche tägliche Klo-Besuch der 

wichtigste... vor allen anderen Besuchen.  

 

Es gibt nichts Großes und nichts Kleines im Leben. Bedeutend wird das, dem wir gerade unsere volle Aufmerksamkeit widmen.

 

 

 

 

Kleinigkeiten

z

  

Jeder Mensch ist ein Künstler.

 

Lass dich fallen.

Lerne Schnecken zu beobachten.

Pflanze unmögliche Gärten.

Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.

Mache kleine Zeichen, die “Ja” sagen

und verteile sie überall in deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.

Freue dich auf Träume.

Weine in Kinofilmen.

Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen.

Verweigere “verantwortlich” zu sein. Tu es aus Liebe.

Mach viele Nickerchen.

Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.

Glaube an Zauberei.

Lache viel.

Bade im Mondlicht.

Träume wilde, phantasievolle Träume.

Zeichne auf die Wände.

Lies jeden Tag.

Stell dir vor, du wärst verzaubert.

Kichere mit Kindern.

Höre alten Leuten zu.

Öffne dich, tauche ein, sei frei.

Segne dich selbst.

Lass die Angst fallen.

Spiele mit allem.

Unterhalte das Kind in dir.

Du bist unschuldig.

Baue eine Burg aus Decken.

Werde nass.

Umarme Bäume.

Schreibe Liebesbriefe.

 

(Dieses Gedicht wird oft dem Künstler Joseph Beuys zugeschrieben, was aber wohl durch keine Originalquelle belegt ist. Status der Autorenschaft ist derzeit (2017) also... – unbekannt)

 

 

Hier geht es darum, sinnlich leben und mal nicht darum, seinen Kopf zu bemühen, zu „analysieren“.

 

"Wenn du in einem Garten keine Liebe machen kannst, wenn du dort nicht träumen oder dich betrinken kannst, asphaltiere ihn doch – wozu ist er sonst gut?" 

– Tim Smit  in "The Lost Gardens of Heligan"

 

 

 

 

Grenzen

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"Ein denkender Mensch kann sowohl den Gipfel eines Berges als auch die Nasenspitze einer Fliege erklimmen."

André Breton

 

Manche Leute sind dermaßen ins Denken vernarrt, daß sie sogar imstande sind, solch einen Quark zu formulieren. 

 

Eine Imagination ist und bleibt... ein Hirngespinst.

 

Einwand: „Vorstellungskraft kennt keine Begrenzung und kein Hin-dernis.“

 

Doch, es gibt sie, die Grenzen des Vorstellungsvermögens:

 

Du kannst dir nichts vorstellen,

was du dir nicht vorstellen kannst.

 

Die Grenzen deiner Sinne und deiner Erinnerung

bilden die Grenzen deines Vorstellungsvermögens. 

 

Albert Einstein sagte mal, daß er die besten Einfälle habe, wenn er ent-spannt in seiner Badewanne liegend, mit den Seifenblasen spielte.

 

Unser Verstand ist ein nur ausführendes Organ.

Die Ideen, die Einfälle... kommen woanders her.

 

Der Verstand ist hauptsächlich ein NACH-Denk-Werkzeug. Es eig-net sich bestens für alle möglichen kognitiven  N a c h arbeiten.

 

Intelligenz steckt nicht im Werkzeug

selbst, sondern in seiner Handhabung.

 

Wir gehen dann intelligent mit einem Werkzeug um, wenn wir nicht nur seine in ihm steckenden Möglichkeiten, sondern auch deren Grenzen sehen können.

 

Einwand: „Wir koennen denken was wir wollen.“

 

Nein... :-) Das kann nichtmal Professor Dr. Gscheit.

 

Die Grenzen liegen nicht in der (einer) Person begründet, sondern in den Möglichkeiten des Verstandes als solchem. Wir können zwar einerseits die Möglichkeiten des Verstandes ausloten, können aber andererseits nicht mit ihm selbst seine Grenzen erkennen.

 

So wenig, wie der Hamster durch schnelleres

Rennen das Ende der Strecke erreichen kann.

 

Ein bedeutender Aspekt der Intelligenz ist, Grenzen als solche er-kennen können.

 

Wenigstens das... haben wir dem Hamster voraus:

Wir verstehen ein bißchen von Dimensionswechsel. 

 

Noch etwas...

 

Wir können zwar tun was wir wollen, können

aber schon nicht mehr wollen, was wir wollen.

 

 

 

 

Ist schon irre...

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"Alle sind Irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt." 

Ambrose Bierce

 

Der Logik nach... nimmst du dich, Ambrose, aus der Gruppe der im Wahn lebenden Irren nicht aus.

 

Der Begriff „Irre“ macht aber nur Sinn, wenn es auch (mindestens) einen Nicht-Irren gibt. Da du den Begriff verwendest, hast du also eine Vorstellung von einem Menschen, der nicht irre ist. Diese bleibst du uns schuldig.

 

Es ist jedoch nicht ganz ausgeschlossen, daß deine (Selbst-)Beob-achtung unzureichend und schon deshalb auch deine Diagnose feh-lerhaft ist. Das käme dir zu Gute :-)

 

Dem Wort nach ist der Philosoph...

ein Mensch mit Liebe zur Weisheit.

 

Und also ist er auch ein Mann der Wahrheit. Qualitäten, die uns gut täten, würden mehr von uns sie verstärkt in den Blick nehmen. Aus dieser Gruppe hast du dich, Ambrose, leider selber ausgeschlossen.

 

 

 

 

Haltlos

z

 

Eifersucht ist die unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten.“

 

– Ambrose Bierce 

 

Ambrose: "...wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten."

 

Das ist die Sprache des Händlers, des Geschäftemachers, der vom Bestreben der Maximierung seines Gewinns getrieben ist und alles andere in seinem Wert diesem unterordnet.

 

Wer so denkt, bewegt sich auf der Ebene des Handels, aber... nicht in den Höhen der Liebe. 

 

Ambrose: "...es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten,"

 

Du setzt voraus, daß wir überhaupt die Macht hätten, einen Men-schen – oder sogar die Liebe – (auf-)„halten“ zu können. Das ist wie mit einem Fischernetz das Meerwasser einfangen wollen.

