Ordnung

 

 

Ordnung = ist Hilfs-Konstruktion.

 

Der Staat ist ein Ordnungs-Konglomerat.

 

Die  

  • Gesetze sind Ordnungs-Konstruktionen, die in den Parla-menten beschlossen werden. Die

  • Justiz ist eine Ordnungs-Konstruktion, die selbige anwen-det, indem sie deren Befolgung – unter Androhung von Un-annehmlichkeiten bei Zuwiderhandlung – durch die

  • Ordnungs-Kräfte aufgrund wiederum deren Ordnung, durchsetzen läßt.

  • Ordnungs-Amt (durchführungs-verantwortliche Behörde)

   

 

Ordnung  (als Illusion)

Ordnung  (Bereich Sicherheit) 

 

 

 

 

Soziale...  Ordnung

 

 

Die soziale Ordnung – wie wir sie kennen – ist kein natürlicher Zustand, ist keine unbedingte Notwendigkeit.

 

Ein Mensch, der für und mit sich allein lebt (Einsiedler) benötigt natürlich keine aufgesetzte Ordnung, abgesehen vielleicht von einer gewissen Disziplin oder Angewohnheit, die er sich selbst auferlegt.

 

Eine Ordnung, ein soziales Regelwerk bildet sich frühestens mit dem Auftreten einer zweiten Ich-Einheit (Person/Ego).

 

Die Ordnung wird in der Gesellschaft, also im menschlichen Miteinander, als leitendes Hilfsinstrument gebraucht, wenn der erforderliche Grad an Geistiger Reife unter den Beteiligten nicht gegeben ist. Dann erst wird 

  1. die Ordnung,

  2. die Sanktion von Unordnung,

  3. die Durchsetzungskraft der Sanktion benötigt. 

  

Die Strenge der Ordnung steht in Relation zur Reife der Sozietät. Rigide Strukturen sind ein Indiz für die Unreife zumindest eines Großteils der Mitglieder der Gemeinschaft.

 

 

Reife

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lebendige... Ordnung

 

 

Bei jeder Form von Ordnung müssen wir die Draufsicht wahren, denn alles was der Mensch erschafft, ist kleiner als der Mensch.

 

Die ausschließliche Innensicht weist auf mangelnde Intelligenz: Diese Perspektive macht den Menschen unnötigerweise zum Opfer der Ordnung. 

 

Keine Ordnung
ist Selbstzweck.

 

So, wie die aus der Kindergröße herausgewachsenen Menschen – damit sie nicht verkrüppeln – eine anders geformte Kleidung brauchen, so muß immer auch die Ordnung dem Wachstum der Menschen Rechnung tragen und zu deren Wohl fürsorglich angepaßt werden.

 

Ordnung hat immer den Menschen
zu dienen und niemals umgekehrt !

 

Deshalb dürfen die Ordnungsstrukturen weder durch den dumpfen Mob, noch durch Interessen geleitete Politiker entschieden werden. Statt dessen sollten sie – zum Wohl der Gesamtgesellschaft – von weisen Menschen entworfen und modifiziert werden.

 

Diese dann neuen Ideen sind anschließend den Abgeordneten zu vermitteln, darauf in den Ausschüssen weiter zu beraten, in den Parlamenten zu beschließen und endlich von der Regierung zur Umsetzung in Auftrag zu geben. 

 

 

 

 

Bürokratie

 z

 

„Die Bürokratie ist ein gigantischer Mechanismus, der von Zwergen bedient wird.“

– Honoré de Balzac

Die Bürokratie regelt –

also ist sie konstruktiv.

 

Bürokratie ist geschaffen worden, um gewisse Dinge zum Vorteil für die Mitglieder einer Gesellschaft zu regeln. Aber auch, um die Unreife der Massen positiv und konstruktiv zu leiten, zu führen und zu gängeln? So weit, so gut. 

 

Allerdings gibt es eine Wirkungs-Obergrenze, ab der sie zunehmend (negative) Reibung erzeugt, sich hemmend auswirkt und sich damit auch kontraproduktiv auswirkt.

 

Ab jetzt äußert sie sich auch als Einschränkung der Freiheit. Die Bürokratie darf sich niemals als Machthabende empfinden, denn sie ist ausschließlich Dienerin des Bürgers! Und genau so hat sie zu erscheinen und den Menschen gegenüber aufzutreten!

 

Nun sind die Ausführenden dieser Ordnungsstruktur ebenfalls auf der Ebene dieser (Un-)Reife (2) gebunden. Sei es, daß sie die „Ordnung“ in gegebenen Fällen nicht brechen wollen, oder auch schon gar nicht mehr... können: Sie sind bereits auf dieser primitiven Ebene identifiziert. Sie können sie nicht innerlich „von Außen“ sehen und sie können ihre Freiheit nicht sehen. Sie wissen nichts davon. Freie und (eigen)verantwortliche Entscheidung ist auf dieser Ebene also nicht zu erwarten. Alles andere ist Illusion oder... Ausnahme.

