Folgen der Verleugnung des Rebellen (3)

 

 

Die wichtigste, aber auch schwierigste Phase in unserem Erdenleben, ist die Zeit des Rebellen, ist die Pubertät. Sie fordert viel Energie und Initiative. Die übrigen Ebenen werden dann nahezu spielend genommen. Aber erst nach dieser Feuerprobe!

 

Wenn jemand diese Phase (3), den „Rebellen ausgelassen hat, sie umgangen hat, sind Verkomplizierungen in den folgenden Phasen nahezu unvermeidlich...

  • Es wird ihm oft schwer fallen, die Wahrheit zu sagen,

  • diese verursacht ihm Streß und zwar deshalb, weil er nun

  • konfliktscheu und damit auch

  • unklar geworden ist, er neigt zu

  • komplizierter Kommunikation, hat

  • Ego-Probleme und

  • unbewußte Widerstände..., neigt zu

  • Verantwortungsvermeidung und zu

  • Risikovermeidung oder...

  • Risikounterschätzung.

  • Es fehlt die Stärke (es fehlt das „Rückgrat“),

  • es fehlt an Selbstbewußtsein und in der Folge auch

  • an Wertschätzung der eigenen Person.

 

Ein Leben lang hängt es uns nach, wenn wir meinen, den Rebellen auslassen, ignorieren, überspringen zu können. Viele Berufs-Gruppen existieren allein aus dem Grund, daß sie unausgesprochen Hoffnung machen, diese Scharte auswetzen zu können.  

 

 

 

Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen,

ist der erste Schritt zur Freiheit.

 

Nicolas Chamforte 

 

 

 

  

 

 

Destruktion

  

 

Die Pubertät (3) ist die richtige Zeit, das „System zu stürzen“, es ist die Zeit der Zerstörung. Die Kindheitsträume zählen zu den ersten Opfern. Die Werte der Eltern werden in Frage gestellt oder gleich annulliert. Oder das ganze Gesellschaftssystem als solches wird - an Vater-statt - „bekämpft“. Das zu bekämpfende kann jetzt, in dieser Phase, nicht groß genug sein, um sich daran zu reiben. 

 

Der Erwachsene (4) hingegen kreiert ein gutes System für alle.

 

Der Schlüssel zum Wandel liegt darin,

all seine Energie zu fokussieren;

nicht darauf, das Alte zu bekämpfen,

sondern darauf, Neues zu erschaffen.

 

sagt Sokrates (469 – 399 v. Chr.)

 

 

 

 

Protest - oder Gestaltung  

 

  

Protest geht von unten nach oben - Jugendliche Stufe (3).

 

Der Protestler ist (sieht sich als) kleiner, schwächer, als das Objekt seines Protestes. 

 

Gestaltung geht von oben nach unten - Erwachsenen-Ebene (4).  

 

Der Gestalter ist immer größer als das Gestaltete.  

 

Protest, Widerstand, Rebellion...,

all das hat seine (wichtige!) Berechtigung. Nur dürfen wir dort - auf der Ebene des Rebellen (3) - nicht stehen bleiben, sonst wird nur der Minderwertigkeitskomplex gefüttert, aber nichts verändert sich.

Veränderungen geschehen erst auf der gestalterischen (4) Ebene.

 

Erst auf der

Ebene des Erwachsenen

können wir verantwortlich gestalten.

 

Mit Hilfe des kreativen Potenzials der unteren Ebenen (2) und (3) können wir die Rahmenbedingungen für das Miteinander im Sinne des  Gemeinwohls  jederzeit optimieren wenn wir denn... dazu bereit sind.

 

Die großzügige Ausschüttung von Serotonin und ähnliche Bonbons sorgen dafür, daß uns das auch Spaß macht :-)

 

 

 

 

Konstruktion

  

  

Beispiel Hausbau:

 

Man schaut, wie viel Geld man dafür zur Verfügung hat, leiht sich vielleicht ein bißchen dazu, kauft das passende Grund-Stück, besorgt sich genug Steine und ein paar Fachleute und... fertig !

