Loyalität

 

 

Loyalität ist eine psychologische Art der Versklavung.“

– Osho

 

Der an die Loyalität Glaubende nimmt diese Versklavung aber selber vor! Er bewirkt sie selbst, er nimmt die (An-)Bindung selber vor. Er selbst strickt an den engen Maschen seiner Unfreiheit.

 

Loyalität ist Falschgeld.

Wie Pflicht, wie Treue.

 

Ihre tiefere Wurzel ist... Angst.

 

Liebe, Vertrauen, innere Freiheit liegen auf der gegenüberliegenden Seite der Angst.

 

 

"Ein Sklave ist loyal. Aber glaubst du, daß ein Sklave, der in seiner Menschlichkeit reduziert worden ist, dessen ganzer Stolz und seine Würde genommen wurden, die Person lieben kann, die ihn so tief geschädigt hat?"

– Osho

 

Ja, es ist möglich. Es wird vielleicht nicht oft vorkommen, denn: Das setzt eine große Stärke und eine hohe Geistige Reife dieses „Sklaven“ voraus! Es setzt eine hohe („königliche“) Verständnisfä-higkeit, also Liebesfähigkeit voraus, aber:

 

Liebe ist nicht an Vor-

Bedingungen geknüpft.

 

Es ist möglich.

 

 

  

 

Europa und die Reife

J

  

"Die Vokabel „altes Europa“ zu benutzen, das ist, als würde man sagen, die Bürgerrechte sind alt, Jesus ist alt, die Philosophen sind alt – und genau das ist der Punkt. Noch mal: Geschichte ist dazu da, aus ihr zu lernen. Europa ist da in einem höheren Reifestadium. Das ist nicht eure Schande, sondern eure Ehre."

Harry Belafonte

 

Die Ehrerbietung eines sympathischen Vertreters des jugendlichen Amerika an das schon etwas ältere (erwachsenere?) Europa. Eine Verneigung vor den höheren Werten, als denen des Egos.

 

Harry Belafonte sagt: „Geschichte ist dazu da, aus ihr zu lernen.“

 

Dieser Illusion ist schon so mancher aufgesessen. Aber nicht der Inder Mahatma Gandhi und auch nicht der deutsche Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Dieser sagt (natürlich mit mehr Worten): 

Geschichte lehrt:

Sie lehrt nichts.

 

Man beobachte kleine Kinder in einem Sandkasten. Dann beobachte man das Treiben in genau dem selben Sandkasten ein Jahr später und dann nochmal, zehn Jahre später. Man wird feststellen:
 
Die Kinder haben gar nichts
aus ihrer Geschichte gelernt.

 
Sie spielen immer noch die selben Spiele. Die Spielsachen waren vielleicht mal aus Holz, dann aus buntem Plastik und später wieder biologisch abbaubar, aber die Spiele sind die selben. Die selben Kratzer, die selben Tränen, die selbe Freude, die selbe Wichtigkeit. Diese Gene-ration Kinder will so ziemlich genau das selbe Potpourri an Erfahrungen erleben, wie die der Kollegen vor und nach ihnen.

 
Daß die Geschichte etwas lehre, ist eine Wunsch-Idee, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Das Mahnen, Gedenken, Beklagen, Erinnern lenkt uns bloß von der klaren Sicht auf die aktuellen, die real existierenden Konstellationen und den uns unbewußten kollek-tiven Stimmungen ab.

 

Harry Belafonte sagt: „Das ist nicht eure Schande, sondern eure Ehre.“

 

Wirken ein bißchen von vorgestern: Ehre & Schande :-) Diese bei-den Elemente einer äußerst rigiden Moral. Und passen so gar nicht zusammen mit dem freundlichen Hinweis auf die fast vergessene Geistige Reife und die Unterschiedlichkeit ihrer Stadien:

 

Harry Belafonte: „Europa ist da in einem höheren Reifestadium.“

 

Selbst die Anwärter auf die wichtigsten Staatsämter wählen wir immer noch mittels diffuser Regungen aus dem individuellen und kollektiven Unbewußten und lassen dabei das wichtige Kriterium der Geistigen Reife großzügig außen vor! So als wäre sie uns nichts wert.

  

 

 

 

Vergangenheit / Zukunft

z

 

Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“

 

– Wilhelm von Humboldt

 

Das ist dummes Zeug. Unsere persönliche "Vergangenheit" besteht aus einem mickerigen Rudiment von Erinnerung. Und das wird durch die Brille unserer Vorstellung vom Leben auch noch "ver-fälscht" – sagt die Neurowissenschaft. Das kollektive Erinnern funktioniert natürlich genau so... rudimentär und ist ebenfalls ge-färbt.

 

Es gibt also nicht nur eine ("objektive") Geschichte, sondern genau so viele Geschichten, wie es Menschen gibt (Von ein paar wenigen "Schnittmengen" mal abgesehen). 

 

Aus der Geschichte lernen wollen?

Eine nette Idee – mehr aber nicht.

 

Die Vorauschauung oder Vorhersehung ist ähnlich problematisch. Wir können nicht weit vorausschauen – von den Wenigen, die etwas weiter blicken können, mal abgesehen – und selbst dafür müssen wir schon sehr viel an Intelligenz nutzen.

 

Außerdem sind die heutigen Gegebenheiten und Konstellationen völlig andere als die in irgend einer Vergangenheit.

 

 

"Wer in der Zukunft lesen will, muß in der Vergangenheit blättern."

 

– André Malraux

Der selbe Blödsinn.

 

 

 

 

Fairness & Liebe

z

 

Die Forderung nach gleichen Rechten ist gerecht und fair; letzt-endlich ist jedoch das wichtigste Recht das Recht auf Liebe und darauf, geliebt zu werden.“ 

Emma Goldman

 

Dein Ansinnen und deine Art in allen Ehren, liebe Emma, aber weder das von dir geforderte RECHT auf Liebe, noch das darauf, geliebt zu werden, ist möglich. Hier befinden wir uns in phantasti-schen Märchen-Welten.

 

Selbst beim „Recht auf Arbeit“ wird es schon schwierig :-)

 

Der Liebe sind wir ausgeliefert. Hier ist keine Kontrolle möglich. Auch nicht die bestgemeinte. Zum Trost: Es ist immer (!) genug Liebe da. Oft oder gar meistens... wird sie übersehen.

 

Danke dafür, daß du hier mal auf die wirklichen Werte aufmerksam machst. 

 

 

 

 

Freude

 z

 

"Wo man Liebe sät, da wächst Freude empor."

 

~ William Shakespeare

Ja. So ist es.

Aber auch umgekehrt: 

 

Wo man Freude sät,

wächst Liebe empor.

 

 

 

 

Tun – oder Nichttun

 z

 

„Wer zur Quelle will, muß gegen den Strom schwimmen.“

 

– Hermann Hesse

 

Falls du mit deiner Äußerung die spirituelle Suche meinst, Her-mann, ist sie bloß Quark. Denn im Spirituellen muß nichts „getan“ werden. Keine Anstrengung ist nötig. Hilfreicher ist hier eher... das Loslassen, das Mit~dem~Strom~fließen. Ohne jede Lenkung.

 

Und was die Quelle betrifft: Mit ihr sind wir untrennbar verbunden, schon immer. Es wurde nur vergessen, das ist alles. Also auch hier ist keinerlei Tun erforderlich.

 

Falls du aber auf der sozialen Ebene sprichst... Auch hier müssen wir nicht ständig gegen den Strom schwimmen. Das Leben ist nicht nur große Anstrengung, es ist auch freudig, leicht, sogar spielerisch.

 

Aber wir sollten – jeder für sich – unseren eigenen Weg gehen. Mit Rückgrat und Eiern. Nur der Wahrheit verpflichtet. Dazu gehört dann selbstverständlich zwingend auch, nicht immer nur mit dem Strom zu schwimmen! Hier geht es um Individualität, um Würde, um Intelligenz, um Wahrhaftigkeit, um Verantwortung...

 

Das Leben in der Gesellschaft erfordert

gelegentlich auch große Anstrengungen.

 

 

 

 

Achtsamkeit

z

 

"Du kannst dein Leben nicht verlängern und du kannst es auch nicht verbreitern.  Aber du kannst es vertiefen!" 

Gorch Fock

 

Segeln verlangt erhöhte Aufmerksamkeit.

 

So weit es in unserer Hand liegt, unserem Leben Tiefe zu verleihen, ist es vor allem die Achtsamkeit, die wir dafür nutzen können. Sie können wir in ausnahmslos jeden Moment unseres Lebens einbrin-gen.

 

In jedes Tun,

in jedes Wort,

in jeden Satz,

in jeden Blick.

 

Einwand:"Das Zitat sagt alles über die dritte und wichtigste Dimension des Lebens aus."

 

Könnten wir denn auf eine verzichten?

Falls "Nein", gibt es keine "wichtigste" Dimension des Lebens.

 

 

 

 

Wertigkeiten

 z

 

Wenn ich in Gott vergeh,

so komm ich wieder hin,

wo ich von Ewigkeit

vor mir gewesen bin.

 

Angelus Silesius

 

Ja, das Leben ist nur eine kleine, eine sehr kleine Episode von Inkarnation in diese (materielle) Form. Wir machen ein paar Erfahrungen, die ohne Körper und damit auch ohne den Emotio-nalkörper nicht möglich sind – mehr nicht.

 

 

   Es ist ein bißchen wie das bekannte Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel:

   Alle Beteiligten wissen: Es ist ein kurzes Spiel, in dem wir den Willen

   und die Emotionen einsetzen können, und das  zufällige  Glück und

   Unglück zudem auch noch eine Rolle spielen. Ein kleines Vergnügen.

   Und dennoch wird das sehr schnell vergessen und es wird ernst! Das

   Spielerische und das Heitere... gehen in Nullkommanichts flöten.

 

 

Der Ernst und das Engstirnige könnten in unserem Leben gar nicht greifen, würden wir uns gelegentlich daran erinnern, daß wir in die-sem Spiel nur einen kurzen Gastauftritt haben.

Also wird sich der bewußte Mensch nicht lange in einen Streit begeben können. Denn Streit und viele andere Dummheiten sind nur in tiefer Unbewußtheit möglich.

 

Der bewußte Mensch stellt sich schon eher die Frage: "Wer bin ich wirklich?" und kalibriert so, au passant, die Wertigkeiten.

 

 

 

 

Bildung oder Weisheit

 z

 

"Bildung kann man nicht downloaden."

Günther Jauch

 

Doch, Günther, wer das unbedingt will, kann das meiste von dem, was er an "Bildung" zu brauchen glaubt, downloaden. Extern.

 

Vielleicht meinst du aber gar nicht Bildung, sondern Weisheit? Ja, auch Weisheit kannst du "downloaden". Intern.