 

Ordnung ist...

  • für die unbewußte Masse eine große Hilfe,
  • für den Mann an ihrer Grenze ein Gefängnis und
  • für den echten (!) Freigeist wiederum... kein Problem.

 

Aber so sehr denn die Bürokratie eine sehr gute Unterstützung für die Gesellschaft ist: 

 

Immer ist Bürokratie auch... 

Einschränkung von Freiheit.  

 

Bürokratie ist Segen & Fluch. Verhalten wir uns intelligent, werden wir sie mehr in Richtung Segen ausbalancieren und sie keinesfalls...

einfach machen lassen.

 

Bürokratie darf sich nicht als Feind oder als Bollwerk gegen den Bürger gerieren: 

 

Die Bürokratie ist ein Service-Unter-

nehmen des Bürgers für den Bürger.

 

Permanente Transparenz und Erklärung (bei Bedarf) haben selbst-verständlich zu sein. Läuft etwas schief, gehört es geändert.

 

 

Und der reifere Mensch wird nicht verächtlich herabsehen... auf die Ausführenden dieser für die Gesellschaft so wichtigen Ordnung.

 

 

 

 

Grenze

 

 

Grenze (allgemein) = ist die Markierungs-Linie am Ende einer natürlichen oder einer ideellen, aber verabredungsfähigen Ordnung.

 

Grenze (speziell) = ist die nach Außen demonstrierte Markierungs-Linie, die (ohne ausdrückliche Erlaubnis) nicht ohne eine, auch Gewalt beinhaltende Reaktion überschritten werden darf.

 

Der Staat definiert (und begründet) sich wesentlich durch den Raum innerhalb dieser allseits akzeptierten Grenz-Linie des jeweiligen Landes. Die Verteidigung dieser Markierungslinie obliegt dem Militär. 

 

 

 

 

Grenzen der Ordnung

 

 

Die Aufnahme der neuen Bürger aus Syrien* und anderen Ländern hat nur deshalb vergleichsweise gut funktioniert, weil die freien Bürger in ihrem Engagement die akuten Probleme gesehen haben und weil sie diese dann kurzentschlossen und zunächst ohne jeden Plan, angepackt und nach besten Kräften gelöst haben. Sie haben nicht erst auf eine genehmigte Ordnung gewartet.

 

Hätten die Behörden allein – aufgrund ihrer Anweisungen – handeln müssen, viele Menschen wären wohl in unserem reichen Land auf den Straßen verhungert.

 

Die Behörden funktionieren innerhalb ihres Systems recht gut, vertragen aber keine Spontanität, keine außergewöhnlichen Bewe-gungen. Alles, was nicht mit ihrem Verhaltens-Kanon in Überein-stimmung ist, „geht nicht !“. Das ist ein Prinzip der Ordnung. 

 

Intelligentes Handeln ist hier nicht

vorgesehen und...  nicht erwünscht. 

 

Intelligentes Handeln ist freies Handeln.

 

Im Gegensatz zum intelligenten Handeln steht das genau

vorgegebene Handeln...  innerhalb der Ordnungsstruktur.

 

Streng genommen haben also diese Freiwilligen... die Ordnung der Behörden ignoriert, unterwandert, gestört, beschädigt. Sie haben – unausgesprochen – andere Werte (Empathie, Menschlichkeit) über den der Ordnung gestellt.

 

Hier zeigt sich neben der konstruktiven Funktion von Behörde auch die destruktive Seite: Flexibilität, spontane Verantwortungs-Über-nahme, kluge Antworten auf akute Lebensumstände sind allesamt ausgeschlossen. In solchen Situationen bilden die Behörden nur das Sand im Getriebe, die systemimmanente Blockade gegen intelligen-tes Handeln.

 

 

Sicherheits-Ordnung

Ungereimtheiten

 

 

 

 

Grenz-Ordnung

 

 

Geht es nach Recht und Ordnung, sind die Grenzen des Landes um jeden Preis „zu schützen“. Selbst um den Preis, daß auf unange-meldet grenz-eindringende Menschen zu schießen und deren Leib und Leben damit bedroht und also gefährdet ist.

 

Hier wird deutlich, daß der bei uns so hoch angesehene Schutz der Menschenwürde und jener der körperlichen Unversehrtheit, dem Wert der Ordnung aber... unterlegen sind.

 

In Wirklichkeit steht der Schutz

der Ordnung an oberster Stelle.

 

Alles andere ist nur eine, wenn auch schriftlich formulierte wackeli-ge Idee.