 

Eifersucht und Liebe...

schwingen nicht in der selben Oktave. 

 

  • In der Eifersucht (einem Kind der Angst) schwingen       wir in den niedrigsten Frequenzen.

  • In der Liebe schwingen wir in den höchsten.

  

Beides gleichzeitig... geht nicht: 

Entweder sind wir in Angst, oder wir sind in Liebe.

 

Eifersucht und Liebe können sich nicht

begegnen, sie bleiben  einander  fremd.

 

 

 

 

Tätig sein

z

 

Die Tätigkeit ist eine Folge verzweifelter Handlungen, welche erlauben, die Hoffnung zu bewahren.“

Georges Braque

 

Es ist eine Frage der Geistigen Reife.

 

Auf der Reife-Ebene des Kleinkindes (2) gibt es noch so etwas wie „Hoffnung“. So lange wir um diese bangen, bleiben wir dort unten stecken und Verzweiflung ist die übliche Folge. Denn Hoffnung & Verzweiflung sind ein vertrautes und untrennbares Paar.

 

Nein, Tätigsein muß keine Folge verzweifelter Handlungen sein. Unsere Schwingung beim tätig sein kennt auch andere Quellen, auch solche, die aus höheren Ebenen gespeist sind.

 

Es genügt bereits, einer Tätigkeit die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Dann ist schon kein Platz mehr für trübes Gedankenzeugs. Einfach jede Tätigkeit mit Achtung ausführen, genügt – und die Frequenz verändert sich. Jetzt befinden wir uns auf einer höheren Ebene der Reife.

 

Dankbarkeit, Freude, Ehrfurcht... zum Beispiel

schwingen auf einer höheren, auf einer hohen Ebene.

 

Es macht einen Unterschied, ob jemand seinen Lobgesang in sein Tun fließen läßt, oder aber sein Unwohlsein. Die jeweilige Schwin-gung belebt das Werk auf ihre Weise.

 

Wir nennen nahezu jede kreative Tätigkeit – außerhalb des Nütz-lichen – „Kunst“, ohne den jeweiligen Stand der Reife des „künstle-risch“ tätigen Handwerkers im Augenblick der Kreation in Betracht zu ziehen.

 

Das wiederum ist ein Hinweis... 

auf die Unreife des Rezipienten.

 

 

 

 

Wahl der Worte

z

 

Dumme Gedanken hat jeder,

aber der Weise verschweigt sie.

 

Wilhelm Busch

 

Wir alle kennen alle Ebenen der Geistigen Reife aus uns selbst heraus. Ob sie uns immer bewußt sind, ist eine andere Frage und wie lange wir uns auf welcher Ebene aufhalten, wieder eine andere. 

  1. Dumme Gedanken hat jeder.

  2. Aber nicht jeder kann sie sehen (Bewußtheit erforderlich).

  3. Und schließlich kann nicht jeder sie von weiseren Gedanken unterscheiden. 

Und 4. ist deshalb nicht jeder in der Lage, die dummen Gedanken für sich zu behalten.

  

 

Ein bewußter Mensch

wählt seine Worte

sorgfältig.

 

 

 

 

Sich entfernen

z

  

Philosophieren heißt: sich entfernen – nicht von den Dingen des Alltages, aber von den gängigen Deutungen, von den alltäglich gel-tenden Bewertungen dieser Dinge.“

– Josef Pieper

Ja, das trifft es in etwa.

 

Sich entfernen“, auf Abstand gehen, innerlich einen Schritt zurück-treten, das Ego mit seinem Denken außen vor lassen. So besteht die Möglichkeit, daß Philosophie geschieht. Denn wollen... können wir hier nichts. 

 

Josef Pieper: “Sich entfernen … von den gängigen Deutungen, von den alltäglich geltenden Bewertungen dieser Dinge.“

 

Mit dem Abstand zum Denken gewinnen wir (gleichzeitig) auch den Abstand von allen Deutungen und Bewertungen.

 

 

 

 

Gesunder Menschenverstand (?)

z

 

"Es ist eine wesentliche Erkenntnis der Physik und der Mathematik des 20. Jahrhunderts, dass der sogenannte gesunde Menschenverstand versagt, sobald wir in Erkenntnisbereiche vorstoßen, die weit von unserer täglichen Erfahrungswelt entfernt sind. Das betrifft die Quantentheorie (atomare Di-mensionen), die Relativitätstheorie (hohe Geschwindigkeiten und kosmische Maßstäbe) sowie die Mengentheorie (der Begriff des Unendlichen)."

 

– Eberhard Zeidler

 

Das betrifft nicht nur die Wissenschaft und ihre aktuellen Theorien, das ist alltägliche Erfahrung.

 

Eberhard Zeidler: "Es ist eine wesentliche Erkenntnis ... dass der soge-nannte gesunde Menschenverstand versagt, sobald wir in Erkenntnis-bereiche vorstoßen..."

 

Das ist nichts Ungewöhnliches, denn jedes Mal, wenn wir eine Erkenntnis haben, hat das Ding, das wir den „gesunden Menschen-Verstand“ nennen, versagt. Jeder Vorstoß in das Undenkbare ist ein Versagen dieses Dings.

 

Und wenn wir Glück haben, versagt es sogar öfter... als gewöhnlich.

 

Übrigens denken wir viel weniger

als wir denken..., daß wir denken.

 

Viel öfter als wir denken, befinden wir uns im Nichtdenken. – Es ist uns bloß nicht bewußt. Meist kriegen wir gar nicht mit, wenn wir nicht denken, weil in den Denk-Lücken keine Gedächtnis-Inhalte produziert werden.

 

 

 

 

Lernen

 

 

Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen.

Henry Ford

 

Wir können gar nicht nicht lernen, das ist einfach nicht möglich, wir sind nun mal auf permanentes Lernen ausgelegt.

 

 

 

 

Das Kind

z

 

Ein alter Mann ist ein...

Kind mit Vergangenheit. 

Zarko Petan

 

Ja, alle Entwicklungs- und Reife-Stufen (wenn sie denn genommen wurden ;-) bleiben uns das ganze Leben über erhalten. Sehen kön-nen wir das allerdings... nur rückwärts.

