Lernen

 


Primitive Arten des Lernens

beruhen wesentlich auf Erfahrung.

 

Sie beruhen auf unmittelbare Antworten in Form von kleinen Veränderungen auf einzelne Aktionen/Erfahrungen.

 

Deshalb sind weitreichende Ziele aufgrund fehlender örtlicher und zeitlicher Nähe nicht (ein-)sehbar und deshalb nur sehr schwer zu vermitteln. Das gilt für das Individuum, wie für die Kollektive.

 

Also benötigen wir solche Menschen in der Politik, welche bereits mit dem Gemeinwohl-Denken vertraut sind.

 

Wir brauchen Intelligenz und Verantwortungsbereitschaft, also Weisheit in den Parlamenten, wollen wir größere, letztlich vermeidbare Verwerfungen verhindern oder auf intelligente Weise auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen antworten.



 

Weisheit in die Parlamente - aber wie ?

 

 

Wir, die Bürger dieser Gesellschaft schaffen uns das Problem, daß wir von den Pragmatikern (Politikern) gleichzeitig auch Weisheit und vorausschauende Vision-Kraft erwarten.

 

Das funktioniert aber nicht, weil uns der Politiker als „Pragmatiker nicht alle Fähigkeiten in Personalunion anbieten kann. Er hat seine Fähigkeiten und seine Möglichkeiten, also sein Potential, aber er hat eben auch seine Grenzen. Die sollten wir sehen und akzeptieren können. Seine Motive sind zudem – bei genauerem Hinsehen – größtenteils mit den in den unteren Schulklassen üblich, vergleichbar.

 

Der „weise Mann hingegen verspürt keinerlei Ambitionen, die politische Bühne zu betreten. Diese ist für ihn ohne jeden Anreiz. Denn die Motive, sie zu betreten, liegen größtenteils weit unter der weisen Ebene, auf der er zuhause ist. Für andere mag es dort etwas geben, woran sie lernen können, für ihn nicht mehr. Er ist darüber hinaus, hat eine andere, eine höhere Klasse betreten.

  

Dennoch müssen wir – angesichts der Herausforderungen – versuchen, eine Vermählung zwischen Weisheit und Pragma-tismus zu bewerkstelligen!

 

Andernfalls wachsen uns die Probleme über den Kopf, da unsere Abgeordneten ihre Zeit vorzugsweise im Wahlmodus verbringen und – dabei ihren Vorteil und den ihrer Partei und/oder ihrer Klientel im Blick habend – vorwiegend in Vier-Jahre-Zyklen denken.

 

Andererseits sind sie (mangels Kompetenz und Weisheit) anfällig und abhängig für „Ratgebung“ von außen, von „Experten“ von Lobbyisten. Diese flüstern ihnen, was „wichtig und richtig“ ist.

  

Vorausschauendes Arbeiten 

ist realistischerweise von ihnen nicht zu erwarten.

  

Es setzt eine hohe Geistige Reife voraus, als Abgeordneter für den Zeitbogen seines Mandats, seine kurzen Sichtweisen und egozentrischen Absichten zu Gunsten des Gemeinwohls zurück zu stellen.

 

Aber unser Wahlsystem kennt diese Kriterien nicht. Es hat nicht mal eine irgendwie geartete Kompetenz als Voraussetzung für diese wichtigen und für die Gesellschaft bedeutenden und damit anspruchsvollen Arbeitsplätze: Das erforderliche Alter genügt, der Perso reicht uns als Ausweis schon aus. Diese Blauäugigkeit wagen wir in keinem anderen Bereich.

 

Ein Pilot, der nachweislich viele Jahre lang kompetent und verantwortungsbewußt eine Linienmaschine geflogen ist, wird sofort entlassen und kommt obendrein ins Gefängnis, wenn sich herausstellt, daß die Papiere nicht von den zuständigen Behörden, sondern von ihm selbst ausgestellt wurden (tatsächlich so geschehen).

 

Das ist Narretei in umgekehrter Weise.

 

Hier zeigt jemand Kompetenz und Verantwortungsbereit-schaft, erfüllt sämtliche Anforderungen und wird wegen eines läppischen Papiers in Ungnade entlassen.

 

An den Eingängen zu den Parlamenten ist man dagegen schon mit einem Altersnachweis zufrieden. Nach einer Qualität der Arbeit, nach ihrem Wert für die Gesellschaft, nach den Fähigkeiten des Politikers, nach seinem Verantwortungsvermögen, dem Stand seiner Geistigen Reife..., also: Nach Kompetenz wird nicht gefragt – nicht mal auf dem Papier. Ein Kringel auf der ausgelegten Unterschriftenliste bewirkt bereits eine weitere Anhebung seines Kontostandes.

 

Es wäre nicht besonders intelligent, machen wir den besagten Abgeordneten daraus einen Vorwurf. Denn das System bietet es so an und sie nutzen es auf ihre Weise.

 

Wir sollten das Wahlsystem, die Einstellungsmodalitäten dahin gehend verändern, daß die Kompetenz in ausreichendem Maße auf den Parlamentsstühlen Platz nehmen kann. Das gebietet die Intelligenz! Der Haken ist:

 

Das liegt in unserer Verantwortung.

 

 

Weisheit

 

 

 

 

Politische Architektur

 

  

Die Aufgabe der Politik liegt in der möglichst richtigen Voraussicht dessen, was andere Leute unter gegebenen Umständen tun werden.

