Tugend

 

  

Tugend = bezeichnet das Konglomerat an gewünschter, also "po-sitiver" Aspekte einer  Moral.

 

 

Man 

ehre die Tugend, 

wenn sie zum Glück beiträgt; 

wenn nicht, gebe man ihr den Abschied. 

 

Epikur 

 

 

Tugenden = sind kein Selbstzweck. Sie haben als Hilfskonstrukt unterstützende Funktion in einer Gesellschaft mit einem hohen Anteil an Unbewußtheit - auf den Ebenen (2) und (3) der Geistigen Reife, also der geistigen Unmündigkeit.

 

Tugenden entstehen über ihren Bedarf.

 

Erst durch die Überhandnahme von Untugenden entsteht das Bedürfnis nach „günstiger Regelung“ durch Tugenden. Sie variieren in Abhängigkeit zur Zielsetzung der betreffenden (Gesellschafts-) Gruppe. 

Tugenden beruhen oft auf den Erwartungen anderer und nicht auf der eigenen Einsicht, nicht auf Frei-Willigkeit. 

 

Zum Kompendium "Tugend" zähle ich heute...

 

 Gastfreundschaft

Verantwortung

Wahrhaftigkeit

 Zuverlässigkeit
• Achtsamkeit
• Dankbarkeit

Verständnis

• Mitgefühl
• Verzeihen

 Ehrfurcht
• Toleranz

 Respekt

 Mut

 

Aber ab einer bestimmten Reifestufe (4) sind wir in der Lage, die Tugenden als solche abzustreifen und von uns selbst aus, also frei & willig Verantwortung zu übernehmen, wir werden gegebene Versprechen ganz selbstverständlich und von uns selbst aus halten, wir sind achtsam aus eigener Einsicht, zeigen Mitgefühl aus unserem Bedürfnis heraus, sind wohlwollend den anderen gegenüber und brauchen keine Dankbarkeit mehr heucheln: Wir sind dankbar.

 

Durch die Metamorphose der Reifung fällt

die Tugend wie eine tote Hülle von uns ab.

 

 

Geistige Reife  

 

 

 

 

Das Gute ...im Menschen

  

 

 

Je weiser und besser ein Mensch ist,

umso mehr Gutes bemerkt er in den Menschen.

  

Blaise Pascal 

 

 

Der Mensch, den du hier skizzierst, Blaise, ist einer mit `nem hohen Level an Geistiger Reife.

 

 

Geistige Reife

 

 

 

 

Authentizität

 

 

Was Wahrhaftigkeit im Wort bedeutet,

ist die Authentizität im Gesamt-Ausdruck.

 

Denn wir kommunizieren nicht nur verbal, sondern mit unserem gesamten Habitus, der gesamten Art unserer Selbst-Darstellung. 

 

Authentizität = ist Echtheit im Ausdruck.  

 

 

 

  

Ehrlichkeit ist das erste

Kapitel im Buch der Weisheit.

 

Thomas Jefferson 

Verfasser der US-Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung

 

 

 

 

Wahrhaftigkeit

Aufrichtigkeit 

 

 

 

 

Auf Augenhöhe

 

 

Martina Schmitz sagt: „Daß die Menschen erst dann nachdenken wenn jemand von oben herab spricht. Aber wenn jemand auf gleicher Augenhöhe spricht... geht es unter.“

 

So ist es.

 

An jemanden aufsehen, können wir ganz gut,

auf jemanden herabsehen..., noch viel besser.

 

Aber die  gleiche Augenhöhe... ist uns noch ziemlich fremd.  

 

Camelotgold sagt in seinem BeitragWer den Menschen nicht dienen will, der versucht sie zu beherrschen.“

 

Du nennst zwei Möglichkeiten, wie Menschen in Interaktion gehen können: Dienen oder Herrschen. Es gibt aber mindestens noch eine 3. Möglichkeit: Dem Menschen mit Achtung zu begegnen.

 

Dem entspricht die Begegnung auf gleicher Augenhöhe.

 

An jemanden aufzusehen oder auf jemanden herab zu sehen, sind archaische Formen der Konflikt-Minderung, also letztlich der Arterhaltung, wie wir sie beispielsweise bei Rudel-Tieren sehen können. 

Der Instinkt ist aber nicht das Ende unserer Möglichkeiten:

 

Die Würde des Menschen

beginnt mit der Fähigkeit zur

Begegnung auf Augenhöhe.

 

Weder Dienen-, noch Herrschen-wollen zeugen von einem hohen Grad menschlicher Reife. Aber wir brauchen hier ja nicht – wie in einer Sackgasse – stecken zu bleiben, denn: Es gibt würdigere Ebenen, dem Menschen zu begegnen.

 

Und damit brauchen wir nicht erst auf einen Regierungs- oder Ordnungs-Wechsel zu warten; damit können wir jetzt sofort beginnen. 

 

 

Respekt

 

 

 

 

Tätigkeit / Untätigkeit

 

 

Tätigkeit ist eine Tugend.                         ...sagt Claude-Adrien Helvetius

 

Untätigkeit nicht minder :-)  

Totale Untätigkeit nennen wir auch... Meditation.

  

Zazen = ist Hinsetzen und Nichtstun. 

   

 

 

 

Güte

z

  

Es gibt Weltverbesserer aus Grundsatz, die keinen Funken Güte besitzen.“

– Oswald Bumke

 

Sie haben sich verrannt. So scheint manchmal die treibende Kraft das Mitgefühl (z.B. mit den sog. „Ausgebeuteten“) zu sein. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber gelegentlich, daß die treibende Kraft der Hass (auf die sog. „Ausbeutenden“) ist. Wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will, ist es nicht verwunder-lich, „keinen Funken Güte“ zu entdecken.  

 

Einwand: "Worin ist für (den Menschen) die Güte von Nutzen?"

 

Ja, sie ist uns ein bißchen fremd geworden, die Güte. Vor einigen Jahren konnte man gelegentlich noch von ihr hören: „Ach, du meine Güte!“ Heute fragen manche nur noch nach ihrer Nützlich-keit, nach ihrem wirtschaftlichen Quotienten.

 

Ich hab´s auch nicht so mit ihr – nicht weil sie so wenig bringt, auf dem Markt, sondern weil ihr eine Spur... Arroganz anhaftet. Sie kommt mir ein bißchen viel... „von oben herab“.

 

Einwand: "Wohlwollen, Nachsicht, Güte, Gutes tun, Gnade üben, Wohl-wollen, Barmherzigkeit..."

 

Ja, all dem haftet auch... der Gestank von Arroganz an. 

In ihrer reinen, also unschuldigen Form... sind sie Liebe.

  

 

 

 

Geduld

 

 

"Geduld ist das Vertrauen, daß alles kommt, wenn die Zeit reif ist."

 

– Benjamin Disraeli