 

Einwand: „Was heißt eigentlich, erwachsen sein?“

 

Wenn du erwachsen bist, kannst du die Frage selbst beantworten. Erwachsen (4) sein heißt jedenfalls nicht „Kind (2) zu sein“, denn sonnst bräuchte es diese Unterscheidung nicht zu geben.

 

Ja, es könnte sich lohnen, mal darüber nachzusinnen, was eigent-lich alles den Erwachsenen-Stand ausmacht. (Ohne zu googeln, ver-steht sich! ;-)

 

Einwand: „Nur unser inneres, ewiges Kind entscheidet, ob wir zu la-chen haben oder nicht.“

 

Das Kind lacht, weil es nichts weiß. Der Weise lacht, weil er weiß, daß es nichts zu wissen gibt. Das Kind weiß das noch nicht. Es muß zunächst mit der Kraft der Neugierde der Idee des Wissens folgen.

 

Das Lachen des Kindes unterscheidet sich also enorm vom Lachen des Weisen. Von außen gesehen, könnte man annehmen, es gäbe hier keinen Unterschied.

 

Das unbekümmerte Kind (2) muß sich erst mal durch die Phase des Rebellen (3) arbeiten und die Verantwortung des Erwachse-nen (4) durchleben, bevor es das Lachen des Weisen (6) lachen kann.

 

Und ja, wenn wir das Kind in uns nicht verleugnen oder unterdrü-cken, wenn wir das Leben eher spielerisch angehen und uns selber nicht all zu ernst nehmen, gibt es viel zu lachen :-)

 

 

 

 

Wahrheit suchen ?

z

 

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide

 

Immerhin scheinst du an der Wahrheit interessiert zu sein, auch wenn dein Zitat ein billiger Spruch der Spöttelei gegenüber andere ist.

 

Um andere Leute brauchst du dich nicht zu kümmern, wenn dich der Weg der Wahrheit interessiert. Es ist eines der Geheimnisse der Wahrheit: Sie ist niemals von Anderen!

 

Von Anderen bekommen wir Informationen, Fakten, Wissen. An diese Kompendien müssen wir entweder glauben oder wir bezwei-feln das Ganze oder einige Details. Für einen intelligenten Geist gibt es im menschlichen Ausdruck viel zu bezweifeln.

 

Wahrheit ist ein anderes Kaliber. Für einen Mann der Wahrheit ist Lauterkeit – sich selbst und anderen gegenüber – oberstes Gebot.

 

Das kommt aber nicht von Außen; es ist der Wahrheit immanent. Jeder hat die Anlage zur Wahrheit; sie ist allenfalls verkümmert. Es

genügt... die unbedingte Bereitschaft!

 

Einwand: „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, zweifle an denen, die sie finden, zweifle an allem, aber niemals an Dir.“

 

Wir sollten uns nicht mit Glauben aufhalten. Wahrheit hat mit „glauben“ nichts zu tun.

 

Gegenüber dem blinden Glauben ist der wache Zweifel eine gute Alternative. Was aber andere – bezüglich der Wahrheit – suchen oder finden, geht uns nichts an.

 

Wenn wir anfangen, an wirklich allem zu zweifeln, haben wir das Feld der Intelligenz auch schon wieder verlassen.

 

Weisheit ist...   zu wissen, wann Zweifel geboten ist,

wann Gewißheit ist und wann Vertrauen angesagt ist.

 

Einwand: „...zweifle ... niemals an dir.“

 

Es kommt drauf an, was genau du mit „dir“ meinst. Sprichst du von deinem Zentrum, deinem eigentlichen Wesen, dann ist dir zuzu-stimmen. Ich habe aber den Verdacht, daß du Äußerungen des Ver-standes meinst:

 

Ob dir dein Verstand etwas sagt, oder der anderer Leute, spielt keine Rolle: Äußerungen des Verstandes sind immer zu bezweifeln – von wem sie auch kommen mögen. Das gebietet die Intelligenz.

 

Die Fähigkeit...  Wahrheit erkennen

zu können, ist keine des Verstandes.

 

 

 

 

Stille

z

 

Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.“

 

– Gottfried Benn

Am Ende,

Gottfried, ist Stille. 

 

Schon mitten im Lärm des sozialen Lebens können wir uns mittels Meditation einstimmen... in die Stille.

 

 

 

 

Selbstgespräche

z

 

"Bevor Sie Meinungsumfragen trauen, reden Sie mit den Leuten – oder mit sich selbst."

Dr. Angela Merkel

 

Ich glaube zwar nicht, daß Frau Merkel das so gesagt hat, aber... es steckt viel Weisheit darin:

 

1. „Reden Sie mit den Leuten“  kann heißen, die sogenannten Experten weniger ernst zu nehmen und statt dessen lieber der eigenen Wahr-nehmung mehr Gewicht zu geben.

 

2. Oder (reden Sie) mit sich selbst“ kann heißen, der inneren Stimme, der eigenen Weisheit vertrauen zu sollen.

 

Beide Punkte sollten dem im Dienst des Bürgers stehenden poli-tisch Tätigen wohl vertraut sein.

 

 

 

 

Zu dumm

z

  

Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemer-kungen.“

Heinrich Heine

 

Heinrich, mal Hand auf´s Herz: Bemerkst du alles?

 

Nein? Deiner Definition und Logik folgend, zählst du dich also zu der Gruppe, die du die „Dummen“ nennst. – Andernfalls mußt du dich zu den Lügnern zählen, denn...

 

Wir können nun mal nicht alles bemerken. Letztlich ist es so wenig, was wir überhaupt bemerken können, daß es der Rede nicht wert ist.

 

Solange wir uns auf der Ebene zwischen den Begriffen Klugheit und Dummheit bewegen, lassen wir die anderen Ebenen unseres Potenzials der Geistigen Reife (1 - 7) außer Acht.

 

Uns steht aber nicht nur die Horizontale,

sondern auch die Vertikale zur Verfügung.

 

So können wir sehen, daß wir uns mit Klugheit & Dummheit (sie gehören zusammen) auf einer der untersten Stufen (2) der Reife aufhalten.