 

In einer wissensfreien, willensfreien und gedankenleeren Zone deines Wesens. Also ausschließlich intern und in einer empfängli-chen Haltung.

  

 

 

 

Ignoranz

v

 

Eine Gesellschaft bekommt die Kriminellen, die sie verdient.

 

Emma Goldman

 

Was heißt das? Wenn uns (der Gesellschaft) die Zusammensetzung, ein mögliches Auseinanderdriften, eine stärkere Ungleichentwick-lung, die Aus-/Bildung der Kinder und Jugendlichen, die Möglich-keiten der Teilhabe vieler Menschen völlig wurscht ist, dürfen wir uns nicht über die Folgen wundern, die lediglich ein Indiz, ein Ausdruck für unser Unvermögen – oder noch schlimmer, für die fehlende Bereitschaft – zur Gestaltung einer befriedeten und zufrie-denen Gemeinschaft ist.

 

Das gewalttätigste Element der Gesellschaft ist die Ignoranz.

 

– Emma Goldman

  

 

 

Schutzlos

z

 

Der Empfindsame ist der Waffenlose unter lauter Bewaffneten.“

 

Berthold Auerbach

Bewaffnet sein oder waffenlos

ist nur relevant für jemanden, der sich selbst

im Krieg stehen sieht. Für alle anderen ist beides irrelevant.

 

Beide „Zustände“ beruhen auf Angst. Je mehr oder je tiefer wir in die Liebe fallen, desto dünner... wird die Angst. 

 

Die Liebe...

weiß nichts von Waffen.

Sie kennt weder Schutz noch Angriff.

 

 

 

 

Wirklichkeit

z

 

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass es kaum eine mörderi-schere, despotischere Idee gibt als den Wahn einer `wirklichen´ Wirklichkeit.“

Paul Watzlawick

 

Aber sobald du dich echauffierst, lieber Paul, bist du bereits selber in die Falle der Idee von der wirklichen Wirklichkeit getappt :-)

 

Ja, die Welt ist (unsere) Maya, wie sie im Osten genannt wird. Incl. derer, die innerhalb ihrer Ideen-Gebilde zu den Waffen greifen.

 

 

 

 

Grenzen der Logik

z

 

Logik = ist ein primitives Gedankenkonstrukt, das im Kontext zum simplen EgoVerstand steht, aber für komplexe Phänomene mangels Fähigkeit nicht zu gebrauchen ist.

 

Logik ist kein Naturgesetz, sondern eine klei-

ne, menschengemachte Idee des Verstandes.

 

Eine Idee, die in bestimmten, eng begrenzten Bereichen eine sinn-volle Hilfskonstruktion sein kann. Aber wir haben ein Problem, sobald wir mit ihrer Hilfe verstehen wollen.

 

Logik versteht das Lineare, aber nichts von 3D; sie versteht nichts von weiteren Dimensionen, nichts von Intelligenz. Sie ernährt sich lediglich von Folgerichtigkeit, Schlüssigkeit, von Ursache & Wir-kung, von entweder/oder.

 

Aber nichts ist nur deshalb wahr, weil es logisch formuliert wurde und nichts ist allein deshalb unwahr, weil es nicht logisch erscheint.

 

So nützlich diese Idee in einigen Laboren auch sein kann, der Wahrheitsgrad einer Aussage ist mittels Logik nicht meßbar.

 

 

 

 

Effizient funktionierende... Prothesen

z

 

27.09.2016 Jubiläum! Google ist 18 Jahre alt geworden. Manchmal sind selbst Halbstarke... schon ziemlich stark ! 

 

Eines Tages werden Maschinen vielleicht denken können, aber sie werden niemals Phantasie haben.“

– Theodor Heuss

 

Die Maschinen werden immer genau so bereichernd oder schädlich für die Menschen und andere Wesen sein, wie es der Reifegrad des Konstrukteurs, des Auftraggebers und des Nutzers ermöglicht.

 

Ja, komplizierte Verstandesmechanismen können wir ihnen schon einpflanzen, aber zur Intelligenz... haben sie keinen Zugang; den haben nur wir lebende Wesen.

 

Die Verantwortung bleibt immer beim Menschen:

 

  • Intention des Auftraggebers

  • Arbeit des Programmierers

  • Absichten des Anwenders

 

...bilden das Feld der Verantwortung in Bezug auf die Wirkung des Tuns der scheinbar (!) autonom agierenden Maschinen.

 

Frage: "Was bedeutet diese rasante Entwicklung der künstlichen Intel-ligenz für unser Leben, unsere Arbeitswelt und unser Menschsein?"

 

Es wäre fein, wenn mehr Fragen selber beantwortet würden. ("Ei-genständiges Denken")

 

Wir müssen den Begriff Fortschritt neu definieren, wir müssen ihm Menschlichkeit einhauchen. Albert Einstein formulierte es mal gnadenlos radikal folgendermaßen:

 

Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte,

solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.

 

So weit würde ich nicht gehen wollen. Das ist eine utopische Formulierung – jenseits all dessen, was wir „Realität“ nennen in dem, was wir schaffen können.

 

Meine heutige Definition:

 

Fortschritt bemißt sich an der Zunahme des Denkens in Mitmenschlichkeit und in der Folge am aufrichtigen Arbeiten daran, das Leid der Menschen und anderer Wesen lindern und die allgemeine Zufriedenheit in allen möglichen Bereichen heben zu wollen.

 

Chauvinismus, Patriotismus, Nationalismus, all diese und andere praktizierte Formen des Egoismus sind mit dem Begriff „Fort-schritt“ nicht vereinbar.

 

Einwand: "Intelligente Software?"  

 

Die gibt es nicht. Was im Bereich des Möglichen liegt: Intelligenz nutzende Programmierer ;-)

 

Einwand: "Algorithmen, intelligente Software und Roboter können immer mehr Dinge."

 

Algorithmen können“, „Software kann“, "Roboter können" suggeriert eigenständige Persönlichkeit und ein bißchen auch, als könnten sie aus sich selbst heraus wachsen. Aber... sie können gar nichts.

 

Es ist allein der Mensch, der den Zweck eines Algorithmus genau bestimmt. Seine Fähigkeit, die Intelligenz zu nutzen, seine Absichten, seine Weisheit, seine Reife (oder auch Unreife) bestim-men Wirkung und Ergebnis seiner Formeln.

 

Das selbe gilt für jede Software.

 

Und auch jeder Roboter bewegt sich immer nur im Rahmen der durch Intelligenz und Reife bestimmten Intention des Konstruk-teurs.

 

Maschinen sind

bloß Prothesen.

 

Ein effizient funktionierender Roboter ist

.eine effizient funktionierende Prothese.

 

Griechisch: Prósthesis = Anfügung

 

Wie nützlich, unterstützend und faszinierend diese Prothesen auch sein mögen, sie sind immer nur Handlungs-Verlängerungen, oder Erweiterungen, eben Anfügungen.

 

Im Idealfall sind Roboter intelligent ausgeklügelte 

Werkzeuge in der Hand von reifen Menschen.

 

 

 

 

Drama

 z

 

Die dramatisch wirksamste Schuld eines tragischen Helden ist die Untreue, begangen an seinem obersten Grundsatz.“

– Jakob Bosshart

QUIZFRAGE:

Ist Treue irgendwie mit der Weisheit verwandt?   Natürlich nicht.

Und oberste Grundsätze?   Die sind es genau so wenig.

Treue ist nicht frei.  Treue wird erwartet und/oder gefordert. 

 

Untreue wird in irgend einer Weise geahndet. Nur sehr selten wird sie mit Liebe vergolten. 😉 Ja, in diesem Fall geschähe... Weisheit.

Das Konstrukt „Schuld“ ist hier an die Untreue gebunden. Mit dem Wegfall von Treue/Untreue verschwinden auch Schuld & Unschuld.

 

Treue, Untreue, Schuld, Unschuld, untere und oberste Grundsätze, alles das sind Zutaten der Dramaturgie auf der sozialen Ebene des Menschen, auf der die regelnden Konstrukte noch den Ersatz für Reife und Bewußtheit bilden, welche aber erst... die Freiheit ermög-lichen.

 

 

 

 

Stützen der Gesellschaft 

z

 

"Tugend besteht nicht aus der Abwesenheit der Leidenschaften, sondern in deren Kontrolle.“

– Josh Billings

  

Auf den unteren Stufen der Reife bedarf es...

1. der Tugend,
2. der Moral,
3. des Gesetzes.

 

Auf den oberen Ebenen, im Feld der Bewußtheit, werden diese äußeren Hilfs-Strukturenals Krücken für ein ungefähr reibungs-loses Funktionieren der Gesellschaft – hinfällig.

 

 

 

 

Veränderung ?

 

 

Gestern

war ich schlau.

Also wollte ich die Welt ändern.

Heute bin ich weise, also ändere ich mich selbst.

 

Rumi

 

Heute lasse ich die Idee, mich selber ändern zu wollen, 

los und nehme mich genau so, wie ich gerade jetzt bin. 

 

Nirmalo 

 

Wir müssen hier zwischen zwei verschiedenen Ebenen unterschei-den: Auf der spirituellen Ebene ist keine Veränderung möglich und auch nicht nötig, dort gibt es nichts, das verbessert werden könnte. Dort, wenn wir uns also in unserer Mitte befinden, ist alles perfekt.

 

Auf der sozialen Ebene aber macht die Idee, 

etwas verändern zu wollen... durchaus Sinn.

 

 

 

 

Selbst-Änderung ?

 

 

Nur der größte Weise und der größte Tor können sich ändern.“

 

– Konfuzius

 

Widerspruch. Weder „der größte Weise“ (den es übrigens gar nicht gibt und den es auch niemals geben kann), noch „der größte Tor“ werden sich jemals ändern. Beide kommen – aus unterschiedlichen Gründen – gar nicht erst auf die Idee, sich ändern zu wollen.

 

Die Idee der Möglichkeit der Selbständerung entstammt der Mittel-mäßigkeit, nicht den beiden Enden der intellektuellen Fähigkeiten. Sobald Weisheit auftaucht, ist auch das Wissen (die Gewißheit) da, daß wesentliche Änderung nicht möglich ist.

 

 

Die Allerklügsten nur und die Allerdümmsten ändern sich nie.“

 

– Konfuzius

 

Dann hast du sie also doch noch gekriegt, 😉  . . . die Kurve.

 

 

 

 

Vertikale

 

 

In den Bildungsanstalten wird uns die Leistung nahegebracht, aber nicht die Weisheit. Wir haben sie aus den Augen verloren und müssen uns dringend wieder auf sie besinnen: Die Vertikale.

 

Denn wir benötigen beides, wenn wir als Menschen überleben und die Natur um uns herum erhalten wollen: Kompetenz auf der horizontalen, auf der sozialen Ebene und die nötige Geistige Reife in der Vertikalen.