...sagt Otto von Bismarck

 

Daß das, was du hier sagst, eine wichtige Richtschnur deiner Arbeit war, weil sie über Erfolg und Mißerfolg entschied, kann ich sehr wohl sehen und verstehen, lieber Otto, dennoch...

 

Diese Art zu arbeiten erinnert mich an Handwerker, die nur reaktiv etwas tun oder auf Grund einer Vermutung, daß der Handwerkskollege etwas Bestimmtes tun könnte – ohne sich auch nur im Ansatz um die Gesamt-Architektur zu scheren.

 

Damit weist du uns deutlich darauf hin, daß im politischen Handeln derzeit zwar der Praktiker gefragt ist, aber intelligente architektonische Konstruktionen nicht gefragt sind. Wollen wir es dabei belassen, oder – alternativ, mal eine intelligente Politik probieren?

 

Wir sind es den Menschen der jeweiligen Gesellschaft und ihrer Würde schuldig, daß wir die gegebenen Herausforderungen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit im Willen zur bestmöglichen Lösung angehen. 

 

Das wiederum gebietet das Einsetzen größtmöglicher Intelligenz in die Planung und Weisheit im ihr folgenden Handeln.

 

 

Politisches Handeln...

ist funktional, ist zweckgebunden. Deshalb bedarf es gelegentlich einer höheren Warte, einer erweiterten Sichtweise. Diese kann entweder (von innen) durch Meditation oder (von außen) durch eine Institution der Weisheit induziert werden.

 

 

 

 

Weisheit im Parlament

 

 

Derzeit haben wir zu viele Kinder im Parlament.

 

Das bleibt so, solange Kinder von Kindern gewählt werden. Kinder werden das System, in dem sie selbst oben schwimmen, nicht verändern wollen. 

 

Im sogenannten "Wahlkampf" sind es die Statur, das Aussehen, die Stimme und die Rhetorik des Redners, die uns jeweils Eindruck machen.

 

Das wichtigste Kriterium, der Grad der geistigen Reife, bleibt hinter dieser Fassade aber leider meist gut versteckt.

 

Beispiel: Der Herr Berlusconi ist ein sympathisch wirkender und - auf seine Weise - sehr erfolgreicher Mann. Und ich gönne ihm alle Vergnügen, die ihm diese Welt zu bieten hat. Aber im Parlament ist (war) er in seiner kindlichen Struktur (2) eine Fehlbesetzung.

 

Und was ich dem TV am 11.2.13 auch noch entnehme: 120 (!) der italienischen Abgeordneten sind vorbestraft. 

 

Kein Parlament sollte als mittelmäßige Reha herhalten; das ist Mißachtung der Würde der Bürger.

 

 

Einen weisen Mann oder eine weise Frau in eine Position wählen zu können - oder wenigstens jemanden mit Lehrerqualitäten (im besten Sinne gemeint) - setzt zumindest eine Antenne für Weisheit voraus! 

 

Das Parlament und die zu vergebenden Regierungs-Ämter sollten nicht für lernwillige Praktikanten zur Verfügung stehen und sind auch keine therapeutisches Einrichtung.

 

Wir brauchen dringend mehr Erwachsene im Parlament. Gerne auch mit der Qualität eines guten Lehrers! Und selbst vor Weisheit sollten wir allmählich die Scheu verlieren.

 

Es ist nicht die Anzahl der Kreuze auf den Stimm-Zetteln, die einen Parlamentarier qualifizieren, sondern sein Reifegrad.

 

 

 

 

Klugheit - oder Intelligenz ?

 

 

"Der Krieg ist nicht undenkbar, aber es ist unangenehm, an ihn zu denken. Deshalb gibt es nur einen Weg, ihn zu vermeiden: Man muß ständig an ihn denken."

 

...sagte Edward Teller ~ („Vater“ der Wasserstoffbombe)

 

Statt diesen Mann ärztlich untersuchen zu lassen und ihm zu helfen, wenigstens gelegentlich mal auf andere Gedanken zu kommen, bietet man ihm die Möglichkeit, daran zu arbeiten, die Erde unbewohnbar zu machen.

 

Edward Teller war ein sehr kluger Mann, aber - wie man hier sehen kann - nicht besonders intelligent. Für bestimmte Leute war er genau deshalb der "richtige Mann".

 

Die Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten und dem entsprechend auch unterschiedliche Unfähigkeiten.

 

Unsere Weisheit (6) zeigen wir u.a. damit, daß wir den richtigen Leuten die richtigen Aufgaben anbieten und den falschen Leuten den Zugang zu manchen Tätigkeiten verwehren. 

 

Wenn aber z.B. die Regierung nichts von Weisheit weiß, läuft es halt, wie es läuft. Und solange auch wir selber nichts von Weisheit wissen - oder sie verleugnen - sorgen wir dafür, daß sie die Regierungen nicht erreicht.

 

Wie viel also... wissen wir selbst von Weisheit ?

Bei wem hat sie schon mal angeklingelt ;-) ?

 

Die gute Nachricht: Wir haben die Weisheit nicht erst zu erfinden; sie ist – genauso wie die Atemluft – 24/7 kostenlos zugänglich. 

 

Beide nehmen wir aber nur wahr, wenn wir auf sie fokussieren.

 

 

Mathematik