Nelson Mandela - ein Mann der Würde


 

 

Der erleuchtete Mensch betrauert weder die Le-benden, noch die Toten. 

 

-- Bhagavadgita

 

 

Der damaliige UN-Generalsekretär nannte Nelson Mandela (wörtlich!) einen "Giganten der Gerechtigkeit".

Frau Merkel setzte noch einen drauf und machte Mandela in ihrer Kondolenz-Rede (ebenfalls wörtlich!) zu einem „Giganten der Geschichte“, was US-Präsident Obama in Johannesburg auch noch wiederholte.

 

Das ist ausgebrüteter Quatsch.

 

Denn gerade dieser Mann machte unsere Dummheit, in „Über-Menschen“ und „Untermenschen“ zu denken, nicht mit. Mandela war ein einfacher, ein ganz normaler Mann, kein besonderer. Er wußte es und sagte das auch. Er war darin ehrlich.

 

Seine Besonderheit liegt – ganz im Gegenteil zu allem Gigantismus – darin, daß er etwas ganz Einfaches machte:

 

  • Mandela begegnete den Menschen weder unterwürfig, noch überheblich, sondern auf Augenhöhe. Ist das vielleicht etwas Gigantisches?

  • Mandela zeigte Rückgrad, indem er sich für die Menschlichkeit einsetzte. Ist das etwas Gigantisches?

  • Mandela setzte als Präsident eines Landes das Gemeinwohl an die erste Stelle seines Handelns. Ist das etwas Gigantisches?

  • Mandela sann nicht auf Rache, er setzte auf Vergebung. Ist das etwas Neues oder gar Gigantisches?

  • Mandela legte Wert auf Menschenwürde. Ist das etwas Gigantisches?

  • Mandela hatte seine Vorstellungskraft genutzt und – wie ein guter Lehrer – mit Engagement und Beharrlichkeit seine humanistischen Ziele  vermittelt. Ist das bereits gigantisch?

 

Das ist nichts Besonderes. Das alles sollten wir von jedem einzelnen Parlamentarier erwarten, von jedem, der in bezahlter Beschäftigung für die Gemeinschaft arbeitet.

 

Frau Merkel nannte ihn in der Rede auch „weise“. Das ist wohl Neuland für sie, andernfalls würde sie ihre eigene Weisheit sich entfalten lassen (und damit weniger auf „Experten“ hören) oder – falls das nicht funktioniert – dafür sorgen, daß sie und ihre Kollegen in ihrem Job mehr von Weisheit und in der Folge weniger von Interessen-Vertretern umgeben sind.

 

Mandela weist in seiner Art und durch sein Handeln lediglich ganz bescheiden darauf hin, daß es nur wenige Männer/Frauen mit dieser Reife in den politischen Ämtern gibt. Das sollte uns erschrecken!

 

Lauterkeit und Weisheit sind

nichts Gigantisches und auch nicht wirklich „Neuland“ !

 

Jemanden zum „Übermenschen“, zum „Giganten“ zu erheben, ist bloß ein fauler Trick, mit dem gesagt werden soll: „Ich bin doch so klein! Von mir und meinen Kollegen könnt Ihr weder Ehrlichkeit, noch Weisheit, weder Lauterkeit, noch einen Sinn für Gerechtigkeit/Balance und auch nicht die vorhin angeführten Eigenschaften und Fokussierungen erwarten. Der Mann ist unerreichbar groß! Er entstammt nicht dem realen Leben, sondern dem Märchenland, also nenne ich ihn einen Giganten.”

 

Auf diese Weise versuchen wir,

uns aus der Verantwortung zu stehlen !

 

Hört auf zu weinen, tut was! … einfach nur traurig sein und beten, das bringt nicht viel. Jetzt müssen wir Entschlossenheit oder Begeisterung entwickeln, und in seinem Sinn weiter machen!”

fordert der Dalai Lama

 

Nelson Mandela

war ein ganz normaler Mensch.

 

Alles das, was wir in die Person Nelson Mandela projizieren, ist in der Anlage in jedem enthalten, der diese Qualitäten sehen, sie als solche erkennen kann.

 

Es gilt, diese zur Entfaltung zu bringen !