 

Geistige Reife = ist als spiegelndes Maß ein unverzichtbares geis-tiges Hilfsinstrument.

 

Wir alle verhalten uns ausnahmslos und unentwegt entweder in einer geistig reiferen oder in einer eher unreifen Weise – ganz unabhängig davon, ob wir den Begriff „Geistige Reife“ als nützliches Vergleichs-Maß gebrauchen oder nicht. Es ist intelligent und praktisch, also sinnvoll, ihn zu verwenden, so wie es sinnvoll weil praktisch ist, eine vorhandene Luftpumpe zu verwenden, wenn wir Luft in einen Fahrradschlauch blasen wollen: Es vereinfacht die Sache.

 

Durch die Verwendung des Maßstabs „Geistige Reife“ bleiben wir nicht auf der Horizontalen stecken, sondern beziehen auch die Vertikale ein. Solange wir diese (ignorant) nicht einbeziehen und somit auf der Ebene verbleiben, können wir vieles (noch) gar nicht verstehen. 

 

Die Geistige Reife spiegelt sich in den meisten unserer willkürli-chen Aktionen, also im Handeln des Menschen, aber auch in seinen Intentionen, in seinem Denken, in seinem Sprechen, und natürlich auch... im Schreiben.

 

Eine erste Hilfe oder Einführung kann sein, wenn wir zunächst nur unser eigenes Verhalten, unser eigenes Denken, unsere eigenen Absichten beobachten und begutachten, indem wir dieses verein-facht entweder der Reife oder der Unreife zuordnen. Die nuancie-renden (sieben) Abstufungen können dann später erfolgen.

 

Die Hilfsstruktur „Geistige Reife“ dient uns also als Referenz zur Problemlösung.

 

  • Die 6 Schulnoten dienen der Bewertung.

  • Die 7 Stufen der Geistigen Reife dienen dem Verstehen.

 

Der ParameterGeistige Reife“ dient nicht der (Ab-)Wertung und selbstverständlich auch nicht der Pathologisierung, sondern aus-schließlich dem besseren Verstehen von Phänomenen, die ohne diese Vergleichskonstruktion nicht verstanden (und folglich auch nicht die weiteren sachlich richtigen Konsequenzen gezogen, bzw. eingeleitet) werden können, denn:

 

Ein Fehler kann erst behoben werden,

wenn er als ein solcher erkannt wurde.

 

Ein Problem kann erst dann gelöst werden, wenn

seine Struktur differenziert gesehen werden kann.

 

Die gute Nachricht: Dieser Maßstab steht uns allen und zwar jeder-zeit und aufwandslos zur Verfügung.

 

Es gibt Bereiche im gesellschaftlichen Schaffen, in denen der Grad der Geistigen Reife nahezu keine und andere, in denen sie eine bedeutende Rolle spielt.

  

Ein Zugführer braucht eine gute Ausbildung und trägt eine hohe Verantwortung in Bezug auf sein Fahrzeug und die mitreisenden Personen. Dennoch ist es für seine Tätigkeit unerheblich, ob er eher ein unerträglicher Zeitgenosse oder ein vorwiegend mitfühlendes Wesen ist, ob er täglich ein Massenblatt liest oder eher den Philo-sophen gibt.

  

Für den Job des Schullehrers ist diese Frage schon nicht mehr so unbedeutend, auch dann nicht, wenn er seine Ausbildung cum laude abgeschlossen hat. Von ihm werden (unausgesprochen!) Formen von Nutzung der Intelligenz erwartet, die wir weder von einem Zugführer, noch von einem Flugzeugpiloten erwarten.

  

Die Fachkompetenz liegt auf der Horizontalen, die Geistige Reife in der Vertikalen.

  

Bezüglich des Politikers verhalten wir uns ein bißchen schizo-phren: Einerseits betonen wir, daß die Zusammensetzung der Parlamente den Durchschnitt der Bevölkerung wiedergeben soll, andererseits erwarten wir von ihm vorwiegend weise Entscheidun-gen zum Wohl des Gemeinwesens.

  

Das geht nicht zusammen. Wir müssen uns mit der Unzulänglich-keit der Volksvertreter abfinden oder uns von der romantischen Idee verabschieden, daß jeder Bürger für ein solches Amt geeignet ist.

  

Diesen Grad an Fahrlässigkeit leisten

wir uns... in keinem anderen Bereich!

  

Mit blendendem Aussehen, anständigem Verhalten, mainstreamge-rechten Meinungen, elaborierter Rhetorik, guter Bildung, umfang-reichem Wissen, starker Energie, leuchtendem Charisma, über-durchschnittlicher Klugheit, brennendem Ehrgeiz, klarem Durch-setzungsvermögen... hat die Geistige Reife nichts zu tun. All dies sind Elemente, noch auf der Horizontalen.

 

Die Weisheit wir nirgends gelehrt, aber
wir müssen sie vom Politiker erwarten!

 

 

Geistige Reife

 

 

 

 

Authentisch leben

 

 

Wir sind es so gewohnt, uns vor anderen zu verstellen, daß wir uns oft vor uns selbst verstellen. 

La Rochefoucault

 

Ja – mit Einschränkung. Die Aussage läßt sich so verallgemeinert („wir“) nicht halten:

 

Es gibt, wenn vielleicht auch eher wenige Menschen, die ohne Verstellung auskommen, die nicht ein bestimmtes Bild von sich abgeben müssen, die eine natürliche Unbefangenheit mitbringen oder die Stärke zeigen, ein authentisches Leben zu führen.

 

  

 

 

Hoffnung ? 

z

  

"Zwei Wahrheiten, die die Menschen nie glauben werden: Daß sie nichts wissen und daß sie nichts sind. Man füge eine dritte hinzu: Daß es nach dem Tod nichts zu hoffen gibt." 

– Giacomo Graf Leopardi

  

"Daß es nach dem Tod nichts zu hoffen gibt." 

 

Der Satzteil ist sehr lustig, weil Hoffnung ausschließlich Sache des Verstandes ist und der ist nach dem Tod des Körpers wohl nicht mehr gut zu gebrauchen.

  

Hoffnung ist ein Kind der Angst und die stammt aus einer Produk-tions-Abteilung des Verstandes. Wohlgemerkt: Auf dieser Seite, also vor dem Tod.

  

Die Angst (im Mantel der Hoffnung) erscheint, wenn Liebe, Ver-trauen und Hingabe mal kurz abwesend sind. 

 

"Daß sie (die Menschen) nichts wissen und daß sie nichts sind." 

 

Ja, das ist für den Verstand unmöglich, zu akzeptieren – er ist dafür nicht gebaut.

 

Das kann nur in Momenten, in denen wir uns außerhalb des Ver-standes befinden, gesehen werden.

 

 

 

 

Glück im Vergleich ?

z

  

"Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind." 

Charles-Louis de Montesquieu

 

Wie, lieber Charles-Louis, solltest du auch glücklich sein können, wenn du dich – selbst im Glück – noch im Wettbewerb zu anderen Menschen befindest?

 

Glücklich kannst du erst dann sein,

wenn du das Vergleichen bleiben läßt.

 

 

 

 

Auslenkung

z

  

„Glück mißt man nicht nach der Länge, sondern nach der Tiefe.“

 

– Carl Sandburg:

Du hast dabei eine Amplitude vor Augen?

 

Dann sprichst du von der – als Glücks-Moment empfundenen – Auslenkung in die Höhe. Die andere Seite der Medaille wäre der (als Unglück empfundene) Ausschlag nach unten.

 

Die Glück/Unglück-Amplitude hat noch etwas Drittes, die Mittel-Linie. Sie repräsentiert die Zufriedenheit. Wer diese bevorzugt, wird von den glücklichen und unglücklichen Auslenkungen nicht (mehr) besonders stark berührt.

 

Er bleibt mehr... 

in der Balance.

 

 

 

 

Persönlichkeit

J

 

Es ist durchaus möglich, überwältigend wahrscheinlich, könnte man vermuten, dass wir über das Leben und die Persönlichkeiten von Menschen stets mehr aus Romanen lernen werden, als von der wissenschaftlichen Psychologie. 

– Noam Chomsky

Ja, es ist durchaus möglich. Warum?

 

Weil die Wissenschaft nicht so intelligent vorgeht, wie es der Mainstream gerne glauben möchte.

 

Da erlauben sich die Romanschreiber schon eher – wie zufällig – ihrer Intelligenz zu folgen, da von ihnen weit weniger an geordneter (letztlich intelligenz-blockierender) Struktur erwartet wird, denn von einem „Wissenschaftler“. Dem Schriftsteller läßt man seine unbeweisbaren Erkenntnisse schon mal als "kreative Unordentlich-keit" durchgehen. Er ist – anders als der sich als Wissenschaftler verstehende – frei.

 

Ob es und wie bedeutend es für uns ist, „über das Leben und die Persönlichkeiten von Menschen“ zu erfahren, steht auf einem anderen Blatt. 

 

 

 

 

Einheit

z

 

Jeder Charakter ist durch zwei teilbar,

da Gut und Böse beisammen sind.

 

~ Erich Kästner

 

Gut“ & „Böse“ liegen so nahe beisammen, daß sie bequem in eine Person passen.

 

Nichts Menschliches ist uns fremd  

ob wir das sehen können (wollen), oder nicht.

 

 

 

 

Stagnation

z

 

Menschheit: Einige wenige Vorläufer, sehr viele Mitläufer und eine un-übersehbare Zahl an Nachläufern.“

– Jean Cocteau

 

Auch hier wird wieder mal – ohne daß sie direkt angesprochen wird – auf die Geistige Reife verwiesen.

 

Ja, es scheint so, als ob das Verhältnis der Menschen in ihren jeweiligen scheinbar "eingefrorenen" Reifestufen, gleich bleibt:

 

- Wenige Vordenker

- Kaum mehr Mitdenker

- Die meisten... Nachdenker

 

  

Geistige Reife

 

 

 

 

Gewohnheit

z

 

Wer keine üblen Gewohnheiten hat, hat wahrscheinlich auch keine Persönlichkeit.“

– William Faulkner

 

Gewohnheiten sind nichts als gelernte Wiederholungen. Wenn sie dir nicht gefallen, kannst du sie gegen andere austauschen. Oder du gibst Bewußtheit in dein Tun, dann können sich Gewohnheiten als solche nicht lange halten.

 

Persönlichkeit ist die Summe

antrainierter Gewohnheiten.

 

Die „Persönlichkeit“ ist eine Idee mit praktischer Funktion, die aber darüber hinaus keinen Wert hat. Sie ist banal, oberflächlich, ein Konglomerat antrainierter Gewohnheiten. Gewohnheiten und Persönlichkeit sind unbedeutende Randerscheinungen.  

