...am Gardasee
...am Gardasee

 

Abstraktionsvermögen = ist die Fähigkeit, eine Situation aus einem höheren Blickwinkel betrachten und sich folglich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

 

  

 

   

Kommunikation 

 

 

Jean de la Bruyère meint...   "Wir stimmen den anderen nur zu, wenn wir eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen und uns empfinden." 

 

Das, lieber Jean,  trifft aber nur auf eine noch ziemlich unreife Form des Gesprächs zu.

 

Auf einer etwas reiferen Stufe fragen wir nicht mehr: "Wer hat es gesagt?" und "gehört derjenige zur anerkannten Gruppe?"

 

Diese primitive (2) Form von Zustimmung und Ablehnung, kann man heute noch in den Parlamenten beobachten: Es applaudiert nur die zugehörige Gruppe. Intelligenz, also die Relevanz des Vorgetragenen, spielt dort eine untergeordnete Rolle.

 

Auf der reiferen Ebene des Erwachsenen (4) verlagern wir den Fokus weg vom Persönlichen (Ego), hin zum Sachlichen:

 

  • Was hat jemand gesagt? 
  • Ist es wahr, was gesagt wurde?  
  • Wie relevant ist, was gerade gesagt wurde?

 

Dann...

ist es ganz egal, wer es denn gesagt hat. 

 

 

 

 

 

Wir können nicht

nicht kommunizieren.

 

Paul Watzlawick –

 

 

 

Kommunikation setzt die Anwesenheit eines weiteren Wesens voraus. Erst mit dem Eintreffen mindestens eines zweiten Wesens im Wahrnehmungs-Radius des ersten... beginnt Kommunikation. Ja, dann trifft der Satz des Watzlawick zu: Kommunikation ist nun unvermeidlich. Kommunikation in Permanenz - gewollt, oder nicht.

 

Zweiter Aspekt: Es ist ein unvorstellbarer Energie-Aufwand und eine immense Anpassungsleistung, die wir jeden Tag auf´s Neue aufbringen, damit wir nicht  m e h r  kommunizieren als uns lieb ist.

 

  

 

  

Kommunikation im Spiegel der Reife

  

 

Die folgenden drei Stufen aus der Skala (1 – 7) der Geistigen Reife sind die, welche in allen möglichen Kommunikations-Situationen und Meetings vorherrschen und damit wesentlich das Geschehen bestimmen.

 

Die Qualität der Treffen und deren Ergebnisse hängt davon ab, wie viel bzw. wenig die untere Stufe, die Ebene (2) zum Tragen kommt.

 

Eine vergleichsweise unreife Gruppe kann ihr Manko manchmal auch dadurch ausgleichen, daß eine Person - im Einverständnis mit den anderen - die Lehrer-Rolle (5) übernimmt, zumindest aber die des Moderators.

 

 

Typische Merkmale

der drei Reife-Stufen in einer Kommunikations-Situation:

 

 

A - Kleinkind

Die Reife-Ebene (2) in der Kommunikation

 

Diese Ebene weist sich aus durch z.B....

  • ständiges oder häufiges Nölen, Prötteln und Stänkern aus.

  • Statt auf der sachlichen Ebene (die Sache betreffend) zu bleiben, wird vorwiegend auf der persönlichen Ebene lamentiert.

  • Kaum oder gar nicht ausgebildete Fähigkeit, eine höhere Ebene einzunehmen, als die des Kleinkindes.

  • Die Neigung, den oder jemand anderen abzuwerten.

  • Unklarheit in den tatsächlichen Absichten hinter den Äußerungen.

  • Tendenz, den oder die Teilnehmer von einer sachlichen (konstruktiven) oder weisen Ebene auf eine niedrigere, möglichst auf eine kindliche (alberne), herunter zu ziehen.

 

 

B - Erwachsener

Die Reife-Ebene (4) in der Kommunikation

 

Sie ist erkennbar durch

  • Übernahme von Verantwortung.

  • Der Teilnehmer kann gut an und bei der Sache bleiben, kann das Thema oder die Aufgabe im Blick halten.

  • Er muß nicht alles denken, sagen und schreiben, was ihm in den Kopf kommt, sondern ist in der Lage, unter den Kriterien von Relevanz und Weisheit, eine Auswahl treffen können.

  • Es besteht die Fähigkeit, die Ebenen sehen und auch wechseln zu können.