 

Im Grunde ist alles ganz einfach. 

Die Hürden kommen mit den Details.

 

Dennoch würde kein Bauherr auf die Idee kommen, wegen ein paar unüberwindlich scheinender Hürden das Ziel seiner Aktivitäten, die Gestaltung eines schönen Gebäudes für sich und seine Familie, aus den Augen zu verlieren und seine Konstruktion einzustellen:

 

Trotz aller Schwierigkeiten werden – selbst von Amateuren – sehr viele und gut funktionierende Häuser gebaut.

 

Das ist bei der Staatsgestaltung nicht viel anders. Klar, können wir bei der ersten scheinbaren Barriere das Handtuch schmeißen – müssen wir aber nicht.

 

 

Als unmöglich

erscheint etwas nur so lange,

bis es zum ersten Mal tatsächlich gemacht wird.

 

 

Zuversicht

 

 

 

 

Wut - oder Konstruktivität

 

  

Dieter H. sagt: "...dass diese über hundertjährigen Texte immer noch stimmen..."

 

Kann es sein, daß Sie, Herr Hanitzsch, eine Linearität und eine „Entwicklung“ des Menschen voraussetzen? Aber mir scheint, es gibt keine Entwicklung. Sie ist wohl nicht viel mehr, als eine Schul- “Weisheit“.

 

Hegel sagt: „Die Geschichte lehrt, daß sie nichts lehrt.“ 

(Er braucht für den Satz natürlich ein paar Worte mehr, da er so gerne verkompliziert ;-)

 

Die Menschen, ganze Generationen, die geboren werden, wollen ihre eigenen Erfahrungen machen, ohne erst lange Geschichte studieren zu müssen, nämlich sofort und unter den Gegebenheiten, die sie vorfinden.

 

Einsicht, Erkenntnis, Verstehen... widerfährt nur Einzelnen. Sie sind eine Frage der (geistigen) Reife und nicht eine der Geschichte.

  

Dieter sagt: "...es macht mich eher wütend..."

 

Und was bringt Ihnen diese Wut ? Ich weiß, sie gilt bei den ewig pubertierenden intellektuellen Kabarettisten als Qualitätsmerkmal. 

Ihrem Wesen nach ist Wut jedoch ein archaisches und infantiles Phänomen, das vorzugsweise auf Unbewußtheit basiert.

 

Wut allein hat zerstörerisches Potenzial, aber nicht die Kapazität von konstruktivem Ideenreichtum. Der Kreative schöpft aus einer anderen, einer höher liegenden Quelle.

 

Wut = GEGEN etwas (zerstörend)

Kreativität/Konstruktivität = FÜR etwas (gestaltend/aufbauend)

 

Ein guter Konstrukteur, ein Architekt braucht keine Wut, um etwas Schönes und Gutes zu erdenken, zu zeichnen und damit – in der Saat – zu erschaffen.

 

Der Baumeister. . .

benötigt keine Wut.

 

Wut steht für den Rebellen (3), den ungeduldigen Jugendlichen. Er kämpft „von unten nach oben“, weil er sich selbst als kleiner ansieht, als das Subjekt, gegen das sich seine Rebellion richtet.

 

Konstruktivität steht für die Reife des Erwachsenen (4), für Verantwortung. Gestaltung geschieht „von oben nach unten“: Der Gestaltende sieht sich selbst als größer an, als sein zu gestaltendes Objekt.

 

Wenn wir (gut) gestalten wollen, müssen wir irgendwann die Haut des Rebellen abstreifen und in die des Gestaltenden hinein wachsen. 

 

Liebe Grüße

von  Nirmalo,

 

(einem "Sonntags-Stammtisch"-Dauergast ;-)