 

Das Wesentliche, nämlich das, was uns die Würde verleiht, ist allen Menschen gleich.

 

Einwand: „So richtig was anderes ist das aber nicht, als das, was der William sagte.. oder?“

 

Den Unterschied macht, daß der William "eine Persönlichkeit haben" scheint´s für etwas Edles hält.

 

Wir sollten statt dem Äußeren, der Fassade (Persona = Maske),

lieber den Kern, also das innere Wesen des Menschen würdigen.

 

 

 

 

Paradies

z

 

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.“

– Dante Alighieri

 

Da gibt es aber noch Einiges mehr, Dante Alighieri. Die Liebe, die Freude, das Vertrauen, die stille Heiterkeit, die Musik, die Intelli-genz, die Bewußtheit, das Staunen, die Harmonie, die Kreativität, die Wahrheit, das Berührtsein . . .

 

 

 

 

Begegnungen

z

 

Laß niemals zu, daß du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“

– Mutter Teresa

 

Das riecht nach viel Anstrengung! Sie könnte genau so gut sagen: „Laß niemals zu, daß dir jemand begegnet, und du anschließend nicht glücklicher bist!“ Der selbe Streß. Ich lasse es lieber offen; das ist für alle Beteiligten... viel entspannter :-)

 

Ein "guter Mensch" sein wollen, puh, das ist anstrengend. So etwas nennt man eine "Lebensaufgabe" oder eine "never ending story". Warum es sich so schwer machen? Warum nicht einfach du sein, so wie du bist? Ist bestimmt keine große Katastrophe für die Anderen. 

 

Einwand: "Das wäre egoistisch."

 

"Mutter Teresa" steht für Altruismus. Ob egoistisch, oder altruis-tisch, beides... ist pathologisch.

 

Der Egoist mag die Idee: Ich bin wichtiger als irgend jemand sonst. Der Altruist bevorzugt die Idee: Jeder andere ist wichtiger als ich selbst.

 

In der Mitte ist es viel gesünder; alle sind gleich gültig:

Niemand ist wichtiger oder unwichtiger als ich selbst. 

 

Was immer uns an der Oberfläche auch unterscheidet, ob "reicher" oder "ärmer", was auch immer..., es ist immer das selbe Selbst.

 

Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand. Blaise Pascal

 

 

 

 

Kleinigkeiten

z

  

"Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen." 

 

Charles Dickens

   

 

Jeder Mensch ist ein Künstler.

 

Lass dich fallen.

Lerne Schnecken zu beobachten.

Pflanze unmögliche Gärten.

Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.

Mache kleine Zeichen, die “Ja” sagen

und verteile sie überall in deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.

Freue dich auf Träume.

Weine in Kinofilmen.

Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen.

Verweigere “verantwortlich” zu sein. Tu es aus Liebe.

Mach viele Nickerchen.

Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.

Glaube an Zauberei.

Lache viel.

Bade im Mondlicht.

Träume wilde, phantasievolle Träume.

Zeichne auf die Wände.

Lies jeden Tag.

Stell dir vor, du wärst verzaubert.

Kichere mit Kindern.

Höre alten Leuten zu.

Öffne dich, tauche ein, sei frei.

Segne dich selbst.

Lass die Angst fallen.

Spiele mit allem.

Unterhalte das Kind in dir.

Du bist unschuldig.

Baue eine Burg aus Decken.

Werde nass.

Umarme Bäume.

Schreibe Liebesbriefe.

 

(Dieses Gedicht wird oft dem Künstler Joseph Beuys zugeschrieben, was aber wohl durch keine Originalquelle belegt ist. Status der Autorenschaft ist derzeit (2017) also... – unbekannt)

 

 

Hier geht es darum, sinnlich leben und mal nicht darum, seinen Kopf zu bemühen, zu „analysieren“.

 

"Wenn du in einem Garten keine Liebe machen kannst, wenn du dort nicht träumen oder dich betrinken kannst, asphaltiere ihn doch – wozu ist er sonst gut?" 

– Tim Smit  in "The Lost Gardens of Heligan"

 

 

 

 

Grenzen

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"Ein denkender Mensch kann sowohl den Gipfel eines Berges als auch die Nasenspitze einer Fliege erklimmen."

André Breton

 

Manche Leute sind dermaßen ins Denken vernarrt, daß sie sogar imstande sind, solch einen Quark zu formulieren. 

 

Eine Imagination ist und bleibt... ein Hirngespinst.

 

Einwand: „Vorstellungskraft kennt keine Begrenzung und kein Hin-dernis.“

 

Doch, es gibt sie, die Grenzen des Vorstellungsvermögens:

 

Du kannst dir nichts vorstellen,

was du dir nicht vorstellen kannst.

 

Die Grenzen deiner Sinne und deiner Erinnerung

bilden die Grenzen deines Vorstellungsvermögens. 

 

Albert Einstein sagte mal, daß er die besten Einfälle habe, wenn er ent-spannt in seiner Badewanne liegend, mit den Seifenblasen spielte.

 

Unser Verstand ist ein nur ausführendes Organ.

Die Ideen, die Einfälle... kommen woanders her.

 

Der Verstand ist hauptsächlich ein NACH-Denk-Werkzeug. Es eig-net sich bestens für alle möglichen kognitiven  N a c h arbeiten.

 

Intelligenz steckt nicht im Werkzeug

selbst, sondern in seiner Handhabung.

 

Wir gehen dann intelligent mit einem Werkzeug um, wenn wir nicht nur seine in ihm steckenden Möglichkeiten, sondern auch deren Grenzen sehen können.

 

Einwand: „Wir koennen denken was wir wollen.“

 

Nein... :-) Das kann nichtmal Professor Dr. Gscheit.

 

Die Grenzen liegen nicht in der (einer) Person begründet, sondern in den Möglichkeiten des Verstandes als solchem. Wir können zwar einerseits die Möglichkeiten des Verstandes ausloten, können aber andererseits nicht mit ihm selbst seine Grenzen erkennen.

 

So wenig, wie der Hamster durch schnelleres

Rennen das Ende der Strecke erreichen kann.

 

Ein bedeutender Aspekt der Intelligenz ist, Grenzen als solche er-kennen können.

 

Wenigstens das... haben wir dem Hamster voraus:

Wir verstehen ein bißchen von Dimensionswechsel. 

 

Noch etwas...

 

Wir können zwar tun was wir wollen, können

aber schon nicht mehr wollen, was wir wollen.

 

 

 

 

Der uneitle Geist

An

 

Man kann sich keinen Menschen vorstellen, der nicht auch Philo-soph ist, der nicht denkt, eben weil das Denken dem Menschen als solchem eigen ist.“

– Antonio Gramsci

 

Kann es sein, Antonio, daß du Philosophie und Denken gleich setzt? Daß Weisheit und Denken für dich das selbe sind?

 

Dein Satz ist der eines Intellektuellen, der darüber bass erstaunt ist, daß bei – aus seiner Denk-Sicht – „einfachen Menschen“ ganz prak-tische Lebensweisheiten greifen. Und zwar solche, die über Binsen-Weisheiten weit hinaus gehen, daß also auch bäuerlich lebende Menschen einen direkten Draht zur Weisheit haben.

 

Das wird dich irritiert haben. Aber nur, weil du einer falschen Idee aufgesessen bist, daß nämlich die Weisheit etwas Intellektuelles sei, was nur den Gebildeten vorbehalten und den ungebildeten Men-schen verschlossen bliebe. Sonst könntest du an dieser Stelle nicht erstaunt sein. 

 

Das ist dein Irrtum. Das Gegenteil ist richtig: Nur einem uneitlen, einfachen, rezeptiven Geist wird der Zugang zur Weisheit gewährt.

 

Über das Denken gelangen wir nicht zur Weisheit. Das ist der Holz-weg. Der Intellektuelle kann zwar viele Worte machen, aber keinen Deut Weisheit produzieren. Das Denken gebiert nicht ein einziges Gramm Weisheit.

 

Wenn du aber ehrlich meinst: „Jeder Mensch ist Philosoph“, dann ist dir natürlich zuzustimmen. Aber nicht, weil jeder Mensch denkt, sondern, obwohl jeder Mensch auch denkt. Denn die Weisheit muß sich ihren Weg durch das Unterholz des Denkens und seiner vorge-faßten Meinungen erst mühsam bahnen.  

 

Je dichter das Gestrüpp des Denkens, desto schwerer hat es die Weisheit, durchzukommen.

 

 

 

 

Bildung oder Weisheit

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 "Bildung kann man nicht downloaden."

Günther Jauch

 

Doch, wer das unbedingt will, kann das meiste von dem, was er an "Bildung" zu brauchen glaubt, downloaden. Extern.

 

Vielleicht meinst du aber gar nicht Bildung, sondern Weisheit? Ja, auch Weisheit kannst du "downloaden". Intern.

 

In einer wissensfreien, willensfreien und gedankenleeren Zone dei-nes Wesens. Also ausschließlich intern und in einer empfänglichen Haltung.

 

 

 

 

Ist schon irre...

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"Alle sind Irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt." 

Ambrose Bierce

 

Der Logik nach... nimmst du dich, Ambrose, aus der Gruppe der im Wahn lebenden Irren nicht aus.

 

Der Begriff „Irre“ macht aber nur Sinn, wenn es auch (mindestens) einen Nicht-Irren gibt. Da du den Begriff verwendest, hast du also eine Vorstellung von einem Menschen, der nicht irre ist. Diese bleibst du uns schuldig.

 

Es ist jedoch nicht ganz ausgeschlossen, daß deine (Selbst-)Beob-achtung unzureichend und schon deshalb auch deine Diagnose feh-lerhaft ist. Das käme dir zu Gute :-)

 

Dem Wort nach ist der Philosoph...

ein Mensch mit Liebe zur Weisheit.

 

Und also ist er auch ein Mann der Wahrheit. Qualitäten, die uns gut täten, würden mehr von uns sie verstärkt in den Blick nehmen. Aus dieser Gruppe hast du dich, Ambrose, leider selber ausgeschlossen.

 

 

 

 

Haltlos

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Eifersucht ist die unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten.“

 

– Ambrose Bierce 

 

Ambrose: "...wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten."

 

Das ist die Sprache des Händlers, des Geschäftemachers, der vom Bestreben der Maximierung seines Gewinns getrieben ist und alles andere in seinem Wert diesem unterordnet.

 

Wer so denkt, bewegt sich auf der Ebene des Handels, aber... nicht in den Höhen der Liebe. 

 

Ambrose: "...es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten,"

 

Du setzt voraus, daß wir überhaupt die Macht hätten, einen Men-schen – oder sogar die Liebe – (auf-)„halten“ zu können. Das ist wie mit einem Fischernetz das Meerwasser einfangen wollen.