  • Er ist in der Lage, auf Augenhöhe sein und bleiben zu können.

  • Und vor allem kann er sich kreativ und konstruktiv einbringen.

 

 

C - Lehrer

Die Reife-Ebene (5) in der Kommunikation

 

Die Lehrer-Ebene kommt zum Tragen und wird gebraucht, sobald sich ein Informationsgefälle... oder ein Gefälle in der Reife zeigt. Dieser Typus zeichnet sich aus durch die Fähigkeit,

  • das Ego außen vor lassen zu können,

  • die Stufe der Reife halten zu können,

  • Strukturen erkennen und geben zu können,

  • die Tür zur Weisheit offen halten zu können,

  • niemanden abwerten zu müssen, sondern im Gegen-teil jeden in seiner Einmaligkeit (an-)erkennen zu können und sogar

  • inmitten der Kommunikation nach Innen gehen zu können.

 

 

 

   

Ego 

 


Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lob vorzuziehen.

...beklagt  François de La Rochefoucauld 

 

Das, lieber François,  ist nicht so sehr eine Frage der Klugheit, als vielmehr eine der Reife:

 

Es ist das Ego, das uns im Wege steht.

 

 

Einwurf: "Wie schnell sachliche Kritik, im Verlaufe des Dialoges in persönliche Kritik umschlägt."

Das „Problem“ ist, daß wir meist auf der Kleinkind-, bzw. emotionalen Ebene diskutieren und deshalb sehr schnell ego-geblockt auf die persönlich-beleidigt-sein-Schiene springen, also auf eine vergleichsweise unreife Ebene (2).

 

Die konstruktive, die Erwachsenen- Ebene (4) ist eine andere, eine „höhere“, auf der wir gemeinsam „an der Sache“ arbeiten können.
Hier streiten  nicht A und B gegeneinander, sondern A+B fokussieren auf C, auf die Problemlösung. Sie sammeln gemeinsam die Ideen zur Optimierung von C.

 

Und das ist keine Frage des Alters, sondern eben eine der Reife: Wie weit sind wir fähig, das Ego für nicht so wichtig zu nehmen, um so mehr aber die Sache, an der wir arbeiten?

 

Lösungen: 

  • Falls die beteiligten (noch) nicht so weit sind, ist es ratsam, einen „Moderator“ in die Arbeits-Runde zu installieren. Dessen ausschließliche Aufgabe sollte es sein, für die SACH-liche Ebene zu sorgen. Er hat also nur die Kommunikation-Ebenen im Blick zu halten.

  • Eine reifere Gruppe kann auch ohne Moderator auskom-men, sofern die Beteiligten „guten Willens“ sind und im Konfliktfall für wenige Minuten nach Innen gehen können.

 

Sofern das „Gemeinwohl“ der Oberbegriff für die anstehenden Thematiken ist (also nicht doch noch sachfremde, z.B. eigene Interessen im Spiel sind), dürfte dieses gar nicht so schwierig sein.

 

 

 

 

Kommunikations-Ebenen 

  

  

Probleme kann man niemals 

mit der selben Denkweise lösen, 

durch die sie entstanden sind.

 

~ sagt Albert Einstein ~

 

Der Lehrer, der den Konflikt zweier Jungs, die sich in einem Streit verstrickt haben, lösen möchte, muß dies von einer höheren Ebene als der der Jungs aus tun. Auf der Ebene der streitenden Schüler (2) - keine Chance.  

 

Wir sind es gewohnt, meist auf einer sehr niederen Ebene miteinander zu kommunizieren, nämlich meist auf der Ego-Ebene, auf den Stufen  (2) und (3). Hier finden dann die Verhakelungen und damit auch alle Dramen statt, wenn wir uns auf diesen unteren Ebenen verstricken.  

 

Aber sobald auch nur eine einzige Person eine höhere Ebene einnimmt, kann diese neue Ebene als solche von allen Beteiligten gesehen/erkannt und genutzt werden. Jetzt ist es ein Leichtes, auf dieser - etwas höheren - Ebene zu kommunizieren.

 

Der Begriff "Meta-Ebene" hat sich in diesem Zusammenhang schon einigermaßen herumgesprochen. 

 

Dies findet bereits in jedem Kindergarten statt, in jeder Familie, in jeder Schule, in jedem Satsang...  