 

Gemäß des Textes von Marianne Williamson..., den Nelson Mandela in seiner Antritts-Rede verwendet hatte: > HIER <

 

Mindestens die Erwachsenenebene (4) der Geistigen Reife weisen wir u.a. dann auf, wenn wir Verantwortung übernehmen auch für das, was uns angetan wurde.

 

 

  

 

Gefangenschaft & Heuchelei

  

 

Daß Nelson Mandela so viele Jahre seines Lebens im Gefängnis saß, ist weder ein Verdienst, noch ist es ein „grausames Schicksal“, sondern... es hat etwas mit uns selbst zu tun.

Denn das, was er damals als „unliebsame Person“ erfuhr, erfahren auch heute sehr viele Menschen – selbst in unserer unmittelbaren Nähe. Aber:

 

Wen kümmert´s ?

 

Es ist  u n s e r  Desinteresse, das die Menschen hinter den Mauern und deren Angehörige leiden läßt.

 

Es ist die selbe Nicht-Anteilnahme an den vielen Schicksalen, die auch einem Nelson Mandela die Freiheit nahmen.

 

Wir nehmen uns das Recht, uns mißliebige Personen wegzuschließen. Aus „gerechten“ oder willkürlichen Gründen, das ist (nicht nur im Beispiel-Fall „Mollath“) bis heute nicht wirklich überprüft, bzw. geklärt und transparent.

 

In einem Rechtsstaat, der diesen Namen verdient, sind a l l e Vorgänge, Anordnungen, Beschlüsse, Verfahrensweisen und deren Begründungen, sowie alle Formen der Ausführung (im Prinzip) transparent !

Recht und Transparenz sind gleichgewichtig;

andernfalls... ist der Rechtsbegriff eine Farce.

 

In diesem Fall vermutete Rechtsbrüche:

  • Der Mann wurde aus anderen, als vorgegebenen Gründen etliche Jahre in „Gewahrsam“ gehalten, nämlich aus „persönlichen“ Gründen einiger (!) Leute.

  • Die Justizministerin wollte ihn – trotz der öffentlichen Aufmerksamkeit auf den Fall, wegen offensichtlicher „Unstimmigkeiten“ – erklärtermaßen weiter in „Verwahrung“ halten.

  • Daß Herr Mollath frei kam, ist keiner „Gerechtigkeit“ zu verdanken, sondern den (für ihn günstigen) Umständen, daß kurz vor der Landtagswahl die Medien und damit die Öffentlichkeit davon erfuhren und sich die Landesregierung in Bedrängnis sah.

  • Wie es scheint, „verfügte“  deshalb der Ministerpräsident selbst die „sofortige Freilassung“ (das war wohl nicht verfassungsgemäß; siehe: „Gewaltenteilung“).

  • Der Mann ist nun wieder auf freiem Fuß, aber es findet keine Untersuchung statt, die solch gravierende Mängel aufdecken, in der Folge beseitigen und endlich auch ausschließen könnte.

  • Die Inhaftierungs-Praxis als solche kommt trotz allem offenbar ebenfalls nicht auf den Prüfstand.

 

Angesichts all dessen und vieler anderer „Ungereimtheiten“ in unserem Rechts- und Vollzugssystem ist das Beklagen der 27 Jahre andauernden Inhaftierung des Nelson Mandela nicht mehr, als blanke Heuchelei.

 

 

 

 

Gefängnisse

 

  

Wozu brauchen wir die Gefängnisse? Denn der "Resozialisierung" dienen sie sicherlich nicht. 

 

Wir brauchen Gefängnisse nicht so sehr für die (Ein-)Gefangenen, als vielmehr für unsere Ego-Befriedigung. Das ist auch der Grund, warum sich für die Belange, Probleme und Katastrophen der Betrof-fenen (fast) niemand interessiert.

 

Gefängnisse und psychiatrische Anstalten dienen mehr dem Wohl-Gefühl unseres Egos, als daß sie die Gemeinschaft schützen.

 

Sie sind die dunklen Winkel der Gesellschaft, die man nicht beleuchtet, gar ausgeleuchtet sehen möchte.

 

Die Strafgefangenen sind die "schwarzen Schafe", die wir, die Gesellschaft, "in die Wüste geschickt" und damit ihrem Schicksal überlassen haben.