Entfaltung

 

 

 

Das Leben der Eltern ist das

Buch, in dem die Kinder lesen.

 

Aurelius Augustinus, Bischof von Hippo 

 

 

Das klingt nach...      Freiheit der Entfaltung.

 

Vielen Kindern wird das Buch leider um die Ohren gehauen. Das klingt dann nicht so gut. Letzteres wird auch „Erziehung“ genannt.

 

 

 

 

Eigenständiges Denken 

 

   

Der größte Fehler, den man bei der Erziehung zu begehen pflegt, ist dieser, daß man die Jugend nicht zum eigenen Nachdenken gewöhnt.

...mahnt Gotthold Ephraim Lessing

 

Eigentlich...

ist es eine ehrenvolle Aufgabe der Schule, nach Kräften die Eigenständigkeit der Schüler zu fördern. Die Eigenständigkeit im Denken gehört selbstverständlich dazu.

 

Aber nicht nur das Nach-Denken..., gleichermaßen sollte das Vor-Denken gelehrt und trainiert werden und...

 

Zur

Eigenständigkeit

im Denken gehört voraussetzend

das Wissen um die eigene Konditionierung !

 

Denn nichts von ihr zu wissen bedeutet, nicht zu wissen, daß man in festgelegten Spuren – also eben nicht "eigenständig" – denkt. 

 

In Spuren denken...

schließt freies Denken aus.

 

Es bedarf eines hohen Grades an geistiger Reife, um überhaupt die Notwendigkeit von bewußtem Umgang mit Phänomenen, wie der Konditionierung und was uns sonst noch alles am eigen-ständigen Denken hindert, erkennen und gemeinsam mit den Schülern entsprechend beleuchten zu können.

 

Daß unsere Lehrer, Schulleiter und Kultusminister diesen Reifegrad aufweisen und in der Folge Bewußtheit an den Schulen thematisiert und gefördert wird, konnte ich bisher nicht feststellen.

 

Es stecken also noch einige „größte Fehler“ in dem System, das wir „Schule“ nennen, lieber Gotthold Ephraim.  

 

 

 

 

 

Ich hätte gern eine Welt, in der das Ziel der Erziehung geistige Freiheit

wäre und nicht darin bestünde, den Geist der Jugend in eine Rüstung zu

zwängen. Die Welt braucht offene Herzen und geistige Aufgeschlossenheit.

 

– Zitat 1 –

 

 

 

 

 

 

Entscheidungssache

 f

 

Es liegt bei uns, wie wir uns entscheiden:

 

A – Entweder wir unterstützen die Kinder und jungen Leute darin, sich und ihr Potenzial zu erkennen und bestmöglich zu entfalten, oder wir lassen es laufen wie bisher und trainieren sie lediglich so, daß wir sie bequem an den Wirtschaftsmotor anklemmen können.

 

Im ersten Fall respektieren und achten wir die Individualität der jungen Menschen und selbstverständlich auch die verschiedenen Ausprägungen ihrer kognitiven Veranlagungen.

 

B – Im anderen Fall genügt uns bereits ihre Anpassung an unsere Absicht, sie als Objekt dem vermeintlich „höheren“ Ziel, dem „Wirtschaftswachstum“ zu opfern. 

 

Bisher haben wir uns für Variante B entschieden.

 

 

 

 

Aufgabe von „Bildung“

 

 

 

Die besten Lehrer sind jene, die dir zeigen, wohin du

sehen sollst, dir aber nicht erzählen, was zu sehen ist. 

 

Alexandra K. Trenfor

 

Die Aufgabe von „Bildung“ ist eine unterstützende Anleitung zur Emanzipation, ist die Unterstützung zur Erweiterung der Freiheit, ist die Erhöhung der Anzahl von Möglichkeiten, ist die Option auf einen erhöhten Level der Teilhabe und der Mitwirkung in der Gesellschaft.

 

Unter LERNEN verstehen wir derzeit vorrangig: „Informationen, Gesagtes und Bewertungen anderer kritiklos zu übernehmen, zu vereinnahmen, sich zu eigen zu machen und für wahr zu halten.“

 

Das ist keine intelligente Herangehensweise. Das ist auch nichts, was den jungen Leuten – außer einer reibungslosen Anpassung an den Wirtschaftskreislauf – wirklich helfen kann.

 

Die überwiegend praktizierte Art des „Lernens“ ist in Wirklichkeit eine primitive Form der weitgehend erzwungenen Anpassung an die Erwartungen der Lehrpersonen und der derzeitig geltenden Curricula der „Bildungs“-Verwaltungen.

 

So wird niedere Anpassung (2) gelehrt, aber nicht das Nutzen höherwertiger Intelligenz, z.B. durch selbständiges Denken und (möglichst) selbständiges (Er-)Forschen (4).

 

Das intellektuelle Lernen – im Sinne von kognitivem Training – sollte seinen Platz haben, aber keinen zentralen.

 

Das selbständige (Er-)Forschen bezieht sich sowohl auf die äußere Welt, also auf die materielle und die Gesellschaft, als auch auf die eigene innere: Hier geht es um innere wie äußere Selbsterfahrung. Wie können wir jemand anderen verstehen, solange wir nicht einmal uns selbst verstehen?!

 

Des weiteren spielt selbstverständlich auch die Kommunikation – mit ihren verschiedensten Formen und Techniken – eine wichtige Rolle... auf dem Weg der Emanzipation.

 

Es geht also um die weitestgehende Nutzung der Intelligenz in all ihren Facetten und nicht um das Durchpauken starrer Lehrinhalte und die gläubige Anpassung an deren Vertreter.

 

 

 

Zitate: 1 = Bertrand Arthur William Russell