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Moral = ist ein Konstrukt, das den Zusammenhalt einer Familie, einer Gruppe, eines Stammes oder eines Landes begünstigen soll. Sie ist eine außer-gesetzliche, jedoch bindende Vorgabe. Moral ist ein regional-, gruppen- und/oder landes-gebundenes, also ein nicht allgemein gültiges Konglomerat an Verhaltens-Regeln.   

 

Die Moral ist in unserer Umgebung - zwar nicht nur, aber größtenteils - christkirchlich programmierten Ursprungs.

 

Die Struktur dieser Moral hat uns – wie das im Tageslicht unsicht-bare Myzel eines großen Pilzes – erfaßt und durchdrungen.

 

 

 

 

Elemente der Moral

  

 

Hier sind mal ein paar Komponenten des Konglomerats MORAL aufgelistet. Anhand dieser Liste können wir mal nachschauen, welche von ihnen wir noch für Wert befinden und von welchen wir uns feierlich, oder in aller Stille verabschieden wollen... 

  • Ehe

  • Sitte
  • Ehre
  • Reue
  • Treue
  • Gebot
  • Sünde
  • Scham
  • Pflicht

  • Demut
  • Schuld
  • Etikette
  • Verzicht
  • Anstand
  • Schande   
  • Prüderie
  • Unmoral    
  • Autorität
  • Gewissen    
  • Gehorsam
  • Obszönität
  • Gut & Böse
  • Bestrafung
  • Keuschheit
  • Bescheidenheit
  • Jungfräulichkeit  

  

 

  

Versteckter Einfluß der Religionen

 

 

Üblicherweise haben die religiösen Strömungen großen Anteil an der Verbreitung und Durchsetzung ihrer jeweiligen Moralstatuten. Hier in Europa sind wir größtenteils durch die „Christliche Moral“ konditioniert worden.

 

Wir haben den Kodex inzwischen derart „drauf“, daß wir glauben, es sei unsere ganz persönliche, unsere eigene Sicht der Dinge und kommen deshalb gar nicht auf die Idee, daß – selbst nach einem Kirchenaustritt – in Wirklichkeit „Das Christliche“ (noch ein-) greift.

 

Selbständiges Denken setzt Bewußtheit - in Bezug auf internalisierte Wertmaßstäbe anderer - voraus.

 

Denn im unbewußten Zustand sind wir - im moralisch wertenden Bereich - wie ferngsteuert; ob wir damit einverstanden sind, oder nicht.

 

 

 

 

Warum...

 

  

„Unsere heutige Moral ist ein Rudiment der lange angeeigneten christlichen Moral. Ihre Einkleidung hat sie verloren, sich säkularisiert – ihren Wesenskern dabei aber nicht verändert.“                        Anna Torus

 

Warum halten wir dermaßen fest, am Konglomerat der christlichen Moral? Und warum werden die Auswüchse, der durch das jeweilige Machtgefälle begünstigten Übergriffe nicht Ursachen-fokussiert und forciert untersucht?  Es ist unsere Unbewußtheit.

 

 

Unbewußtheit

 

Wir glauben – in der Unbewußtheit – daß wir selbst die Maßstäbe an uns und andere legen, daß es unsere Entscheidungen sind, nach denen wir handeln und bewerten.

 

Wir sind uns des uns von Außen (auf)gesetzten Fremdkörpers „Moral“ als solchen nicht bewußt. Wir fühlen ihn bereits als Teil unseres eigenen.  Es ist die Angst vor der Freiheit.

 

 

Angst vor der Freiheit

 

Diese Angst durchdringt alle, ausnahmslos alle gesellschaftlichen Strukturen, bis herunter in die „Familie“, sogar noch bis in die Zweierbeziehung, sogar bis in die Beschäftigung des Individuums mit sich selbst.

 

Diese einengenden Werkzeuge drücken und quälen uns wie ein Korsett, wie ein Joch, wie eine Kandare; die wir uns zwar nicht selbst angelegt haben, aber dennoch... Die Angst, sie abzulegen, uns davon zu befreien, uns zu emanzipieren ist weit größer, als der Schmerz, sie zu ertragen.

 

Diese Moral ist uns so selbstverständlich, daß wir sie schon wie eine natürliche zweite Haut empfinden, als einen Teil von uns selbst. 