 

Eifersucht und Liebe...

schwingen nicht in der selben Oktave.

 

In der Eifersucht (einem Kind der Angst) schwingen wir in den niedrigsten Frequenzen.

 

In der Liebe schwingen wir in den höchsten.

 

Beides gleichzeitig... geht nicht: Entweder sind wir in Angst, oder wir sind in Liebe.

 

Eifersucht und Liebe können sich nicht

begegnen, sie bleiben  einander  fremd.

 

 

 

 

Wahl der Worte

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Dumme Gedanken hat jeder,

aber der Weise verschweigt sie.

 

Wilhelm Busch

 

Wir alle kennen alle Ebenen der Geistigen Reife aus uns selbst heraus. Ob sie uns immer bewußt sind, ist eine andere Frage und wie lange wir uns auf welcher Ebene aufhalten, wieder eine andere. 

  1. Dumme Gedanken hat jeder.

  2. Aber nicht jeder kann sie sehen (Bewußtheit erforderlich).

  3. Und schließlich kann nicht jeder sie von weiseren Gedanken unterscheiden. 

Und 4. ist deshalb nicht jeder in der Lage, die dummen Gedanken für sich zu behalten.

  

 

Ein bewußter Mensch

wählt seine Worte

sorgfältig.

 

 

 

 

Gescheites

 

 

Alles Gescheite ist schon gedacht worden; man

muß nur versuchen, es noch einmal zu denken. 

 

 – Johann Wolfgang von Goethe

 

So weit, so gut. Nur muß jetzt noch geklärt werden, was du, was ich, was andere unter „etwas Gescheites“ verstehen. Verstehen wir beispielsweise „Wesentliches“ oder „etwas Nützliches“ darunter?

 

Denn das Denken als solches hat keinen Wert an sich. Denken ist nicht Selbstzweck, sondern ein (Hilfs-)Mittel für etwas von Wert.

 

Es kommt also darauf an, mit welcher Grundhaltung, mit welcher Frequenz von Reife wir unser Denken durchströmen... lassen.

 

Die Geistige Reife bestimmt

das Ergebnis unseres Denkens.

 

 

Unterscheidungen

 

 

 

 

Zum Wesen der Weisheit

 

 

Sind wir allein... ist das, was wir Weisheit nennen, unauffindbar.

 

Weisheit zeigt sich in Aktion oder Interaktion, also erst, wenn wir denken, rezipieren, handeln oder kommunizieren. Ansonsten ist sie stumm.

 

Die Vorstellung: „Ich bin weise, weil ich denke“ ist eine beliebte Illusion, denn die Weisheit zeigt sich nur dann, wenn das „Ich“ und das „Denken“ abwesend sind.

 

 

 

 

Lernen

 

 

Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen.

Henry Ford

 

Wir können gar nicht nicht lernen, das ist einfach nicht möglich, wir sind nun mal auf permanentes Lernen ausgelegt.

 

 

 

 

Das Kind

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Ein alter Mann ist ein...

Kind mit Vergangenheit.

 

Zarko Petan

 

Ja, alle Entwicklungs- und Reife-Stufen (wenn sie denn genommen wurden ;-) bleiben uns das ganze Leben über erhalten. Sehen kön-nen wir das allerdings... nur rückwärts.

 

Einwand: „Was heißt eigentlich, erwachsen sein?“

 

Wenn du erwachsen bist, kannst du die Frage selbst beantworten. Erwachsen (4) sein heißt jedenfalls nicht „Kind (2) zu sein“, denn sonnst bräuchte es diese Unterscheidung nicht zu geben.

 

Ja, es könnte sich lohnen, mal darüber nachzusinnen, was eigent-lich alles den Erwachsenen-Stand ausmacht. (Ohne zu googeln, ver-steht sich! ;-)

 

Einwand: „Nur unser inneres, ewiges Kind entscheidet, ob wir zu la-chen haben oder nicht.“

 

Das Kind lacht, weil es nichts weiß. Der Weise lacht, weil er weiß, daß es nichts zu wissen gibt. Das Kind weiß das noch nicht. Es muß zunächst mit der Kraft der Neugierde der Idee des Wissens folgen.

 

Das Lachen des Kindes unterscheidet sich also enorm vom Lachen des Weisen. Von außen gesehen, könnte man annehmen, es gäbe hier keinen Unterschied.

 

Das unbekümmerte Kind (2) muß sich erst mal durch die Phase des Rebellen (3) arbeiten und die Verantwortung des Erwachse-nen (4) durchleben, bevor es das Lachen des Weisen (6) lachen kann.

 

Und ja, wenn wir das Kind in uns nicht verleugnen oder unterdrü-cken, wenn wir das Leben eher spielerisch angehen und uns selber nicht all zu ernst nehmen, gibt es viel zu lachen :-)

 

 

 

 

Wahrheit suchen ?

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Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

André Gide

 

Immerhin scheinst du an der Wahrheit interessiert zu sein, auch wenn dein Zitat ein billiger Spruch der Spöttelei gegenüber andere ist.

 

Um andere Leute brauchst du dich nicht zu kümmern, wenn dich der Weg der Wahrheit interessiert. Es ist eines der Geheimnisse der Wahrheit: Sie ist niemals von Anderen!

 

Von Anderen bekommen wir Informationen, Fakten, Wissen. An diese Kompendien müssen wir entweder glauben oder wir bezwei-feln das Ganze oder einige Details. Für einen intelligenten Geist gibt es im menschlichen Ausdruck viel zu bezweifeln.

 

Wahrheit ist ein anderes Kaliber. Für einen Mann der Wahrheit ist Lauterkeit – sich selbst und anderen gegenüber – oberstes Gebot.

 

Das kommt aber nicht von Außen; es ist der Wahrheit immanent. Jeder hat die Anlage zur Wahrheit; sie ist allenfalls verkümmert. Es

genügt... die unbedingte Bereitschaft!

 

Einwand: „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, zweifle an denen, die sie finden, zweifle an allem, aber niemals an Dir.“

 

Wir sollten uns nicht mit Glauben aufhalten. Wahrheit hat mit „glauben“ nichts zu tun.

 

Gegenüber dem blinden Glauben ist der wache Zweifel eine gute Alternative. Was aber andere – bezüglich der Wahrheit – suchen oder finden, geht uns nichts an.

 

Wenn wir anfangen, an wirklich allem zu zweifeln, haben wir das Feld der Intelligenz auch schon wieder verlassen.

 

Weisheit ist...   zu wissen, wann Zweifel geboten ist,

wann Gewißheit ist und wann Vertrauen angesagt ist.

 

Einwand: „...zweifle ... niemals an dir.“

 

Es kommt drauf an, was genau du mit „dir“ meinst. Sprichst du von deinem Zentrum, deinem eigentlichen Wesen, dann ist dir zuzu-stimmen. Ich habe aber den Verdacht, daß du Äußerungen des Ver-standes meinst:

 

Ob dir dein Verstand etwas sagt, oder der anderer Leute, spielt keine Rolle: Äußerungen des Verstandes sind immer zu bezweifeln – von wem sie auch kommen mögen. Das gebietet die Intelligenz.

 

Die Fähigkeit...  Wahrheit erkennen

zu können, ist keine des Verstandes.

 

 

 

 

Selbstgespräche

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"Bevor Sie Meinungsumfragen trauen, reden Sie mit den Leuten – oder mit sich selbst."

Dr. Angela Merkel

 

Ich glaube zwar nicht, daß Frau Merkel das so gesagt hat, aber... es steckt viel Weisheit darin:

 

1. „Reden Sie mit den Leuten“  kann heißen, die sogenannten Experten weniger ernst zu nehmen und statt dessen lieber der eigenen Wahr-nehmung mehr Gewicht zu geben.

 

2. Oder (reden Sie) mit sich selbst“ kann heißen, der inneren Stimme, der eigenen Weisheit vertrauen zu sollen.

 

Beide Punkte sollten dem im Dienst des Bürgers stehenden poli-tisch Tätigen wohl vertraut sein.

 

 

 

 

Weisheit

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"Niemand kann euch etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern eures Wissens schlummert. Der Lehrer, der zwischen seinen Jüngern im Schatten des Tempels umhergeht, gibt nicht von seiner Weisheit, sondern eher von seinem Vertrauen und seiner Liebe. Wenn er wirklich weise ist, fordert er euch nicht auf, ins Haus seiner Weisheit einzutreten, sondern führt euch an die Schwelle eures eigenen Geistes."

Khalil Gibran

  

Gibran: "Niemand kann euch etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern eures Wissens schlummert."

 

Niemand kann jemand anderem etwas zeigen, was nicht in Wirk-lichkeit – wenn auch verschüttet – schon vorhanden ist. Es kann nur auf etwas verwiesen, es kann nur erinnert werden.

 

Mit „Wissen“ ist hier natürlich kein Informations-Wissen gemeint! Solches kann selbstverständlich weitergegeben werden.

 

Aber ab der Ebene der Weisheit, „an der Schwelle des Geistes“ kann nichts mehr gegeben werden.

 

Gibran: "Der Lehrer … gibt nicht von seiner Weisheit"

 

Denn er „hat“ gar keine Weisheit. Sie ist flüchtig, sie kann nicht behalten werden. „Meine“ oder „deine“ Weisheit gibt es genau so wenig, wie es „mein“ oder „dein“ Firmament gibt.

 

Weder dem Firmament, noch der Weisheit

ist mit dem Eigentums-Recht beizukommen.

 

Gibran: "Wenn er (der Lehrer) wirklich weise ist, fordert er euch nicht auf, ins Haus seiner Weisheit einzutreten"

 

Aber selbst wenn er es wollte: Es wäre ihm nicht möglich. Es geht nicht.

 

Es ist ein Paradox: Obwohl es keine individuelle („meine“) Weisheit gibt, kann sie doch nur jeder in sich selber finden – nirgends sonst.

 

 

 

 

Die Einsicht des Seneca

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Wer volle Einsicht besitzt, beherrscht sich selbst, wer sich selbst beherrscht, bleibt sich gleich, wer sich gleich bleibt, ist ungestört, wer ungestört ist, ist frei von Betrübnis, wer frei von Betrübnis ist, ist glücklich: also ist der Einsichtige glücklich und die Einsicht genügt zum glücklichen Leben.“

– Lucius Annaeus Seneca

 

Lucius Annaeus Seneca sagt: "Wer volle Einsicht besitzt, beherrscht sich selbst"

 

Zunächst müßte geklärt/definiert werden, was hier "Einsicht" bedeuten soll und dann: Was "volle Einsicht" bedeutet und ob es letztere überhaupt gibt ;-)

 

Aber... es genügt schon ein ganz klein wenig Einsicht um sehen zu können, daß (Be-)Herrschung nicht Teil eines intelligenten Weges sein kann. Wir sollten niemanden beherrschen wollen, auch nicht uns selbst, das wären noch sehr kindliche (2) Bestrebungen. Ein-sicht (4) genügt.  