 

Schon dann, wenn du das sehen kannst, eröffnet sich eine weitere, zeigt sich dir eine höhere Ebene, blitzt ein erster Lichtschein... der Weisheit.

 

 

  

 

Weisheit

z

  

"Niemand kann euch etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern eures Wissens schlummert. Der Lehrer, der zwischen seinen Jüngern im Schatten des Tempels umhergeht, gibt nicht von seiner Weisheit, sondern eher von seinem Vertrauen und seiner Liebe. Wenn er wirklich weise ist, fordert er euch nicht auf, ins Haus seiner Weisheit einzutreten, sondern führt euch an die Schwelle eures eigenen Geistes."

Khalil Gibran

  

Gibran: "Niemand kann euch etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern eures Wissens schlummert."

 

Niemand kann jemand anderem etwas zeigen, was nicht in Wirk-lichkeit – wenn auch verschüttet – schon vorhanden ist. Es kann nur auf etwas verwiesen, es kann nur erinnert werden.

 

Mit „Wissen“ ist hier natürlich kein Informations-Wissen gemeint! Solches kann selbstverständlich weitergegeben werden.

 

Aber ab der Ebene der Weisheit, „an der Schwelle des Geistes“ kann nichts mehr gegeben werden.

 

Gibran: "Der Lehrer … gibt nicht von seiner Weisheit"

 

Denn er „hat“ gar keine Weisheit. Sie ist flüchtig, sie kann nicht behalten werden. „Meine“ oder „deine“ Weisheit gibt es genau so wenig, wie es „mein“ oder „dein“ Firmament gibt.

 

Weder dem Firmament, noch der Weisheit

ist mit dem Eigentums-Recht beizukommen.

 

Gibran: "Wenn er (der Lehrer) wirklich weise ist, fordert er euch nicht auf, ins Haus seiner Weisheit einzutreten"

 

Aber selbst wenn er es wollte: Es wäre ihm nicht möglich. Es geht nicht.

 

Es ist ein Paradox: Obwohl es keine individuelle („meine“) Weisheit gibt, kann sie doch nur jeder in sich selber finden – nirgends sonst.

 

 

 

 

Eine Frage der Ebene

z

  

Ich weinte, weil ich keine Schuhe hatte,

bis ich einen traf, der keine Füße hatte. 

Helen Keller

 

Jemand sagte mal: "Das ist das Schöne an den Gleichnissen von Jesus, sie erschließen sich erst, wenn wir reif dafür sind."

 

Worte, die auf einer hohen Ebene der Reife gesprochen werden, können auch nur hier verstanden werden. Wenn ich mich aber der-zeitig auf einer niedrigen Stufe befinde, werde ich das Gleichnis auf meine momentane Ebene, also auf mein derzeitiges Verständnis herunterbrechen und damit verstümmeln.

 

Wollen wir weise Worte verstehen, müssen wir selbst den Raum der Weisheit betreten. Dazu gibt es keine Alternative.

  

 Von der weisen Ebene aus können wir dummes Zeug verstehen. 

 Auf der albernen Ebene...  können wir Weisheit nicht erkennen.

 

 

 

 

Verstandessache

z

  

Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.“

– Noël Coward

 

Ja, der Verstand, der große Unruhestifter, verträgt keine Ruhe, keine Stille. Entspannen, loslassen... das ist nicht sein Metier.

 

Um sich zum Meditieren, nämlich zum Nichtstun hinzusetzen, be-darf es des Ungehorsams gegenüber dem Verstand. Man muß ihn schon austricksen, ihn schlicht übergehen, sonst wird das nichts.

 

Der Verstand ist der Letzte, der das Nichtstun empfiehlt. Nun ist der Verstand ja nicht unsere höchste Instanz.

 

Wer sich vom Verstand gängeln läßt,

befindet sich nicht in seiner Souveränität.

 

Der Spaß, den du ansprichst, Noël – das Nichtstun inmitten von Aktivität und Streß – auch der ist vom Feinsten. Dafür müssen wir ebenfalls am Verstand vorbei handeln, denn der gibt uns die Erlaubnis dazu nicht! Die müssen wir uns schon selbst erteilen.

 

Einwand: "Ich denke, dass wir ohne unseren Verstand gar nicht erken-nen koennen, dass Pausen resp. Nichtstun ebenso wichtig sind wie die noch dringend zu erledigende Arbeiten."

 

Ja, ohne den Verstand könnten wir das nicht; nicht einmal leben könnten wir ohne ihn.

 

Aber wenn du deiner Satz einleitest mit: "ich denke..." zeigt das, daß du den Verstand noch nicht bei seinem Tun beobachtet hast. An-dernfalls wüßtest du, daß der Teil der Verstandesaktivität, den du willentlich steuern kannst, keine 1 % ausmacht. Dann wüßtest du, daß der Satz: "Ich denke, also bin ich" reiner Quatsch ist.

 

Es geht nicht darum, den Verstand zu diffamieren, sondern darum, daß wir unseren Aberglauben in Bezug auf ihn erkennen können, daß wir ihn mit klaren Augen ansehen, daß wir "unser Denken" wissenschaftlich – also ganz genau und vorurteilsfrei – beobachten können.

 

Wenn wir intelligent leben wollen, müssen wir unsere Souveränität wiedergewinnen, indem wir zuallererst zwischen uns und dem Verstand unterscheiden, so wie wir auch zwischen uns und dem Stoffwechsel unterscheiden.

 

Zweites müssen wir klar differenzieren zwischen dem, was der Verstand leisten kann und was nicht. Alles weitere ist dann nicht mehr so schwierig.

 

Der schwierigste Part ist die Auflösung

der Identifizierung  mit dem Verstand.

 

Ein Weiteres zu deinem Satz: Die Erkenntnisfähigkeit ist nicht Teil des Verstandes. Erst der Transport via Formulierung und Sprache und der Einordnung ins Wertesystem sind Aktivitäten des persona-len (intellektuellen) Teils des Verstandes. Und selbst das passiert wiederum zu einem hohen Prozentsatz ohne dein Wissen und ohne deine Absicht und das Ganze dann auch noch so schnell, daß du mit willentlichem "Denken" nicht nachkämest.

