Ego-Geschäfte - kontra Gemeinwohl

 

 

Der fundamentale Trugschluß im Wohlfahrtsstaat, welcher sowohl in die Finanzkrise als auch zum Verlust der Freiheit führt, liegt im Versuch, Gutes auf Kosten anderer zu tun.

...warnt Milton Friedman 

Dear Milton, 

 

1 - Du sprichst von einem fundamentalen Trugschluß. Also gibt es Abstufungen oder Steigerungen zum „Trugschluß“, zumindest Differenzierungen? Für mich gibt es bezüglich „Trugschluß“ nur ein JA oder NEIN.

 

Es handelt sich wohl um eine absichtliche, nichtssagende Aufblähung zum Zweck der Dramatisierung.

Dein Satz klingt für diese Kritik vielleicht ein bißchen banal, aber es ist aus ihm bereits die mögliche Absicht zur Manipulation abzulesen. Und das sagt etwas zum Kriterium Lauterkeit aus.

 

2 - Was ist für dich ein „Wohlfahrtsstaat“? Gehört Deutschland als „Sozialstaat“ für dich dazu? Falls dem so ist, hat unser Sozial-Staat für dich Feind-Charakter?

 

Ich nenne diese Einrichtung – im Gegensatz zum egoistischen Denken und Handeln – Gemeinwohldenken, also Handeln zum Wohl der Gesamtgesellschaft. Ich sehe die Gemeinschaft als ein Ganzes, bestehend aus unterschiedlich fähigen, unterschiedlich reifen und unterschiedlich tätigen Menschen.

 

So wie ich dich verstehe, möchtest du dein Spiel möglichst nur mit Deinesgleichen spielen, mit Leuten, die ebenso ego-zentriert ihre „großen Geschäfte“ machen wollen.

 

Leute der „unteren sozialen Schichten“ und deren Belange nimmst du - scheint´s - gerade mal als Störung wahr.

 

Aber, Milton, wir spielen hier alle zusammen für nur eine kurze Zeit in einem großen Sandkasten. Einige mit einfachen Holzstückchen, andere mit goldüberzogenen...

 

Und hin und wieder wird jemand nach Hause gerufen.

 

Schmuddelkinder hin oder her und was auch immer du glaubst, für ein Spiel zu spielen: Es ist nichts Ernstes !

 

Aber... es bedarf einer gewissen Reife ;-) allen Playern die gleiche Bedeutsamkeit beimessen – und damit ihre Würde anerkennen – zu können. 

 

 

 

 

Regierungs-Macht

 

 

"Die Geschichte und Logik zeigt uns, dass eine ungezügelte Regierung Korruption und Vetternwirtschaft hervor bringt, egal wie “gut” die politischen Führer sind. Insgesamt begünstigt Regierungsmacht immer die Reichen mit guten Verbindungen zur Politik zu Lasten aller Anderen."

 

...sagt Justin Amash, US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei und seit 2011 Abgeordneter des Bundesstaates Michigan im US-Repräsentantenhaus.

 

 

Justin Amash: „Regierungsmacht begünstigt immer die Reichen.“

 

Dear Justin...,

da dies wohl deiner unmittelbaren Beobachtung als Mitglied des Repräsentantenhauses eines US-Bundesstaates entspringt, hast du wohl subjektiv Recht.

 

Da es sich aber um kein Naturgesetz handelt, muß das nicht auch objektiv so sein.

 

Im Wesentlichen wird unser Handeln

aus zwei verschiedenen Quellen gespeist: Liebe & Angst.

 

Wenn meine Handlungsimpulse angst-gesteuert sind, werde ich vorzugsweise auf meinen eigenen Vorteil bedacht sein, auf den meiner Familie, den meiner Gruppe (Partei) und meiner Klientel. Sofern dieses Handeln für mich bestimmend ist, entspricht es der geistigen Reife eines Babys (1), maximal dem eines Kleinkindes (2).

 

Sind die Impulse meines Handelns hauptsächlich gemeinwohl-orientiert, sind mir also „die Anderen“ genau so viel wert, wie ich mir selbst wert bin, handelt es sich um die geistige Reife mindestens des Erwachsenen (4).

 

Was du aus deiner Erfahrung sagst bedeutet, daß sich die geistige Reife derer, mit denen du es zu tun hast, in überschaubarer Höhe hält.

Und das könnte/wird so bleiben, falls weiterhin der selbe Typus des Abgeordneten ins Parlament einzieht, wie bisher.

 

Wenn du also möchtest, daß sich das zum Besseren ändert, kannst du - im Rahmen deiner Möglichkeiten - für ein alternatives Wahlverfahren werben, das gewährleistet, daß anders als bisher auch andere, intelligente und gemeinwohl-ausgerichtete Qualitäten in die Parlamente einziehen.

 

 

 

 

Präsidenten-Macht

 

 

"Nehmen wir an, irgendein erwachter, gereifter und eigenverantwortlicher Mensch könnte sich zehntausend Mal duplizieren und ein eigenes Volk bilden. Und dann käme Georg W. Bush des Weges und würde sagen: "Hallo Leute, ich möchte gerne euer Chef sein."

Der würde bei allen zehntausend gleichzeitig einen Heiterkeitsausbruch auslösen und damit wären sie durch mit dem Thema. In keiner Partei des Landes käme ein Georg W. Bush über den Job des Raumpflegers hinaus. Und auch da ist die Frage, ob er die Probezeit überstehen würde. Ganz sicher würde er niemals Präsident in diesem Lande werden."

Daniel Akoudou (08/2007)

 

In diesem gedachten Volk gäbe es keine Parteien, lieber Daniel. Wozu? Jeder ist intelligent und jeder weiß, was jedem gut tut. „Interessenskonflikte“ dürften hier anachronistisch sein.

 

Und warum nicht dem Kind Georg W. sein gewünschtes Spielzeug „Präsidentschaft“ geben? Seit wann hat ein Kind in der Umgebung von erwachsenen, reifen Menschen... MACHT – aus sich heraus ? ?

 

Macht

hat man nicht;

Macht wird von ängstlichen

und unbewußten Menschen verliehen.

 

Niemand hat aus sich selbst heraus... "Macht".

 

In einer vorwiegend unbewußten Gesellschaft gibt es Macht, aber nicht... in einer bewußten.

In einer unbewußten, unreifen Gesellschaft geben Menschen mit kindlichem Gemüt anderen Menschen mit dem Reifegrad von Kleinkindern (2) Macht über sich selbst und andere.

 

Allein die Idee von  M a c h t 

setzt eine große Portion Dummheit voraus.

 

In einer reifen Gesellschaft werden sich reife Menschen um die erforderlichen – auf intelligente Weise ausgeklügelten – Strukturen kümmern.

 

 

In deiner erdachten Gesellschaft, lieber Daniel, könnte ein Georg W. Bush ein paar Klötze umwerfen, aber keinen großen Schaden anrichten.

 

Hier der ganze Text von Daniel Akoudou