In den genannten Strukturen übernimmt mindestes eine Person immer den Part, daran zu erinnern, daß wir die Ebenen auch wechseln können. 

Wann immer

wir ein Problem lösen möchten,

müssen wir auf eine weisere Ebene wechseln.

 

Entweder also nimmt ein "Erzieher", ein Lehrer, ein Mentor, ein Mediator oder ein Moderator permanent diese Ebene ein, oder aber - unter "Erwachsenen" (4) - kann auch jede beliebige andere Person zu jeder Zeit eine höhere Ebene einnehmen. 

 

Je bewußter die miteinander kommunizierende Gruppe als Ganze ist, desto überflüssiger werden Moderator und andere regelnde Strukturen.

 

 

Die 7 Reifestufen

 

 

 

 

Erwartungen in der Kommunikation

 

 

Man kann es tun, aber es ist nicht besonders sinnvoll, jemandem, der sich aktuell im Kleinkind-Modus (2) befindet nahezulegen, das Ego beiseite zu lassen. Denn wenn er das wirklich verstünde, würde er von vornherein im Erwachsenen-Modus (4) sprechen. Sobald er den Hinweis wirklich versteht, befindet er sich – zumindest im Moment des Verstehens – nicht (mehr) auf der Kleinkind-Ebene der Geistigen Reife.

 

 

 

 

Diplomatie

 

   

Diplomatie = ist eine Kommunikationsform, derer sich jemand bedient, der mit netten Worten absichtlich die Unwahrheit sagen will – weil er das „gute Auskommen“ als wichtiger erachtet als die Wahrheit.

 

Andernfalls würde er das Pendant zur Diplomatie wählen... 

  • Klare Sprache

  • Tacheles reden

  • Wahrhaftig sein

  • Gerade heraus sein

  • Nicht um den heißen Brei reden

 

Dieses Pendant verkürzt den Weg zur Verständigung und Einigung erheblich – vorausgesetzt, die Beteiligten können das Ego hintan stellen oder... sind keine Konflikt-Mimosen.

 

 

Wahrheit

 

 

 

 

Bewußtheit in der Kommunikation

 

 

Wer bewußt ist, während er spricht, wird auch um die Wirkung seiner jeweiligen Äußerung wissen. Er weiß, wann er sich dem Zuhörer anpaßt oder wann – und auch warum – er ihn provoziert. Er weiß, ob er sein Gegenüber im jeweiligen Moment achtet oder verachtet und ob er zur Klarheit beitragen oder es manipulieren möchte. 

 

 

 

 

Lauterkeit... in der Kommunikation 

 

  

Eine Äußerung = ist lauter, wenn sie  in der Absicht klar, offen, ehrlich und achtend ist. 

 

Eine starke, aber authentische Emotion ist ein geringeres Problem, denn Falschheit. Die Zauberworte lauterer Kommunikationsweise sind:

  • Klarheit im Ausdruck
  • Einfachheit... in der Formulierung
  • Sachlichkeit… in der Aussage
  • Ehrlichkeit… in der Absicht
  • Achtung… im Persönlichen, Anerkennung des Anderen
  • Offenheit... die Bereitschaft, verstehen zu wollen
  • Sparsamkeit… in der Wortmenge
  • Erkenntnisbereitschaft...

 

Ergänzende Zauberworte für die schriftliche Kommunikation:

  • Zitate… als solche kennzeichnen + Nennung des Autors
  • Zitieren… knapp, aber präzise – damit jeder Leser weiß, auf welchen Satz(teil) genau, sich der Antwortende bezieht

 

Je reifer die Beteiligten, desto weniger strapazieren sie die persön-liche“ Ego-Ebene (2), desto mehr sind sie in der Lage zur Sache“, also thematisch zu kommunizieren (4) und desto mehr werden sie sich von den höheren Ebenen, von der Weisheit (6) inspirieren las-sen.

 

 

Lauterkeit 

 

Sprache & Wahrheit

 

 

 

 

Diskussion ? 

 

  

Es ist besser eine Frage zu diskutieren, ohne sie zu entscheiden, als eine Frage zu entscheiden, ohne sie zu diskutieren.“

– Joseph Joubert

 

Ist es wirklich besser, so zu verfahren?

 

Wenn die anstehende Frage nicht entscheidend ist, also in einem Debattierclub... kann man so verfahren. Wenn es aber um wichtige Entscheidungen geht, muß schließlich verantwortlich entschieden werden. Also stellen sich zunächst drei Fragen...