 

Aber wie gesagt, das kannst du alles selber herausfinden.

 

Einwand: "Eine eigene Meinung wirst du mir doch wohl zugestehen."

 

Wie kommst du denn darauf, daß ich dir irgend etwas nicht zuge-stehen könnte oder wollte? Außerdem bist du frei und brauchst niemandes Zugeständnis. Aber...

 

Meinungen sind...

Intelligenzblockaden.

 

Wozu diese Selbsteinschränkung über die Festlegung: „Ab hier lasse ich keinen Zweifel mehr zu, ich bestehe für die Zukunft darauf, daß es so ist, wie ich es mir jetzt vorstelle!“

 

Das ist nicht wissenschaftlich, das ist selbstgewählte Dummheit.

 

 

Wissenschaftlich = ist, alle nur möglichen Perspektiven einneh-men, Einsichten und neue Erkenntnisse zu jeder Zeit bereitwillig zulassen und Thesen und Hypothesen als vorläufige und proviso-rische Annahmen...  jederzeit fallenlassen zu können.

 

 

 

 

Verwaltung

z

 

Wer liebt, hat ein großes Geschenk zu verwalten.“

– Martin Kessel

 

Manche Sätze wirken sehr bedeutend, wenn sie mit viel Getöse da-her kommen. Dennoch: Schmarrn bleibt Schmarrn.

 

Liebe ist nicht ein Teil

der Welt der Objekte.

 

Liebe ist also nicht handhabbar. Liebe ist größer als wir, größer, als unser kleiner Verstand mit seinen einfachen Strickmustern jemals begreifen könnte.

 

Einwand: „Wer liebt, bewahrt die Liebe.“

 

Ist dir das schon mal gelungen? Konntest du schon einmal auch nur 1 µg Liebe aufbewahren?

 

Du liebst, oder nicht. Liebe geschieht, oder nicht. Wenn du spürst, daß Liebe da ist, kannst du diesen Moment feiern. Das ist alles.

 

Wir haben die Liebe

...nicht in der Hand.

 

Wir können die Liebe nicht bewahren. Das liegt nicht im Bereich unserer Möglichkeiten. An dieser Stelle ist selbst der Mächtigste... machtlos. Wir können nur "bewahren" oder sonst irgendwie hand-haben, was wir kontrollieren können, aber die Liebe?

 

Die Liebe ist...

out of control. 

 

 

 

 

Sehnsucht

z

 

Die Liebe ist Sehnsucht, und gestillte Sehnsucht vergeht.“

 

...meint Hans Christian Andersen

Liebe kennt

keine Sehnsucht.

 

Was du wohl meinst, Hans Christian, kann auch „Gefühlsduselei plus Lust auf Sex“ genannt werden. Das hat mit Liebe (7) nichts zu tun, eher mit Bedürftigkeit (1).

 

Liebe...

ist absichtslos.

 

"Die Liebe lebt tief im Inneren und nicht im außen, sie ist nicht abhängig von einer äußeren Form, einem Körper. Liebe ist ein Seinszustand, ich kann sie nie verlieren und sie kann mich nie verlassen. Liebe bevorzugt niemanden und schließt niemanden aus, Ausschließlichkeit gehört zur Liebe des Egos, der mit seinem Verstand ein Drama veranstaltet, das dann "Liebe" genannt wird."  Tolle“ Buchstaben. 

 

(Eckhart Tolle – Jetzt! Die Kraft der Gegenwart, Seite 164, 1997, Tepperwein 2008)

 

K. Tepperwein fand sie wohl auch so attraktiv, daß er sie (ohne seriös zu zitieren, scheint´s) in eines seiner Bücher aufgenom-men hat. Aber:

 

In Sachen „Liebe“ brauchen wir nicht abzuschreiben, denn... die Liebe ist uns nicht wirklich fremd. Wir brauchen nur genau genug hinzusehen.

 

PS: 

Wir sollten Zitate anderer deutlich erkennbar und unter Ur-heberbenennung von unseren Texten unterscheidbar machen. Das gebietet... die Achtung vor dem Anderen, die Seriosität, die Wahr-haftigkeit, die Intelligenz und der Respekt gegen uns selbst. 

 

 

 

 

Worte

 

 

"Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstim-men."

– Max Frisch

 

Nicht einmal das. Sie „verbinden“ nichts. Sie lärmen bloß ein wenig. Sie entertainen unseren Verstand.

 

Wir bilden uns oft bloß gerne ein, daß sie mehr, daß sie von großer Bedeutung seien. Besonders viele von denen, die auf irgend eine Weise mit dem WORT arbeiten und/oder mit ihm ihren Verdienst bestreiten, aber...

 

Worte sind

nicht so wichtig,

wie wir sie nehmen.

 

Sie sind nur eine Art grober Ersatz. Sie sind eine Krücke für einen hilfsweisen Einsatz: Wenn Vermittlung sonst, auf einer feinstoffli-chen Weise, nicht funktioniert oder nicht ausreicht.

 

 

 

 

Reinfall

z

 

"Reif ist, wer auf sich selbst nicht mehr hereinfällt." 

– Heimito von Doderer

  

Mal abgesehen davon, daß es ein Ende (des Reifungsprozesses) des Körpers gibt, aber nicht von "mir", zeigt es schon einen gewissen Reifegrad, wenn man nicht mehr/immer auf seinen Verstand und die mit ihm verbundene Gefühlswelt hereinfällt.

 

Beispiel Bungee-Jumping: Trotz Gummiband an den Füßen..., der gesamte Gefühlshaushalt, sowie mein "gesunder Verstand" raten mir sehr dringend von dieser Unvernunft ab, einfach ins Bodenlose zu springen! Einen gewissen Reifegrad hat, wer trotzdem springt.

 

Wir fallen nicht mehr auf "uns" rein, wenn wir in der Lage sind, (möglichst) jede Situation aus der nächsthöheren Ebene zu betrach-ten.

 

H. von Doderer: „Reif ist, wer auf sich selbst nicht mehr hereinfällt.“

 

Du fällst nicht „auf dich selbst“ herein, lieber Heimito, du fällst auf den Verstand herein.