 

Eine menschliche Gesellschaft wird immer Würde & Unversehrtheit eines jeden Menschen an die erste Stelle setzen und die Ordnung (welche auch immer) in die zweite, in die den Menschen unter-stützende Reihe stellen. 

 

Ordnung muß stets dienend, sie

darf niemals beherrschend sein.

 

 

 

 

Flexible Ordnung

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Diese menschliche Idee von Ordnung, diese äußerst primitive Idee, die wesentlich auf der Logik beruht, verträgt keine Abweichung.

 

Solch kleinkarierte Strukturen, wie unsere derzeitige Vorstellung von Ordnung, wird man in der Natur kaum finden können :-)

 

Eine, sich nur etwas mehr an Intelligenz und Weisheit erlaubende Gesellschaft wird die zwar erforderliche Stabilität einer Ordnung, mit einer ebenfalls nötigen Flexibilität in Balance bringen wollen. 

 

Natürlich setzt das einen etwas höheren Reifegrad bei den Bediensteten sämtlicher Behörden voraus, da diese zusätzlich zu ihren durchstrukturierten Aufgabenbereichen nun auch noch eigenverantwortliches Handeln ermöglichen müssen. So sind z.B. gelegentlich Ausnahmen von der Regel in Eigenregie zu verantworten, die zudem noch gemeinwohlverträglich ausfallen (z.B. Bevorzugung ausschließen) müssen. Gefragt ist:

 

  • Weisungsgebundenes Arbeiten plus

  • Eigenverantwortliches Entscheiden.

 

Das klingt zunächst vielleicht ein bißchen utopisch, entspricht aber bloß dem Reifegrad eines heutigen Schullehrers – ist also gar nichts Besonderes. Wir brauchen es bloß zu wollen.

 

Die Einführung oder Umgestaltung kann schließlich fließend, kann sukzessive geschehen.

 

Obwohl auch die Dampfmaschine in einer bestimmten Zeitspanne einen Quantensprung in Bezug auf das Wasser-Rad darstellte (höherer Wirkungsgrad + Mobilität), sehen wir sie heute trotzdem nicht mehr als den Höhepunkt der maschi-nellen Entwicklung an.

 

In gleicher Weise stellt kein menschengemachtes Konstrukt ein unveränderbares Naturgesetz dar, sondern: Alle Errungenschaften haben ihre Zeit – oder bedürfen einer stetigen Fortentwicklung. 

 

Allein deshalb, weil wir unnötige Schmerzen vermeiden wollen, müssen wir selbstverständlich auch in so etwas wie Ordnung – und zwar in alle ! ihre Systeme – mehr und mehr Intelligenz einbringen.

 

 

 

Entweder man lebt,

oder man ist konsequent.

 

– Erich Kästner 

 

   

 

Ein  Paradox, denn eigentlich gilt:

 

Ordnungssysteme leben von

prinzipieller Regelmäßigkeit. 

 

Dennoch: Unsere Ordnungssysteme bedürfen des Puffers der Aus-nahmen, eben auch der Unregelmäßigkeit. Beispiel der (gregoriani-sche) Kalender: Die Akzeptanz der Unregelmäßigkeit (Schaltjahr) ermöglicht erst... die Funktion des Systems

 

 

 

 

Prinzip

 

 

Das Prinzip = ist als Element der Ordnung ein starres Hilfskon-strukt zur einfachen Verhaltensentscheidung von Individuen und Gruppen, dort wo und dann, wenn Spontaneität und Authentizität nicht erwünscht sind.

 

Ein Prinzip kann ein gutes oder ein schlechtes sein. Es kommt auf den Kontext an, in den es eingebunden ist.

 

Ohne Kontext

kein Prinzip. 

 

Auch die Prinzipien unterliegen einem stetigen Wandel. Andernfalls werden sie sehr schnell zu einer (unnötigen) Belastung.

 

 

 

 

Zum Verständnis

 

 

Unterstützendes = ist alles das, was im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Feld keinen Wert an sich hat, aber temporär wert-bildend genutzt werden kann (siehe zum Beispiel: "Werkzeug") 

 

A  - Wesentliches / Bedeutendes

 

B1 - Wichtiges

B2 - Nützliches

B3 Unterstützendes

B4 - Belangloses

B5 - Schädliches 

 

 

Werkzeug

 

 

 

 

Conclusio

   

 

Wir sollten alle Ordnungen nutzen und schätzen, wo sie uns als eine Art Werkzeug dienen. Wir sollten sie aber nicht erhöhen und sollten also die Menschlichkeit, die Unversehrtheit, die ehrliche Empathie und die Intelligenz in ihrem Wert immer als weit höher anerken-nen, als jede Ordnung ihn – trotz all ihrer Vorzüge – je erreichen könnte.

 

 

 

*) Spätsommer 2015