  1. Wie tauglich ist hier die Diskussion als Kommunikationsform?

  2. Die Klärung der Interessenlage der Teilnehmenden

  3. Geistige Reife der Gesprächsteilnehmer

 

Die Diskussion als Mittel zur Entscheidungsfindung ist meist ungeeignet, untauglich, unbrauchbar. Denn wenn die Reife der Teilnehmenden gering oder die Interessenlage hoch ist, kommt oft nicht nur das „kleinste Übel“ dabei heraus, sondern, weil man sich auf dem „kleinsten gemeinsamen Nenner“ trifft, meist eher das größere Übel.

 

Mangels Reife halten wir oft sogar noch stolz an diesem kindischen (2) Modell der Diskussion als Kommunikationsform fest.

 

Die Klarheit, die Transparenz der Interessen und Möglichkeiten... sollte Priorität bekommen, nicht das Reden. Mit dem Ziel, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Ganz im Sinne des folgenden Zitates... 

 

Das Ziel eines Konflikts

oder einer Auseinandersetzung soll

nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.

 

~ Joseph Joubert ~

 

 

Diskussionen verzögern,

verwässern und verhindern gute Ergebnisse.

 

Das große Interesse an Diskussionen belegt nicht die Lauterkeit der Absicht, sondern zeigt – eher gegenteilig – das Bedürfnis nach ego-gesteuerten Spielchen. 

Diskussionen

führen zum kleinsten ÜBEL,

das also niemals zugleich das beste Ergebnis ist.

 

Es geht nicht um`s „Recht haben“ und ähnliche kindliche Ego-Spiele (2), sondern um die kreative und konstruktive Interaktion im Erwachsenen-Modus (4).

Denn... gute Entscheidungen entwachsen nicht stundenlangem Geplapper und Streit, sondern sind das Ergebnis des Nach-innen-gehens, eines authentischen und damit ergebnis-orintierten Suchens aller Beteiligten.

 

Das allerdings setzt eine gewisse Reife voraus, nämlich die Fähigkeit, nicht jede von den eigenen Konzepten abweichende Äußerung „persönlich“ zu nehmen, sondern das bestmögliche Ergebnis im Blick zu behalten.

 

Wenn es darum geht, ein Problem zu lösen, ist nicht das persönliche Wohl-Gefühl von Belang, sondern das gute Resultat.

 

Die Weisheit wartet

in der meditativen Stille,

nicht aber in lautem Gezänk. 

 

Die Diskussion sollte abgelöst werden...

 

...durch eine neue Form der Kommunikation, in der Lauterkeit und Reife die Mitte bilden. 

 

 

Konsens

 

Geistige Reife

 

 

 

 

Dissens & Einigkeit 

 

 

Über den Kopf kann keine Einigkeit erzielt werden, das Ego stemmt sich vehement dagegen.

 

In der Mitte 

sind wir bereits EINS.

 

Wenn wir also (gemeinsam) in die Mitte gehen, in die Stille..., dort können wir gar nicht un-ein-s sein, das geht nur im Ego.

 

Dissens geht über den Kopf,

Einigkeit kommt durch die Mitte.

 

Je mehr wir uns erlauben, aus unserer Mitte heraus zu entscheiden, je mehr wir uns daran gewöhnen..., desto leichter und desto schneller finden wir den Ort, an dem (Über-)Einstimmung von selbst verständlich ist.

  

 

Wenn alle schweigen und einer spricht,

das ist deine Chance; mißbrauche sie! 

 

Kurt Tucholsky 

 

 

 

 

Mindestens zwei

 

 

Wenn der eine nicht will,

können zwei nicht streiten.

 

Isländisches Sprichwort

 

So ist es. Zum Streit unter Menschen braucht es mindestens zwei unbewußte Personen. 

 

Nehmen Sie die Menschen, 

wie sie sind. Andere gibt's nicht. 

 

Konrad Adenauer

 

 

 


Sprache


Die Sprache ist natürlich im ersten Moment

immer ein Hindernis für die Verständigung.

 

~ Marcel Marceau ~ 

 

 

Nicht nur im ersten Moment :-)

Sprache ist ein gern verwendetes Mittel, um Nähe zu vermeiden.

 

Wer

Abstand will,

fängt an... zu reden !   

 

Liebe ist wortlos und eliminiert jede Distanz.