 

Wir empfinden keinen Abstand zu ihr, so wie wir – solange wir noch unbewußt sind – auch zu unserer Konditionierung keinen Abstand empfinden.

 

Es ist die unbewußte Sehnsucht nach Struktur und damit nach dem Gefühl der Sicherheit, die – solange wir unbewußt sind – uns im Konstrukt der Moral gefangen hält.

 

 

Wir sind es selbst und nicht irgendeine „böse Gesellschaft“ oder „der Staat“, oder „die Kirche“... Wir sind es selbst, die wir uns wie unmündig  in einer uns letztlich fremden Struktur gefangen halten.

 

Lieber verdammen, verachten und bestrafen wir die Ausreißer, als daß wir mutig genug wären, die Ursache des Unheils selbst so objektiv wie möglich anzugehen, also zum Gegenstand intensiver Forschung zu machen.

 

 

 

 

Feinde der Moral

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Friedrich Nietzsche soll mal gesagt haben, ...das Christentum sei eine Herdenmoral.

 

Aber jede Moral ist

eine  Herdenmoral.

 

Sie wird für die "Herde" erfunden. Im Vor-Christentum wurde sie von Moses eingeführt. Sichtbares Zeichen waren die beiden Stein-Tafeln, auf denen die ersten Gebote eingeritzt wurden.

 

Moral...

ist der Versuch von Zähmung.

 

Der Moral gegenüber - ungezähmt - stehen: Individualität, Sponta-neität, Bewußtheit, Autonomie, Freiheit, Achtsamkeit, Lust & Liebe.

 

Der größte Feind der Moral ist nicht die Unmoral (sie ist selber Teil der Moral), sondern die Liebe. Liebe ist ihrer Natur nach amora-lisch; sie ist nicht handhabbar und auch nicht handelbar.

 

Liebe...

ist anarchisch.

 

Liebe ist – anders als Moral – orts- und zeit- und gesellschaftsunab-hängig. Sie ist unbezähmbar, unstrukturierbar, spontan und immer authentisch.

 

Bewußtheit

ist ein weiterer Feind jeder Moral.

 

Ein bewußt lebender Mensch ist kein Kunde einer Moral. 

 

 

 

 

 

 

"Immer wenn ich auf die Moral pfeife, wundere ich mich, wie viele die Melodie kennen."  

-- Foren-Kalauer

Es sind nicht viele, die auf die Moral pfeifen.

 

Erste Voraussetzung wäre, daß sie uns bewußt ist und wir klar sehen können, wie wir – ihr gemäß – angepaßt handeln und denken.

 

Dabei wissen wir aber gar nicht, wie tief uns die Christliche Moral im Mark steckt.

 

Wenn wir – ausnahmsweise – am Rande der Moral mal ein bißchen was wagen, heißt das noch lange nicht, daß wir auf sie pfeifen. Obwohl wir uns dabei schon wie ein draufgängerischer Revolutionär fühlen können ;-)

 

Je bewußter wir sind, desto freier sind wir,

desto weniger... hat uns die Moral im Griff. 

 

Einwand: „Nach den Zehn Geboten wird die individuelle Schuld einer Person bis in die dritte und vierte Generation ihrer Nachkommen weiterverfolgt.“

 

Die Berechtigung der Funktion aller uns bekannten Module eines moralischen Konstruktes leiten sich ab aus der Unbewußtheit der Masse.

 

Im Licht

der Bewußtheit

gibt es keine Schuld.

 

 

 

 

    Die Moral

    ist nur der äußere Schein

    von Treue und Glauben

    und der Verwirrung Beginn.

 

     – Laotse

 

 


 

 

 

Ersatz

 

   

Wahre Moral entspringt der Liebe.“

...sagt Jiddu Krishnamurti

 

Das ist Quatsch. Keine Moral entspringt der Liebe. Im Gegenteil: Moral ist ihr kläglicher Ersatz. Das ist, als würde man sagen: „Die wahre Dunkelheit entspringt der Morgensonne.“ Wenn die Sonne scheint, ist Dunkelheit kein Thema mehr... Sie ist weg.

 

Liebe und Moral sind wie Feuer und Wasser: Taucht Liebe auf, verschwindet die Moral komplett, löst sie sich in Wohlgefallen auf. Wozu Moral, wenn Liebe da ist?

 

Moral ist eine Krücke.

Wer gesunde Beine hat, braucht keine.