 

Dein „Selbst“ hat mit dem Verstand nichts zu tun, es befindet sich jenseits davon. Auf dein Selbst kannst du nicht hereinfallen – du bist es.

 

Reif ist, wer auf den Verstand nicht mehr herein fällt.

 

Der Verstand ist listig, aber nicht weise.

Reif ist, wer diesen Unterschied bemerkt.

 

Hier auf der Erde gibt keine einzige Situation, die wir nicht von der nächst höheren Ebene aus betrachten könnten! Diese Fähigkeit... nennen wir auch: Nutzung der Intelligenz.

  

 

 

 

Veränderungswille

 

  

"Es ist billig, daß die Politiker Schlendrianisten sind, weil der größte Teil der Menschen es auch ist, und der Staat den Charakter der Masse aussprechen soll." 

Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher

 

Da bin ich nicht einig mit dir, Friedrich:

Es ist nicht billig – im Sinne von richtig.

 

Willst du auch die Kompetenz der Chirurgen durch „den Charakter der Masse“ ersetzen wollen? Falls du im Operationssaal die Anwe-senheit von Fach-Elite vorziehst, sollten wir dringend... dieser auch den Weg in die Parlamente erleichtern. 

 

Eine intelligentere Gesellschaft wird die Strukturen für den Eintritt der Abgeordneten in das jeweilige Parlament so gestalten, daß dort vorwiegend Menschen tätig sein können, denen du dann wahr-scheinlich Klugheit und vor allem einen edlen Charakter beschei-nigen würdest – ganz unabhängig davon, wie groß der Schlendrian der Masse ist.

 

Wir müssen nicht, wie bei einer Naturkatastrophe, ohnmächtig da-beistehen und zuschauen: Wir können Veränderungen vornehmen! 

 

Die Konstruktionen

der Menschen sind

keine Naturgesetze!

 

Wenn sich etwas als unpassend, als schlecht oder gar als schädlich erweist, können wir es verändern, verbessern oder sogar... gegen etwas  Gutes  austauschen.

 

Die Konstruktion eines Einstellungsverfahrens für Parlamentarier wird sich nicht als schwieriger erweisen als die Konstruktion eines digital gesteuerten Rolls-Royce. Kriegen wir das eine hin, klappt auch das andere. Das Hemmnis ist eine anderes: Wir müssen uns das Neue...

 

1.  vorstellen können

2. tatsächlich wollen. 

 

Sobald wir (die Gesellschaft) für diese kleine Konstruktions-Verän-derung bereit sind, ist deren Umsetzung... das geringste Problem.

 

  

 

 

Staat

z

   

Der Staat: Das ist die große Fiktion, daß jedermann auf Kosten von jedermann leben kann.“ 

Frédéric Bastiat

 

Frédéric, auf der Ebene deiner Äußerung könntest du auch sagen: "Eltern sind das Gewaltmonopol gegen Kinder." Beides ist dummes Zeug. 

 

Staat (wenn nicht pervertiert) ist die optimale, also nicht mehr... als die erforderliche Struktur für das Wohlergehen der Gesellschaft. Er ist eine Struktur verwaltende Organisation, die – von der Gemein-schaft der Bürger delegiert und beauftragt  im Sinne des Gemein-wohls handelt.

 

Solange dem egoistischen Handeln gegenüber dem Wohl des Nächsten der Vorzug gegeben wird, solange sich nicht eine Balance einstellt zwischen Selbstfürsorge und Gemeinwohl, solange wird als Korrektiv... der starke Staat gebraucht.

 

Dumm nur, wenn wir zulassen, daß egoistisches und parteiisches Handeln auch in die Parlamente einzieht. Damit haben wir nicht viel gewonnen. Aber Achtung:

 

Es liegt in unserer (!) Verantwortung, wenn wir verhindern, daß Intelligenz, Weisheit (6), Gemeinwohlhandeln und Weitsicht in die Parlamente kommen.   

 

Sobald wir die Reife haben, sobald wir den Wert von Intelligenz und Gemeinwohldenken der Wenigen erkennen können, werden wir umgehend die Modalitäten (z.B. das "Wahlrecht") entsprechend modernisieren.

 

Auf der Basis des Grundgesetzes das Wohl

der gesamten Gesellschaft anzustreben,

 ist vorrangige und edle Aufgabe des Staates.

 

 

Derzeit... geben wir immer noch den albernen Plakatwahlen, der Infantilität (2("Kinder an die Macht"), der Parteilichkeit und der Kurzsicht den Vorzug.

 

Der Staat ist immer nur so 

gut... wie wir ihn gestalten.

 

Kein aufgeweckter Architekt wird sich lange an den Beschreibungen von Mißständen betreff bestehender Bauwerke aufhalten, sondern neue, bessere entwerfen oder Fehlkonstruktionen bestmöglich um-gestalten.

 

Der Gestaltung jedes schönen Gebäudes geht eine Skizze voraus. Und der Skizze geht die Idee, geht ein Bild, eine Vorstellung von diesem Gebäude voraus.

 

An dieser Stelle sind wir genau so frei wie jeder Architekt: Auch wir, jeder einzelne von uns kann sich den Staat in allen Einzelheiten genau so vorstellen, wie er ihn gerne hätte und wie er auch für alle anderen... der beste ist.

 

- Klagen (2)
- Gestalten (4)

Hier haben wir die Wahl. 

 

 

Geistige Reife

 

 

 

 

Verrückte Welt

z

 

Wir leben in einer verrückten Welt. Menschen sterben vor Hunger, aber Schoßhündchen gehen an Verfettung ein.“

– Norman Mailer

 

Wir Menschen sind frei.

Also können wir uns auch daneben benehmen.

 

Wenn wir aus der Liebe gefallen sind, unterscheiden wir zwischen Menschen und Wesen, die uns genehm sind und anderen, die uns eher unan-genehm sind. Es stellt sich Angst ein und... wir erfinden den Begriff "Eigentum". 

 

  • Ich

  • Mein Hund

  • Meine Familie

  • Mein DeutschLand

 

Alles, was „MEIN“ ist, soll gesund und mobil sein, möglichst viel zu essen, preisgünstige Kleidung zur Verfügung, sowie ein stolzes Bankkonto haben und wir wollen ein möglichst repräsentatives Anwesen unser „Eigen“ nennen können. Ausreichende Versicherun-gen und die Security sollen „meinen Wohlstand sichern“.