 

Lucius Annaeus Seneca: "Wer volle Einsicht besitzt"

 

Kann man „Einsicht besitzen“? Natürlich nicht. Diese Formulierung könnte aber auch die Folge einer unzutreffenden Übersetzung sein. Aber wir können... einsichtig sein. 

 

Lucius Annaeus Seneca: "wer sich selbst beherrscht, bleibt sich gleich"

 

Selbstbeherrschung = (so wie wir sie üblicherweise verstehen) ist eine mal weniger, mal mehr... willentlich aufgewandte Unter-drückung von Impulsen.

 

Diese Form der Selbstbeherrschung kann man auch :-) leicht mal verlieren. So jemand bleibt sich keinesfalls immer gleich! 

 

Lucius Annaeus Seneca: "wer sich gleich bleibt, ist ungestört"

 

Jemand, der sich „gleich bleibt“, ist jemand, dem die Lebensum-stände gleichgültig oder gleich gültig sind. Das dürften ein paar Ausnahmeerscheinungen sein. Von der Masse wird jemand, den so gar nichts anficht, wohl als „gestört“ empfunden werden.

 

Emotionale Unbetroffenheit wird von Menschen, die sich sehr über den Emotionalkörper identifizieren, als fremd empfunden.

 

Der Satz des Lucius Annaeus Seneca geht noch ein bißchen kurios weiter. Wunderlichst wird er dann zum Schluß, wenn sich die Logik in den Schwanz beißt: "...also ist der Einsichtige glücklich".

 

Ja, es grassiert die utopische Idee vom steten glücklichen Leben. Laut Seneca brauchts nur die richtige Einsicht und schwupps...

 

 

Wenn ich jetzt bloß wüßte,

wie ich zu Einsicht komme!

 

 

 

 

Geistige Näherung

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Die Natur muß gefühlt werden, wer sie nur sieht und abstrahiert, kann (…) Pflanzen und Tiere zergliedern, er wird die Natur zu beschreiben wissen, ihr aber selbst ewig fremd sein.

– Alexander Freiherr von Humboldt

 

Kleine Kinder (und Wissenschaftler) machen das gerne mal so, daß sie etwas aufschneiden, wenn sie es verstehen wollen. Das paßt zu ihrem Reifegrad (2).

 

Wir haben aber auch noch andere, höhere geistige Ebenen zur Verfügung; solche, die über die Kapazitäten des Verstandes hinaus gehen:

 

Die (unbedingte) Liebe ist so eine, die Gegenwärtigkeit (Achtsam-keit) bietet eine solche, die Ehrfurcht, die Dankbarkeit... 

 

Wie der Alexander schon sagt: Wir nähern uns der Seele der Natur mit unserer Seele, nicht über den analytischen Verstand.

 

 

 

 

Verstandessache

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Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.“

– Noël Coward

 

Ja, der Verstand, der große Unruhestifter, verträgt keine Ruhe, keine Stille. Entspannen, loslassen... das ist nicht sein Metier.

 

Um sich zum Meditieren, nämlich zum Nichtstun hinzusetzen, be-darf es des Ungehorsams gegenüber dem Verstand. Man muß ihn schon austricksen, ihn schlicht übergehen, sonst wird das nichts.

 

Der Verstand ist der Letzte, der das Nichtstun empfiehlt. Nun ist der Verstand ja nicht unsere höchste Instanz.

 

Wer sich vom Verstand gängeln läßt,

befindet sich nicht in seiner Souveränität.

 

Der Spaß, den du ansprichst, Noël – das Nichtstun inmitten von Aktivität und Streß – auch der ist vom Feinsten. Dafür müssen wir ebenfalls am Verstand vorbei handeln, denn der gibt uns die Erlaubnis dazu nicht! Die müssen wir uns schon selbst erteilen.

 

Einwand: "Ich denke, dass wir ohne unseren Verstand gar nicht erken-nen koennen, dass Pausen resp. Nichtstun ebenso wichtig sind wie die noch dringend zu erledigende Arbeiten."

 

Ja, ohne den Verstand könnten wir das nicht; nicht einmal leben könnten wir ohne ihn.

 

Aber wenn du deiner Satz einleitest mit: "ich denke..." zeigt das, daß du den Verstand noch nicht bei seinem Tun beobachtet hast. An-dernfalls wüßtest du, daß der Teil der Verstandesaktivität, den du willentlich steuern kannst, keine 1 % ausmacht. Dann wüßtest du, daß der Satz: "Ich denke, also bin ich" reiner Quatsch ist.

 

Es geht nicht darum, den Verstand zu diffamieren, sondern darum, daß wir unseren Aberglauben in Bezug auf ihn erkennen können, daß wir ihn mit klaren Augen ansehen, daß wir "unser Denken" wissenschaftlich – also ganz genau und vorurteilsfrei – beobachten können.

 

Wenn wir intelligent leben wollen, müssen wir unsere Souveränität wiedergewinnen, indem wir zuallererst zwischen uns und dem Verstand unterscheiden, so wie wir auch zwischen uns und dem Stoffwechsel unterscheiden.

 

Zweites müssen wir klar differenzieren zwischen dem, was der Verstand leisten kann und was nicht. Alles weitere ist dann nicht mehr so schwierig.

 

Der schwierigste Part ist die Auflösung

der Identifizierung  mit dem Verstand.

 

Ein Weiteres zu deinem Satz: Die Erkenntnisfähigkeit ist nicht Teil des Verstandes. Erst der Transport via Formulierung und Sprache und der Einordnung ins Wertesystem sind Aktivitäten des persona-len (intellektuellen) Teils des Verstandes. Und selbst das passiert wiederum zu einem hohen Prozentsatz ohne dein Wissen und ohne deine Absicht und das Ganze dann auch noch so schnell, daß du mit willentlichem "Denken" nicht nachkämest.

 

Aber wie gesagt, das kannst du alles selber herausfinden.

 

Einwand: "Eine eigene Meinung wirst du mir doch wohl zugestehen."

 

Wie kommst du denn darauf, daß ich dir irgend etwas nicht zuge-stehen könnte oder wollte? Außerdem bist du frei und brauchst niemandes Zugeständnis. Aber...

 

Meinungen sind...

Intelligenzblockaden.

 

Wozu diese Selbsteinschränkung über die Festlegung: „Ab hier lasse ich keinen Zweifel mehr zu, ich bestehe für die Zukunft darauf, daß es so ist, wie ich es mir jetzt vorstelle!“

 

Das ist nicht wissenschaftlich, das ist selbstgewählte Dummheit.

 

 

Wissenschaftlich = ist, alle nur möglichen Perspektiven einneh-men, Einsichten und neue Erkenntnisse zu jeder Zeit bereitwillig zulassen und Thesen und Hypothesen als vorläufige und proviso-rische Annahmen...  jederzeit fallenlassen zu können.

 

 

 

 

Verwaltung

z

 

Wer liebt, hat ein großes Geschenk zu verwalten.“

– Martin Kessel

 

Manche Sätze wirken sehr bedeutend, wenn sie mit viel Getöse da-her kommen. Dennoch: Schmarrn bleibt Schmarrn.

 

Liebe ist nicht ein Teil

der Welt der Objekte.

 

Liebe ist also nicht handhabbar. Liebe ist größer als wir, größer, als unser kleiner Verstand mit seinen einfachen Strickmustern jemals begreifen könnte.

 

Einwand: „Wer liebt, bewahrt die Liebe.“

 

Ist dir das schon mal gelungen? Konntest du schon einmal auch nur 1 µg Liebe aufbewahren?

 

Du liebst, oder nicht. Liebe geschieht, oder nicht. Wenn du spürst, daß Liebe da ist, kannst du diesen Moment feiern. Das ist alles.

 

Wir haben die Liebe

...nicht in der Hand.

 

Wir können die Liebe nicht bewahren. Das liegt nicht im Bereich unserer Möglichkeiten. An dieser Stelle ist selbst der Mächtigste... machtlos. Wir können nur "bewahren" oder sonst irgendwie hand-haben, was wir kontrollieren können, aber die Liebe?

 

Die Liebe ist...

out of control. 

 

 

 

 

Liebe / Eifersucht

z

 

"Wer nicht eifersüchtig ist, liebt nicht."

– Aurelius Augustinus

 

Das ist Quatsch, Aurelius. Eifersucht ist Teil der Angst. Liebe hat eine andere Frequenz.

 

Liebe kennt

keine Angst.

 

Der Satz soll angeblich von dir stammen, Aurelius. Ich glaub aber eher, daß er dir untergeschoben wurde – und du kannst dich nun nicht mehr dagegen wehren :-)

 

Liebe  Bedürftigkeit werden

oftmals für das selbe gehalten.

 

Der lichtdurchflutete Raum der Liebe und die dunkle Abstellkam-mer, in der die Eifersucht haust, stehen aber in keiner Verbindung zu einander.

 

Eifersucht ist ein Kind

des Eigentum-Denkens.

 

Eifersucht ist ein Kind des Bedürfnisses nach Beständigkeit und des Wunsches, die Kontrolle zu haben.

 

Die Wurzel all dessen wiederum ist Angst; letztlich die Angst vorm Tod, vor der Auslöschung der Identität. Das ist eine kindliche (2) Ebene.

 

Die Liebe schwingt in einer weit höheren Frequenz. Sie kennt keine Angst und auch keinen Besitz, kein Bedürfnis nach Kontrolle, kennt überhaupt keine Bedürftigkeit, also auch keine Eifersucht.

 

Wenn wir spüren, daß wir eifersüchtig werden,

sind wir bereits aus der Liebe heraus gefallen.

 

Liebe ist Freiheit.  

 

Sie kennt keine Grenzen, kein einengen-wollen.

 

Wenn es uns gelingt, uns selbst in Gänze so anzunehmen, wie wir tatsächlich sind, besteht die Möglichkeit, zu lieben.

 

 

 

 

Worte

 

 

"Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstim-men."

– Max Frisch

 

Nicht einmal das. Sie „verbinden“ nichts. Sie lärmen bloß ein wenig. Sie entertainen unseren Verstand.

 

Wir bilden uns oft bloß gerne ein, daß sie mehr, daß sie von großer Bedeutung seien. Besonders viele von denen, die auf irgend eine Weise mit dem WORT arbeiten und/oder mit ihm ihren Verdienst bestreiten, aber...

 

Worte sind

nicht so wichtig,

wie wir sie nehmen.

 

Sie sind nur eine Art grober Ersatz. Sie sind eine Krücke für einen hilfsweisen Einsatz: Wenn Vermittlung sonst, auf einer feinstoffli-chen Weise, nicht funktioniert oder nicht ausreicht.