 

Irgendeine Moral wird nur dort und nur so lange gebraucht, wie sich eine bestimmte Anzahl von Menschen von der unbedingten (!) Liebe abgeschnitten sieht. Denn Moral entspringt der Unfähigkeit, sich auf die Frequenz der Liebe einzustimmen.  

 

Bei den wenigsten Gefängnissen sieht man die Gitter.

 

~ Oliver Hassencamp 

 

Die Gitter (oder Raster) der Christlichen Moral sind zwar nicht sichtbar, aber dennoch – auf verschiedenen Wegen – unbewußt wirksam.

 

 

 

 

Höflichkeit

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Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug, ist auch nicht menschlich genug.“

– Joseph Joubert

 

Ist schon erstaunlich, wie man mit so wenigen Worten so viel Blöd-sinn sagen kann :-))

 

Deutschland ist die drittgrößte Verkaufs-Nation, was Waffen an-geht. Wie viele Menschen mögen wohl daran arbeiten? Es sind bestimmt allesamt sehr höfliche Menschen. Ist das schon "die Blüte der Menschlichkeit" ?

 

Höflichkeit ist nicht die Blüte der Menschlichkeit, Joseph,

 

Höflichkeit...

ist eine Plastikblume.

 

Höflichkeit ist eine auf freundlich gestaltete Maske. Sie wird aufge-setzt, wenn die echte Freundlichkeit fehlt. Und das ist weit weg... von der „Blüte der Menschlichkeit“.

 

Höflichkeit wird benutzt, um etwas zu erreichen, sie hat keinen Sinn aus sich selbst heraus.

 

Höflichkeit ist zelebrierte Unehrlichkeit.

  

 

 

 

Bisher noch unkommentiert gebliebene Elemente der Moral: Ehre, Scham, Pflicht, Demut, Prüderie, Unmoral, Gewissen, Keuschheit, Bescheidenheit.

 

 

Tugend = ist Teil des positiven Ausdrucks einer Moral.

 

 

Tugend

 

 

 

 

Zum Schluß... Ein Lob

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Die Moral ist für Sklaven geschaffen, für Wesen ohne Geist.  

 

Henry Miller

Der Moral muß aber auch ein

Lob ausgesprochen werden !

 

Sie wird gebraucht, solange die nötige Reife in einer Gesellschaft nicht vorhanden ist und zumindest ein Großteil der Kerle versucht, der Verantwortung aus dem Wege zu gehen.

 

Moral ist eine „orthopädische“ Hilfe für die unbewußte Masse. Eine hilfreiche Unterstützung für den Teil der Menschen, die für ihr zwischenmenschliches Verhalten äußere Richtlinien benötigen. Sie ist für Menschen, die sich in ihrem Verhalten – bezüglich ihres Reifegrades – vorwiegend unterhalb der Erwachsenen-Ebene (4) aufhalten. 

 

Spätestens mit Einbruch der geistigen Reife des Weisen (6) ver-liert die Moral als unterstützende Konstruktion ihre Relevanz. Nun können wir uns dankbar von ihr verabschieden. Sie kann gehn.

 

Einwand: Bloß würde ich der Moral nicht unbedingt die Individualität alleine entgegenstellen.“

 

Neben der Individualität hatte ich noch sieben (!) weitere wesentli-che „Elemente“ genannt, die durch keine Moral zu bändigen sind.

 

Was von Außen gebändigt werden kann (soweit internalisiert, ge-schieht das bereits durch uns selbst) sind der Körper, die Psyche, das Denken und das Handeln.

 

Einwand: „Ich denke, der Mensch braucht individuelle Freiheit.“

 

Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig davon manche/viele Men-schen dennoch recht zufrieden dreinschauen. 😃

 

Einwand: „der Mensch braucht ebenso Bindung an die Gruppe.“

 

Ein Mensch braucht die (feste) Bindung an eine Gruppe, ein ande-rer braucht nur eine Gruppe und wieder ein anderer braucht gar keine Gruppe. Allenfalls ein sporadisches und (zwang)loses sich-beziehen. Vielleicht sogar ohne „brauchen“. Es ist eine Frage der (Geistigen) Reife.

 

Einwand: „der Mensch braucht Bindung. Wie sonst ist Liebe möglich, als Zwischenmenschliches?“

 

Liebe kennt keine (Vor-)Bedingungen. Sie geschieht einfach. Liebe „braucht“ nicht. Liebe kennt keine Bindung – sie ist anarchisch.