 

Die anderen...?  Egal. 

 

Sobald wir realisieren, daß es in Wirklichkeit keine Fremden gibt, daß wir EINE Familie sind, wird niemand verhungern oder unnötig Not erleiden.

 

Und dem Schoßhündchen

geht es auch wieder besser.

 

 

 

 

Un-/Sichtbare Liebe

z

 

Ein Kind ist eine sichtbar gewordene Liebe.“

 sagt Novalis

 

Ein erwachsener Mensch auch. Ganz unabhängig davon, wie er sich benimmt. Und die Fliege an der Wand ist ebenfalls – für uns sicht-bar oder nicht – gewordene Liebe.

 

 

 

 

Stille

J

 

"O, so wohlthuend friedlich und still! Welche Erholung für die Gedanken! Frei von dem betäubenden Lärm der Menschen mit ihren Hochrufen." 

Fridtjof Nansen

 

Fridtjof: "Frei von dem betäubenden Lärm der Menschen"

 

Was hast du gegen (den Lärm) "der Menschen"? Bist doch selbst auch einer von der Sorte... Mensch :-)

 

Bei der Stille geht es nicht um den Abstand vom (Gedanken-)Lärm der Anderen, sondern um eine gewisse Distanz zur Aktivität des eigenen Verstandes: Vom Denken zum Beobachten des Denkens. 

 

Wir brauchen nicht erst die Polkappen, den Mond oder den Hima-laya erwandern, um in die Stille eintauchen zu können. Nur, solan-ge wir uns noch für den Lärm anderer Menschen und ihren Rufen interessieren, sind wir selber noch satt angefüllt... vom Lärm der eigenen Gedanken.

 

 

 

 

Erziehungsziele

z

 

"Das vernehmlichste Erziehungsziel ist, Menschen zu schaffen, die fähig sind, neue Dinge zu tun, nicht einfach das zu wiederholen, was andere Generationen taten - Menschen, die schöpferisch, erfinderisch, die Entdecker sind. Das zweit wichtigste Erziehungsziel ist, Geister heranzubilden, die kritisch sind, verifizieren können und nicht alles hinnehmen, was man ihnen anbietet." 

Jean Piaget

Lieber Jean Piaget,

das edelste "Erziehungsziel" ist die Verflüchtigung des selben.

 

Das zweitedelste Erziehungsziel ist, junge Menschen liebevoll darin zu unterstützen, ihr Wesen und ihre Fähigkeiten zur Entfaltung zu bringen, ihnen Möglichkeiten zu zeigen, zu entdecken, wer sie sind, BEWUSST zu SEIN. Die Fähigkeiten zu mißtrauen - und vor allem: zu vertrauen - sind darin enthalten.

 

Die Idee, "Menschen zu schaffen..." ist hingegen eine alte gewalttä-tige Vorstellung, die nicht so ganz zu unserer Intelligenz paßt.

 

Es reicht, wenn wir 

Roboter "schaffen".

 

 

 

 

Auf Liebe gegründet

z

 

Ein jedes Werk, das nicht auf Liebe gegründet ist, trägt den Keim des Todes in sich und geht seinem Ruin entgegen.“

 

Johann Heinrich Pestalozzi

 

Johann Heinrich ist ein Mann der Liebe. So jemand kann es nicht anders sehen, als daß alles von Wert und Bestand auf Liebe gegrün-det ist. Und letztlich hat er recht.

 

Bei uns scheint zwar auch einiges, was auf Haß, Gier, Egoismus gegründet ist, zumindest zeitweilig zu funktionieren, aber auch in dem Menschen, der mit dem Zitat nicht einverstanden ist, ist in jeder einzelnen seiner Zellen... Liebe am Werk.

 

Mit der Liebe tun wir uns in diesen Regionen derzeit etwas schwer. So, als wäre Liebe nicht zeitgemäß. Aber ein Lehrer ist nur dann wirklich ein Lehrer, wenn er seine Schüler liebt, sonst ist er bloß ein Pauker. Leidenschaft und Begeisterung sind eine Folge der Liebe. 

 

Einwand: "Schlecht zu sein ist nicht schwer. Um gute Dinge zu tun, brauchen wir Kraft und Geduld. Aber vor allem ist es auf dieser Welt anstrengender gut zu sein."

 

Ist es denn schwer, gut zu dir selbst zu sein? Ich find´s kinderleicht.

 

Einwand: "Ich spreche nicht von mir."

 

Warum nicht?

 

 

 

 

Das Böse

z

 

Das Böse lebt nicht in der Welt der Dinge. Es lebt allein im Menschen.“

 

– Chinesische Weisheit

 

Das Böse lebt nicht nur nicht in den Dingen, es lebt auch nicht im Menschen.

 

Das Böse hat kein Eigenleben.

Das Böse hat keinen freien Willen.

Das Böse gibt es nicht in dieser Weise.

 

Vor einiger Zeit versuchte man, das Böse zu vernichten, indem man Menschen verbrannte. Heute hält man sich für zivilisiert und ver-sucht, das Böse wegzusperren. Damit hat sich an dem Aberglauben, es gäbe das Böse oder den Bösen, nichts geändert.

 

Es gibt einige Bereiche, in die die Menschen nicht oder nicht genau-er blicken wollen.

 

Dies ist so einer, in dem lieber...

die Vor-Urteile gepflegt werden.

 

 

 

 

Die Natur beherrschen ?

 

 

Als die Dummheit die Intelligenz verstehen und beherrschen wollte.

 

Das, was wir respektvoll “Wissenschaft“ nennen, ist letztlich bloß ein leichtes Kratzen an der Oberfläche der Natur. Mit Hilfe einiger vergleichsweise primitiver Methoden versuchen wir, Verstehen und darüber Nutzen zu generieren.

 

Dabei benutzen wir Ideenkonstrukte, die der Natur weit unterlegen sind – was zu einem kurzsichtigen Verstehen führt. Die Folgen sind entsprechend; zum Teil sogar katastrophal.