 

 

 

 

Veränderungswille

 

  

"Es ist billig, daß die Politiker Schlendrianisten sind, weil der größte Teil der Menschen es auch ist, und der Staat den Charakter der Masse aussprechen soll." 

Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher

 

Da bin ich nicht einig mit dir, Friedrich:

Es ist nicht billig – im Sinne von richtig.

 

Willst du auch die Kompetenz der Chirurgen durch „den Charakter der Masse“ ersetzen wollen? Falls du im Operationssaal die Anwe-senheit von Fach-Elite vorziehst, sollten wir dringend... dieser auch den Weg in die Parlamente erleichtern. 

 

Eine intelligentere Gesellschaft wird die Strukturen für den Eintritt der Abgeordneten in das jeweilige Parlament so gestalten, daß dort vorwiegend Menschen tätig sein können, denen du dann wahr-scheinlich Klugheit und vor allem einen edlen Charakter beschei-nigen würdest – ganz unabhängig davon, wie groß der Schlendrian der Masse ist.

 

Wir müssen nicht, wie bei einer Naturkatastrophe, ohnmächtig da-beistehen und zuschauen: Wir können Veränderungen vornehmen! 

 

Die Konstruktionen

der Menschen sind

keine Naturgesetze!

 

Wenn sich etwas als unpassend, als schlecht oder gar als schädlich erweist, können wir es verändern, verbessern oder sogar... gegen etwas  Gutes  austauschen.

 

Die Konstruktion eines Einstellungsverfahrens für Parlamentarier wird sich nicht als schwieriger erweisen als die Konstruktion eines digital gesteuerten Rolls-Royce. Kriegen wir das eine hin, klappt auch das andere. Das Hemmnis ist eine anderes: Wir müssen uns das Neue...

 

1.  vorstellen können

2. tatsächlich wollen. 

 

Sobald wir (die Gesellschaft) für diese kleine Konstruktions-Verän-derung bereit sind, ist deren Umsetzung... das geringste Problem.

 

  

 

 

Staat

z

   

Der Staat: Das ist die große Fiktion, daß jedermann auf Kosten von jedermann leben kann.“ 

Frédéric Bastiat

 

Frédéric, auf der Ebene deiner Äußerung könntest du auch sagen: "Eltern sind das Gewaltmonopol gegen Kinder." Beides ist dummes Zeug. 

 

Staat (wenn nicht pervertiert) ist die optimale, also nicht mehr... als die erforderliche Struktur für das Wohlergehen der Gesellschaft. Er ist eine Struktur verwaltende Organisation, die – von der Gemein-schaft der Bürger delegiert und beauftragt  im Sinne des Gemein-wohls handelt.

 

Solange dem egoistischen Handeln gegenüber dem Wohl des Nächsten der Vorzug gegeben wird, solange sich nicht eine Balance einstellt zwischen Selbstfürsorge und Gemeinwohl, solange wird als Korrektiv... der starke Staat gebraucht.

 

Dumm nur, wenn wir zulassen, daß egoistisches und parteiisches Handeln auch in die Parlamente einzieht. Damit haben wir nicht viel gewonnen. Aber Achtung:

 

Es liegt in unserer (!) Verantwortung, wenn wir verhindern, daß Intelligenz, Weisheit (6), Gemeinwohlhandeln und Weitsicht in die Parlamente kommen.   

 

Sobald wir die Reife haben, sobald wir den Wert von Intelligenz und Gemeinwohldenken der Wenigen erkennen können, werden wir umgehend die Modalitäten (z.B. das "Wahlrecht") entsprechend modernisieren.

 

Auf der Basis des Grundgesetzes das Wohl

der gesamten Gesellschaft anzustreben,

 ist vorrangige und edle Aufgabe des Staates.

 

 

Derzeit... geben wir immer noch den albernen Plakatwahlen, der Infantilität (2("Kinder an die Macht"), der Parteilichkeit und der Kurzsicht den Vorzug.

 

Der Staat ist immer nur so 

gut... wie wir ihn gestalten.

 

Kein aufgeweckter Architekt wird sich lange an den Beschreibungen von Mißständen betreff bestehender Bauwerke aufhalten, sondern neue, bessere entwerfen oder Fehlkonstruktionen bestmöglich um-gestalten.

 

Der Gestaltung jedes schönen Gebäudes geht eine Skizze voraus. Und der Skizze geht die Idee, geht ein Bild, eine Vorstellung von diesem Gebäude voraus.

 

An dieser Stelle sind wir genau so frei wie jeder Architekt: Auch wir, jeder einzelne von uns kann sich den Staat in allen Einzelheiten genau so vorstellen, wie er ihn gerne hätte und wie er auch für alle anderen... der beste ist.

 

- Klagen (2)
- Gestalten (4)

Hier haben wir die Wahl. 

 

 

Geistige Reife

 

 

 

 

Verantwortung

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„Wenn einer ein Amt hat und handelt nicht, wie es das Amt ver-langt, soll er zurücktreten.“

– Mengzi

 

Das klingt, Mengzi, als glaubtest du, ein solcher Mensch würde frei-willig, also aus der Einsicht heraus von „seinem“ Amt zurücktreten. Ziemlich naiv. 😉

 

Denn hätte er dieses Verständnis, bräuchte er nicht mehr zurück-treten; er hätte genug Einsicht, sein Amt ehrenvoll auszufüllen.

 

Hier wird wieder einmal vorausgesetzt, es wäre die erforderliche Reife von vornherein gegeben. Das ist nicht der Fall. Es befinden sich viele für den jeweiligen Posten ungeeignete Leute in Amt und Würden.

 

Diese Leute treten nicht zurück, sie müssen zurückgetreten werden, bzw. es muß dafür gesorgt werden, daß von Anfang an die richtigen Leute auf den passenden Stühlen Platz nehmen.

 

Es bedarf eines intelligenten Einstellungsverfahrens – wie es in den meisten Unternehmen schon lange Usus ist. Zeitgleich müssen die albernen Plakat-Wahlen in die Vergangenheit abgeschoben werden.

 

Ein paar Eignungskriterien

für die Abgeordneten eines Parlamentes:

 

 

 01. Das Gemeinwohl ist das einzige Ziel seines Handelns

 02. Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit – gegenüber Jedermann

 03. Kooperationsfähigkeit

 04. Achtung vor sich selbst – impliziert die Achtung vor anderen

 05. Permanente Offenheit für Intelligenz

 06. Engagement und Leistungswillen

 07. Befähigung zur Annahme von Verantwortung – jenseits von

        Eigeninteressen

 08. Fähigkeit zur kreativen Organisation von Kompetenz

 09. Geistige Autonomie – Kapazität für verantwortungs-

        bewußtes Entscheiden aufgrund eigener Weisheit

 10. Ausreichende Abstandswahrung zur eigenen Emotionalität

        und zum Ego

 11. Stärke: Zuversicht, Entschlossenheit und Stehvermögen

 

 

Wer glaubt, mit den o.g. Voraussetzungen würde von den Anwär-tern zu viel verlangt, sollte realisieren, daß die ersten sieben der oben gelisteten elf Forderungen bereits an jeden Praktikanten gestellt werden, der sich um eine Stelle bewirbt:

 

1. Alle Tätigkeit im Sinne des Betriebes

2. Ehrlichkeit

3. Kooperationsfähigkeit

4. Achtung gegenüber den Kollegen und der Leitung

5. Intelligentes Arbeiten im Sinne und zum Wohl der Firma

6. Engagement & Leistungswillen

7. Verantwortungsbereitschaft

 

Die übrigen vier Kriterien werden vom Unternehmer erwartet.

 

 

 

 

Verrückte Welt

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Wir leben in einer verrückten Welt. Menschen sterben vor Hunger, aber Schoßhündchen gehen an Verfettung ein.“

– Norman Mailer

 

Wir Menschen sind frei.

Also können wir uns auch daneben benehmen.

 

Wenn wir aus der Liebe gefallen sind, unterscheiden wir zwischen Menschen und Wesen, die uns genehm sind und anderen, die uns eher unan-genehm sind. Es stellt sich Angst ein und... wir erfinden den Begriff "Eigentum". 

 

  • Ich

  • Mein Hund

  • Meine Familie

  • Mein DeutschLand

 

Alles, was „MEIN“ ist, soll gesund und mobil sein, möglichst viel zu essen, preisgünstige Kleidung zur Verfügung, sowie ein stolzes Bankkonto haben und wir wollen ein möglichst repräsentatives Anwesen unser „Eigen“ nennen können. Ausreichende Versicherun-gen und die Security sollen „meinen Wohlstand sichern“.

 

Die anderen...?  Egal.

 

 

Sobald wir realisieren, daß es in Wirklichkeit keine Fremden gibt, daß wir EINE Familie sind, wird niemand verhungern oder unnötig Not erleiden.

 

Und dem Schoßhündchen

geht es auch wieder besser.

 

 

 

 

Un-/Sichtbare Liebe

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Ein Kind ist eine sichtbar gewordene Liebe.“

 sagt Novalis

 

Ein erwachsener Mensch auch. Ganz unabhängig davon, wie er sich benimmt. Und die Fliege an der Wand ist ebenfalls – für uns sicht-bar oder nicht – gewordene Liebe.

 

 

 

 

Auf Liebe gegründet

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Ein jedes Werk, das nicht auf Liebe gegründet ist, trägt den Keim des Todes in sich und geht seinem Ruin entgegen.“

 

Johann Heinrich Pestalozzi

 

Johann Heinrich ist ein Mann der Liebe. So jemand kann es nicht anders sehen, als daß alles von Wert und Bestand auf Liebe gegrün-det ist. Und letztlich hat er recht.

 

Bei uns scheint zwar auch einiges, was auf Haß, Gier, Egoismus gegründet ist, zumindest zeitweilig zu funktionieren, aber auch in dem Menschen, der mit dem Zitat nicht einverstanden ist, ist in jeder einzelnen seiner Zellen... Liebe am Werk.

 

Mit der Liebe tun wir uns in diesen Regionen derzeit etwas schwer. So, als wäre Liebe nicht zeitgemäß. Aber ein Lehrer ist nur dann wirklich ein Lehrer, wenn er seine Schüler liebt, sonst ist er bloß ein Pauker. Leidenschaft und Begeisterung sind eine Folge der Liebe. 

 

Einwand: "Schlecht zu sein ist nicht schwer. Um gute Dinge zu tun, brauchen wir Kraft und Geduld. Aber vor allem ist es auf dieser Welt anstrengender gut zu sein."

 

Ist es denn schwer, gut zu dir selbst zu sein? Ich find´s kinderleicht.

 

Einwand: "Ich spreche nicht von mir."

 

Warum nicht?

 

 

 

 

Liebes-Ende ?