 

Unser Handeln können wir – wie einen Körper – in ein Korsett schüren, aber nicht die Liebe.

 

Einwand: „Wie sonst ist Liebe möglich, als Zwischenmenschliches?“

 

Was du hier vermutlich meinst, sind Wünsche, Erwartungen, Sehn-süchte, auch die nach Ausschließlichkeit (Treue, Eifersucht), und nach Beständigkeit. Das alles sind Bedürftigkeiten.

 

Bedürftigkeiten sind menschlich,

haben aber nichts mit Liebe zu tun.

 

Einwand: „Liebe ist immer schon jenseits von Gut und Böse.“

 

So is. 

 

Zumindest in der Philosophie müssen wir genauer hinsehen und folglich differenzierter sprechen. Nicht zu verwechseln mit elabo-riert oder abgehoben. Es geht um klare Unterscheidung. Sponta-ne Definitionen (nicht die von Brockhaus/Wikipedia/Nietzsche) können manchmal ebenfalls sehr hilfreich sein.

 

Einwand: „...Mensch braucht Liebe.“

 

Das mag ja sein. Nur befindet sich Mensch in diesem Moment nicht in Liebe, sondern in Bedürftigkeit.

 

Befindest du dich im Schwingungsfeld der Liebe, ist keine Bedürf-tigkeit da. Bist du gerade im Feld der Bedürftigkeit, bist du bedürf-tig – daran ist nichts verkehrt. Für mich gilt natürlich das selbe: Befinde ich mich...

 

Liebe hat nun mal die höhere Schwingung. Darum gehen Liebe und Treue nicht zusammen:

 

Die Wurzel von

Treue ist Angst.

 

Der Wunsch nach Treue beruht auf Bedürftigkeit und letztlich... auf Angst.

 

Liebe kennt

keine Angst.

 

Das Thema hier ist MORAL. Natürlich existieren Liebe und Moral ebenfalls in zwei von einander verschiedenen Welten.

  

Einwand: Wo wir die Moral nötig haben, sind wir nicht „moralisch“ (sagen wir, und meinen menschlich, lebendig). Wo wir aber wirklich moralisch sind, sind wir frei von Moral in ihrer externalisierten Form. Wir sind nur.“

 

Wenn wir (die Gesellschaft) in deinem Sinne „moralisch“ sind, wird es den Begriff und sein Gegenteil nicht mehr geben. Er ist überflüs-sig. Die Menschen sind reif… für die Freiheit.

 

Derzeit sind es vergleichsweise wenige Menschen oder nur kleine Gruppen, die die Moral abstreifen können, die sich emanzipiert ha-ben.

 

Die Moral (in welcher Ausprägung auch immer) hat ihre vor- oder außer-gesetzlich regelnde Funktion nur so lange, bis die Geistige Reife der Menschen sie obsolet macht. Dann fallen diese Regeln ab, wie trockenes Laub. Aber bis dahin…

 

 

 

 

Das Gute

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Das Gute besteht in der harmonischen Einheit des Vielen.“

– Anna Torus

Das Gute gibt es nicht.

 

Jedenfalls nicht so, nicht in dieser Absolutheit. Das Gute ist als ab-strakter Begriff, Bestandteil einer beliebigen Moral.

 

Auch die MORAL gibt es nicht absolut, auch sie ist eine Abstrak-tion, ein Verstandes-Produkt.

 

Das Gute“ ist (wie „das Böse“) ein nützlicher Teil einer Prothese, einer gesellschaftlichen Hilfs-Konstruktion namens Moral.

 

Es gibt auch nicht DIE Moral, sondern viele verschiedene MORALE, in Region, Zeit und den jeweiligen Gesellschaften oder kleineren Gemeinschaften gültige.

 

Beispiel: In einer friedlichen Gesellschaft wird das Töten eines Nachbarn nicht „das Gute“ genannt. Die selbe Tat vom selben Mann in einem militärischen Scharmützel begangen, wird mögli-cherweise „das Gute“ genannt und belobigt.

 

Auch ein Spezialkommando „besteht aus der harmonischen Einheit der Vielen.“ Armeen ebenfalls. Sie allein schon deshalb und generell und sofort “Das Gute“ zu nennen, wäre mir dann doch ein bißchen zu gewagt. 😣