 

Das Kleinere kann das Größere nicht begreifen.

 

Das Problem: Wir haben einen zweidimensional (dualistisch) funk-tionierenden Verstand und wollen durch ihn die mehrdimensionale (organische) Natur verstehen oder sogar „beherrschen“!

 

Ein Beispiel liefert die Entdeckung des „Antibiotikums“: Es wird nicht mehr sehr lange dauern und der vermeintliche „Segen“ (Anti-biotikum) wird durch den aus ihm resultierenden „Fluch“ (multi-resistenten Keime, MRSA) wieder eliminiert, ausgeglichen sein.

   

 

Da, wo die Ehrfurcht fehlt, fehlt alles.

 

Christian Friedrich Hebbel – 

 

Erst auf der Basis der Ehrfurcht der Existenz gegenüber werden wir eine höhere Wissenschaft entwickeln können. Und alle aggressiven Methoden werden damit der dunklen Vergangenheit angehören.

 

Ehrfurcht und Allmachts-Gedanken... schließen sich aus.

 

 

 

 

Verrückt

z

 

Es ist sinnlos sich verrückt zu machen, indem man versucht, sich davor zu bewahren, verrückt zu werden. Da könnte man genausogut einfach klein beigeben und sich die Vernunft für später aufheben.“

– Douglas Adams

 

Ist schon verrückt, welchen Wert manche Leute der Vernunft bei-messen, wo sich doch alles Wesentliche, alles wirklich Bedeutende, das Existenzielle und Essenzielle... jenseits der Vernunft abspielt.

 

Manche machen sich sogar einen Kopf und wollen wissen, wozu das Universum da ist, wo es hin will und warum es dort hin will :-) 

  

Du verpaßt nicht viel, wenn du dir 

die Vernunft... für später aufhebst.

 

Zeit

  

Aber Achtung! Ein „Später“ gibt es gar nicht. Ist auch wieder nur... eine Idee des vernünftigen Verstandes.

 

 

 

 

Nur...   jetzt !

 

 

Mal angenommen, du willst eine deiner Tätigkeiten von gestern, morgen korrigieren. Wann (genau !) beschließt du das? JETZT. Zu keinem anderen Zeitpunkt. Und wann setzt du deinen Beschluß in die Tat um? Schau mal ganz genau nach, wenn du es tust, wann du es denn tatsächlich tust...

 

Was immer du tust, du tust es jetzt

und... niemals zu einer anderen Zeit.

 

Die Gegenwart ist real, Vergangenheit und Zukunft aber sind je-weils bloß eine IDEE von ZEIT, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt; sie ist nicht real.

 

Wir haben uns an die Idee von mehreren Zeiten von Kindesbeinen an gewöhnt und... sie wurden niemals und von niemanden in Frage gestellt, auch nicht durch uns selbst.

 

Eine Art Hypnose.

 

Wir halten Dinge für real, die nicht real sind. Und das geht uns mit sehr vielen Ideen so. Wir haben bloß vergessen, daß sie nur (wenn auch sehr nützliche (!) Hilfs-Ideen sind.

 

Diese (Auto-)Hypnose durchbrechen wir (nur), indem wir uns aus dem Kollektiv-Schlaf heraus in einen bewußteren Modus begeben, also nur dann, wenn wir (außer-gewöhnlich) bewußt sind.

 

 

 

 

Alexander trifft auf Diogenes

 

. . . . Diogenes und Alexander "der Große!"
. . . . Diogenes und Alexander "der Große!"

  

Die Griechen […] beschlossen, mit Alexander gegen die Perser einen Kriegszug zu unternehmen, wobei er auch zum Oberfeldherrn ernannt worden war. Da ihm bei dieser Gelegenheit viele Staatsmänner und Philosophen die Aufwartung machten und Glück wünschten, dachte er, daß auch Diogenes von Sinope, der sich eben in Korinth aufhielt, ein Gleiches tun würde. Aber dieser blieb ungestört in seiner Ruhe im Kraneion [Platz in Korinth], ohne sich im Geringsten um Alexander zu kümmern; daher begab der sich zu Diogenes hin. Diogenes lag eben in der Sonne. Als aber so viele Leute auf ihn zukamen, reckte er sich ein wenig in die Höhe und sah Alexander starr an. Dieser grüßte ihn freundlich und fragte, womit er ihm dienen könnte. ‚Geh mir nur‘, erwiderte er, ‚ein wenig aus der Sonne.‘ Davon soll Alexander so sehr betroffen gewesen sein und, ungeachtet der ihm bewiesenen Verachtung, den Stolz und die Seelengröße des Mannes so sehr bewundert haben, daß er, als seine Begleiter beim Weggehen darüber scherzten und lachten, ausrief: ‚Wahrlich, wäre ich nicht Alexander, ich möchte wohl Diogenes sein.‘“

– Plutarch

 

‚Wahrlich, wäre ich nicht Alexander, ich möchte wohl Diogenes sein.‘ 

 

Das ist natürlich... Quatsch. Denn Alexander und Diogenes sind ja keine voneinander verschiedene Spezies.

 

Der eine richtet sich ein in der Präsenz, der andere wird getrieben von der Unruhe, er rennt und rennt und rennt wie ein Hamster im Rad und weiß nicht, wozu und wohin er rennt. Wie es heißt, ist er gestorben, bevor er noch seine Mutter treffen und ihr von all seinen Heldentaten J berichten konnte. 

 

Wir alle kennen den Alexander (die Unruhe) in uns, wenn wir Ziele verfolgen und wir alle kennen auch den Diogenes (die Präsenz) in uns, die weise Seite, die ganz genau weiß, daß es nichts zu erobern gibt, daß wir sofort... loslassen können.

 

 

 

 

Sinn des Lebens

 

 

The meaning of life is just to be alive. It is so plain and so obvious and so simple. And yet everybody rushes around in a great panic as if it were necessary to achieve somethink beyond themselves.

Alan Watts

 

Der Sinn des Lebens ist nur, lebendig zu sein. Es ist so klar und so offensichtlich und so einfach. Und doch stürmen alle in großer Panik herum, als ob es notwendig wäre, jenseits seiner selbst etwas zu erreichen.

– Alan Watts