 

 

Der Charakter einer Frau zeigt sich nicht, wo die Liebe beginnt, sondern, wo sie endet.“

Rosa Luxemburg

 

Das gilt für die Frau, aber natürlich gilt das genauso für den Mann.

 

Es ist eine Frage der Reife,

wie wir mit den Veränderungen unserer länger andauernden Begeg-nungen mit anderen Wesen („Beziehungen“) umgehen.

 

Ein  „Ende der Liebe“  habe ich bisher... nicht ausmachen können.

 

   Erst - Annäherungen

   Dann - intime Beziehungen

   Nun - räumliche Distanzierungen.

 

Es gibt Veränderungen, besonders im Bereich der körperlichen Intimität, in der Balance von Nähe und Distanz, aber:

 

Ein Ende der Liebe?

Wie soll das gehen?

 

Einwand: "Ob, wann, warum oder wo sie auch immer enden möge... dann war es KEINE echte Liebe."

 

Das ist Quatsch.

 

In jeder Beziehung fließt auch Liebe. Das ist unvermeidlich. Aber der Ego-Verstand schafft es gut, sie auszublenden. Er ist unfähig, Liebe zu erkennen.

 

Umgekehrt projiziert er gerne Liebe dort hin,

wo in Wirklichkeit Bedürftigkeit vorherrscht.

 

Noch etwas: Es gibt keine „echte Liebe“.

Und es gibt auch keine „unechte Liebe“.

 

Einwand: "Wie sollte es Liebe sein, wenn ich nicht verstehe, und wie könnte es Liebe sein, wenn ich nicht verstehe."

 

Der selbe Unsinn.

 

Liebe hat nichts mit dem Verstand zu tun. Da gibt es keine Verbin-dung. Verstehen wollen hat mit Verstand und Ego zu tun.

 

Das wäre ja, wie... mit der Rohrzange ein Gedicht verstehen wollen.

 

In der Liebe gibt es

nichts zu verstehen.

 

 

Liebe

 

Geistige Reife

 

 

 

 

Die „Freiheit“ des Friedrich Engels

 

 

Wenn man genau hinsieht, läßt sich erkennen, daß dieser Friedrich bereits in seinem kurzen Satz den Samen einer aufoktroyierten Un-freiheit legt, diesen aber als Freiheit verkaufen will:

 

"Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit." ...meint  Friedrich Engels

 

Umgekehrt wird es wahr:

 

Einsicht in die Notwendigkeit

ist Teil unserer Freiheit.

 

Die Un-Einsichtigkeit ist übrigens ebenfalls... Teil unserer Freiheit. Die Freiheit ist nämlich sehr viel größer, als uns dieser Friedrich weismachen will.

 

 

 

 

Sockenschuß

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Es macht mir nichts aus, wenn ich falle; solange jemand anderes mein Gewehr aufhebt und weiterschießt.“

– Che Guevara

 

So kann es scheppern, wenn man zwar noch nicht

"gefallen" ist, aber bereits einen Sockenschuß hat. 

 

Hier auf der Erde sind wir in der Lage, ganz besondere Erfahrungen zu machen. Zum Beispiel können wir unsere Scheuklappen auf dermaßen eng einstellen, daß wir nur noch schießen können.

 

 

 

 

Das Böse

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Das Böse lebt nicht in der Welt der Dinge. Es lebt allein im Menschen.“

 

– Chinesische Weisheit

 

Das Böse lebt nicht nur nicht in den Dingen, es lebt auch nicht im Menschen.

 

Das Böse hat kein Eigenleben.

Das Böse hat keinen freien Willen.

Das Böse gibt es nicht in dieser Weise.

 

Vor einiger Zeit versuchte man, das Böse zu vernichten, indem man Menschen verbrannte. Heute hält man sich für zivilisiert und ver-sucht, das Böse wegzusperren. Damit hat sich an dem Aberglauben, es gäbe das Böse oder den Bösen, nichts geändert.

 

Es gibt einige Bereiche, in die die Menschen nicht oder nicht genau-er blicken wollen.

 

Dies ist so einer, in dem lieber...

die Vor-Urteile gepflegt werden.

 

 

 

 

Die Natur beherrschen ?

 

 

Als die Dummheit die Intelligenz verstehen und beherrschen wollte.

 

Das, was wir respektvoll “Wissenschaft“ nennen, ist letztlich bloß ein leichtes Kratzen an der Oberfläche der Natur. Mit Hilfe einiger vergleichsweise primitiver Methoden versuchen wir, Verstehen und darüber Nutzen zu generieren.

 

Dabei benutzen wir Ideenkonstrukte, die der Natur weit unterlegen sind – was zu einem kurzsichtigen Verstehen führt. Die Folgen sind entsprechend; zum Teil sogar katastrophal.

 

Das Kleinere kann das Größere nicht begreifen.

 

Das Problem: Wir haben einen zweidimensional (dualistisch) funk-tionierenden Verstand und wollen durch ihn die mehrdimensionale (organische) Natur verstehen oder sogar „beherrschen“!

 

Ein Beispiel liefert die Entdeckung des „Antibiotikums“: Es wird nicht mehr sehr lange dauern und der vermeintliche „Segen“ (Anti-biotikum) wird durch den aus ihm resultierenden „Fluch“ (multi-resistenten Keime, MRSA) wieder eliminiert, ausgeglichen sein.

   

 

Da, wo die Ehrfurcht fehlt, fehlt alles.

 

Christian Friedrich Hebbel –

 

 

Erst auf der Basis der Ehrfurcht der Existenz gegenüber werden wir eine höhere Wissenschaft entwickeln können. Und alle aggressiven Methoden werden damit der dunklen Vergangenheit angehören.

 

Ehrfurcht und Allmachts-Gedanken... schließen sich aus.

 

 

 

 

Verrückt

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Es ist sinnlos sich verrückt zu machen, indem man versucht, sich davor zu bewahren, verrückt zu werden. Da könnte man genausogut einfach klein beigeben und sich die Vernunft für später aufheben.“

– Douglas Adams

 

Ist schon verrückt, welchen Wert manche Leute der Vernunft bei-messen, wo sich doch alles Wesentliche, alles wirklich Bedeutende, das Existenzielle und Essenzielle... jenseits der Vernunft abspielt.

 

Manche machen sich sogar einen Kopf und wollen wissen, wozu das Universum da ist, wo es hin will und warum es dort hin will :-) 

  

Du verpaßt nicht viel, wenn du dir 

die Vernunft... für später aufhebst.

 

Zeit

  

Aber Achtung! Ein „Später“ gibt es gar nicht. Ist auch wieder nur... eine Idee des vernünftigen Verstandes.

 

 

 

 

Nur...   jetzt !

 

 

Mal angenommen, du willst eine deiner Tätigkeiten von gestern, morgen korrigieren. Wann (genau !) beschließt du das? JETZT. Zu keinem anderen Zeitpunkt. Und wann setzt du deinen Beschluß in die Tat um? Schau mal ganz genau nach, wenn du es tust, wann du es denn tatsächlich tust...

 

Was immer du tust, du tust es jetzt

und... niemals zu einer anderen Zeit.

 

Die Gegenwart ist real, Vergangenheit und Zukunft aber sind je-weils bloß eine IDEE von ZEIT, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt; sie ist nicht real.

 

Wir haben uns an die Idee von mehreren Zeiten von Kindesbeinen an gewöhnt und... sie wurden niemals und von niemanden in Frage gestellt, auch nicht durch uns selbst.

 

Eine Art Hypnose.

 

Wir halten Dinge für real, die nicht real sind. Und das geht uns mit sehr vielen Ideen so. Wir haben bloß vergessen, daß sie nur (wenn auch sehr nützliche (!) Hilfs-Ideen sind.

 

Diese (Auto-)Hypnose durchbrechen wir (nur), indem wir uns aus dem Kollektiv-Schlaf heraus in einen bewußteren Modus begeben, also nur dann, wenn wir (außer-gewöhnlich) bewußt sind.

 

 

 

 

Alexander trifft auf Diogenes

 

. . . . Diogenes und Alexander "der Große!"
. . . . Diogenes und Alexander "der Große!"

  

Die Griechen […] beschlossen, mit Alexander gegen die Perser einen Kriegszug zu unternehmen, wobei er auch zum Oberfeldherrn ernannt worden war. Da ihm bei dieser Gelegenheit viele Staatsmänner und Philosophen die Aufwartung machten und Glück wünschten, dachte er, daß auch Diogenes von Sinope, der sich eben in Korinth aufhielt, ein Gleiches tun würde. Aber dieser blieb ungestört in seiner Ruhe im Kraneion [Platz in Korinth], ohne sich im Geringsten um Alexander zu kümmern; daher begab der sich zu Diogenes hin. Diogenes lag eben in der Sonne. Als aber so viele Leute auf ihn zukamen, reckte er sich ein wenig in die Höhe und sah Alexander starr an. Dieser grüßte ihn freundlich und fragte, womit er ihm dienen könnte. ‚Geh mir nur‘, erwiderte er, ‚ein wenig aus der Sonne.‘ Davon soll Alexander so sehr betroffen gewesen sein und, ungeachtet der ihm bewiesenen Verachtung, den Stolz und die Seelengröße des Mannes so sehr bewundert haben, daß er, als seine Begleiter beim Weggehen darüber scherzten und lachten, ausrief: ‚Wahrlich, wäre ich nicht Alexander, ich möchte wohl Diogenes sein.‘“

– Plutarch

 

‚Wahrlich, wäre ich nicht Alexander, ich möchte wohl Diogenes sein.‘ 

 

Das ist natürlich... Quatsch. Denn Alexander und Diogenes sind ja keine voneinander verschiedene Spezies.

 

Der eine richtet sich ein in der Präsenz, der andere wird getrieben von der Unruhe, er rennt und rennt und rennt wie ein Hamster im Rad und weiß nicht, wozu und wohin er rennt. Wie es heißt, ist er gestorben, bevor er noch seine Mutter treffen und ihr von all seinen Heldentaten J berichten konnte. 

 

Wir alle kennen den Alexander (die Unruhe) in uns, wenn wir Ziele verfolgen und wir alle kennen auch den Diogenes (die Präsenz) in uns, die weise Seite, die ganz genau weiß, daß es nichts zu erobern gibt, daß wir sofort... loslassen können.

 

 

 

 

Sinn des Lebens

 

 

The meaning of life is just to be alive. It is so plain and so obvious and so simple. And yet everybody rushes around in a great panic as if it were necessary to achieve somethink beyond themselves.

Alan Watts

 

Der Sinn des Lebens ist nur, lebendig zu sein. Es ist so klar und so offensichtlich und so einfach. Und doch stürmen alle in großer Panik herum, als ob es notwendig wäre, jenseits seiner selbst etwas zu erreichen.

– Alan Watts